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the empyrean
Während andere es eilig haben, sich vor mich zu stellen, steht er an meiner Seite, in dem Vertrauen, dass ich mich behaupten kann.
— Rebecca Yarros, Flammengeküsst

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Alchemistin
23 Jahre alt
Feine, schwarze Linien schlängeln sich um die Narben an deinem Rücken, deinen Armen - ziehen über deine Hand, bis hin zu den Spitzen deiner Finger. Hast diesem Teil deiner Geschichte eine neue Bedeutung gegeben, akzeptiert, dass die Wunden, die die Klauen des Greifs deiner Mutter dir zufügten, Teil von dir sind. Doch ist anders als damals, als du klein und unbeholfen warst, lässt dich heut nicht mehr von ihnen beherrschen, sondern beherrscht sie; mutig und selbstbewusst und erhobenen Hauptes, wie es sich für eine Yenoris-Frau gehört.
Hast den Stolz, Willen und deine Widerstandsfähigkeit von deiner Mutter geerbt. Anstatt diesen Teil an dir zu hassen, weißt du heute: konntest ihr nur deswegen entgegen treten, weil du bist wie sie; unnachgiebig, zäh. Hast die Pein schweigend ertragen, ihre Strafen, all’ den Druck auf dich genommen, ohne dich zu beschweren. Warst trotz Allem laut, hast dich nicht unterkriegen lassen, die Zähne zusammengebissen. Wurdest nicht zur Bestie, die sie heranziehen wollte. Hast ihr das Voraus - vielleicht ist das der Hauptgrund, aus dem sie dich verabscheut, aber macht nichts, verabscheust deine Mutter ebenso, ohne, dass du dich dafür schämst.

Ihre Vision von dir als Fliegerin erstarb am Tag Initiationstag des Jahres 631 vor den Toren des Alchemiequintanten. Bist der eiskalte Engel, den sie erschuf, doch vergräbst deine Hände nicht im Gefieder eines Greifen, sondern die Nase in Büchern über chemische Reaktionen und ihre Auswirkungen. Für alle - außer dich - kam diese Wendung überraschend. Den letzten Brief deiner Mutter, den du vor knapp zwei Jahren erhalten hast, hast du ungelesen verbrannt - und dabei gelächelt.

Bist nicht mehr die Alte - und das ist irgendwie gut so. Obwohl du das Mädchen, das hauptsächlich für andere statt seiner selbst stark sein wollte, vermisst, weißt du: es ist in Ordnung. Akzeptierst langsam, dass du nicht die Last der Welt auf den Schultern ertragen musst, dass du nein sagen kannst, ohne, dich schuldig zu fühlen. Dass du nichts von dem, das deinen Schwestern und dir widerfahren ist, zu verantworten hast; dass es nur einen Menschen gibt, dem du verpflichtet bist - dir selbst; auch, wenn du Lileth und Ceres so nah am Herzen trägst, dass sie Teil von dir sind, es immer bleiben werden, komme, was wolle. Dein Leben ist eine Reise, ein Prozess, stehst noch am Anfang - machst zwei Schritte vor, drei Schritte zurück; bist an einem Tag erfüllt von vorsichtiger Zuversicht, am nächsten dem Kern der Erde näher als dem Himmelszelt. Oh, scheiße, warum nur ist das Leben so schwer, warum nur fühlt’s sich an manchen Tagen an als wär’s nicht machbar, du selbst zu sein, nach vorn zu schauen - nur um am nächsten Tag in den Farben des Regenbogens strahlend hell zu glänzen? Weißt zwar den Sonnenschein gerade deswegen zu schätzen, weil du die Unwetter kennst, doch, bei den Göttern, ist genug der Niederschläge. Genug Schmerz für die Spanne eines Lebens. Du lernst, und lernst, und lernst, täglich - nicht nur an der Cliffsbane, sondern im Leben. Lernst, wer du bist, wer du sein kannst, wenn du dich lässt - und dein Gepäck auf dem Weg einfach vergisst. Schau nicht zurück, Eliene. Lass die Kettern hinter dir, die dich binden - leichter gesagt, als getan.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 20.03.2025, 12:54
Zuletzt gesehen: Gestern, 10:22

Fliegerin
22 Jahre alt
Fast schon verträumt glitt ihr Blick in die Ferne und fand den dunklen Schatten, der sich gen Himmel erhob. Ein strahlendes Lächeln erschien auf ihren Lippen, während sie nur darüber nachdachte, dass das hier gut war. Sich absolut richtig anfühlte, denn Alora war genau dort, wo sie sein musste. Als Kadettin im 2. Jahr an der Cliffsbane Akademie in Zolya - noch immer in der Stadt, in der sie bereits geboren und aufgewachsen war, als zweites Kind der Familie Trevayne mit einem älteren Bruder, in dessen Fußstapfen sie mit ihrem Weg als angehende Fliegerin tritt. Dabei sah es nicht immer so aus, als könnte sie diesen Weg auch gehen. Mit einer signifikanten Beeinträchtigung durch einen Hörverlust von fast 50 Prozent auf einem und über 70 Prozent auf dem anderen Ohr, wurden ihr von Kindesbeinen an ständig Steine in den Weg gelegt. Inzwischen gleicht das die Rune aus, die ihr Bruder extra für sie in ein deutlich handlicheres Format gebracht hat und ihren Hörsinn verbessert. Dennoch fällt es ihr oft genug schwer, Konversationen mit mehreren Beteiligten in aller Gänze zu erfassen - weshalb sie auch zusätzlich nur allzu gerne auf die Gebärdensprache zurückgreift, um sich das Leben noch ein bisschen einfacher zu machen. Und dann wäre da noch Béal, der in der Luft gerne Ohren und Augen für sie offen hält. Die junge Nachtsichel war eine echte Überraschung für sie - und gleichzeitig die größte Bereicherung, die sie sich niemals hätte erträumen lassen. Nach einem gemeinsamen Jahr sind sie ein gutes Team geworden und ein Leben ohne den Greifen kann sie sich gar nicht mehr vorstellen, obwohl sie sich auch erstmal an seine Art gewöhnen musste. Selbiges gilt für ihren Schwadron in der Sonnenschwinge im Gipfelflügelschwarm, in dem sie frisch zur 1. Offizierin ernannt wurde und mit Stolz diesen Posten ausfüllt. Zu gerne bietet sie ihre Unterstützung auch den Rookies an, damit diese bestens auf ihre drei Jahre in Cliffsbane und die Zukunft vorbereitet werden. Für einen Kampf, der womöglich niemals endet und ihnen eine ungewisse, manchmal beinahe ausweglose, Zukunft beschert.
Gespielt von Ree
Dabei seit: 18.03.2025, 22:34
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 17:10

Reiterin
20 Jahre alt
Geboren wurde Jynefar Valacan in ein sorgenfreies Leben. In weiter Verwandtschaft zum Herzog von Tyrrendor waren sie und ihre Familie in einer Position, die Wohlstand und geschenktes Ansehen mitbrachte, ohne dafür gleichzeitig besonders viele Pflichten und Aufmerksamkeit zu fordern. Schon ihre Mutter war bei ihren Großeltern so aufgewachsen. Jynn lernte Anstand und dass selbst der Himmel erreichbar ist - ganz egal, ob nun auf dem Rücken eines Drachen oder nur metaphorisch indem sie alles erreichen könnte, was sie nur wollte. Sie war ein neugieriges Kind und hochintelligent, ständig auf der Suche danach, ihren Geist auszulasten. In ihrem Heranwachsen stellte sich das schnell als die größte Herausforderung für die Eltern dar. Statt im Garten im Dreck zu spielen, wie es später ihr Geschwister tun würde, verfolgte Jynn wechselnd ihre Eltern und die Dienstboten und saugte Wissen auf wie ein Schwamm. Es war ein Leben voller Träume und ungetrübter Tage, aber auch ein sehr behütetes Leben mit reichlich idealistischen Vorstellungen. Zu denen gehörte auch ihr Traum, sowohl selbst erfolgreich zu sein und eine Karriere mit den Zahlen zu machen, die zu ihr sprachen und die sie so einfach zu arrangieren und optimieren fand, als auch eine gute Partie zu heiraten und am Ende mit beiden Möglichkeiten die Welt zu verbessern.
So ging es, bis sie ein Teenager wurde. Und während diese Lebensphase ihre ganz eigenen Probleme mit sich brachte, die Jynn sehr verunsicherten und mit denen sie nicht besonders gut zurecht kam, begann in dieser Zeit außerdem, der Idealismus ihrer Welt zusammenzubrechen. Jynefar wusste von Anfang an, was in Tyrrendor vor sich ging, erfuhr von den Veneni und dem Engagement ihrer Eltern. Denen war es wichtig, ihrer Tochter begreiflich zu machen, wofür sie in den Krieg zogen und was für Realitäten man sich stellen musste - selbst, wenn das Mädchen noch jung war und die Wahrheit schwer nahm.

Dass die Rebellion so enden würde und Jynefars zweiter Lebensabschnitt ganz anders aussehen würde als der erste, ahnte sie hingegen noch nicht.
Das Leben als Gezeichnete ist nun ein völlig anderes. Sie ist zerfressen von Schuldgefühlen, Hilflosigkeit und dem Durst ihres Geistes, der die letzten 5 Jahre einfach ignoriert wurde. Und weder gab es bislang dafür ein Ventil, noch Trost. Das einzige, was also blieb, war Resignation. Mit der Zeit breitete die sich weiter aus, fraß ihr Lächeln, fraß ihre Emotionen, fraß ihre Freude am Leben. Vorbei all die Pläne und niemand mehr da, den sie liebte. Die Eltern tot, viele weitere Verwandte ebenfalls tot, grausam hingerichtet oder im Krieg gestorben. An ihrem Arm dafür dunkle Linien auf weißer Haut, die sie so oft versucht hat wegzuwaschen, ja sogar zu schneiden, und die doch immer blieben oder wiederkamen. Nicht einmal die Brandwunden, die sie am Arm trägt, haben daran etwas geändert. Sind jetzt nur ein zusätzliches Zeichen, eine wahrhaftige Brandmarke dafür, in welcher Familie sie leben musste, welche Konflikte es dort gab und was passieren konnte, wenn diese eskalierten. Also war sie meistens mucksmäuschenstill und angepasst. Wie ein Schatten. Der nur noch manchmal davor träumte, wie es wäre, wieder Vertrauen in irgendetwas zu haben, an etwas zu glauben.

Woran sie jedenfalls nicht glaubt, und womit der dritte Abschnitt ihres Lebens nun begonnen hat, ist den Quadrant der Reitenden zu überleben. Damit wäre das auch der kürzeste Abschnitt. Hier wollte Jynefar niemals hin. Die letzten Jahre hat sie diese Verpflichtung ganz gut verdrängt, auch, weil nichts in ihrer Realität damit zu tun hatte. Kein Reiter unter ihren Pflegeeltern, kein Training für sie. Als der Pflegebruder dorthin ging, war da eher Erleichterung, weil er weg war. Ihn wiederzusehen ein Problem nach dem Viadukt, was sie nie zu überqueren erwartet hatte. Als sie die ersten Schritte machte, wäre es gar nicht so schlimm gewesen, irgendwann zu fallen. Immerhin ein Abschied aus dem Leben, bei dem sich niemand groß etwas gedacht hätte. So ein Sturz hatte Normalität und wen gab es ohnehin noch, der um sie getrauert hätte? Aber dann war sie auf der anderen Seite, ehe sie es wirklich realisiert hatte. Hat es nicht geschafft, direkt zu springen. Hat es auch danach nicht geschafft, auf der Matte zu sterben. Vielleicht kommt noch der Drache, der es beendet.
Gespielt von Beere
Dabei seit: 17.03.2025, 18:48
Zuletzt gesehen: Gestern, 19:40

Reiterin
34 Jahre alt
Was du hier machst, weißt du selbst nicht so genau. Bist gefangen zwischen schroffen Bergen, steilen Klippen, die Esben Mountains, so vertraut und fremd zugleich, befindest dich auf der falschen Seite - Poromiel, das Land eurer Feinde. Schläfst in ihren Betten, isst an ihrem Tisch, oh Götter, bist ihnen so nah, dass du nur einen Dolch bräuchtest, um ihre Seelen an Malek zu übergeben. Deine Siegelkraft fühlt sich außerhalb des Schutzzaubers anders an, roher, wilder, spürst die Ungezähmtheit deines Drachens, hast das Verlangen, sie alle zu töten, das ist, was man euch beibringt, wofür du lebst, atmest. Greife und Flieger, eure Feinde, jetzt liegt es an dir, ist der Befehl eures ersten Offiziers, sie nicht anzurühren, keine Gewalt, kein Tod. Hast ihn noch nie in Frage gestellt, Befehle hingenommen, wie es von euch verlangt wird, Navarre treu ergeben, aber das hier ist die falsche Seite des Kontinents, das fühlt sich alles nicht richtig an.

Ist die Isolation, in die sie euch stecken, die zuerst ein ungutes Gefühl in dir erwachen lässt. Bist nicht nur getrennt von den Mitgliedern deiner Staffel, nein, auch von Gormáir halten sie dich fern. Hörst in toben, spürst sein Verlangen, ganz Samra niederzubrennen, aber bist du, die ihn beruhigt, zurückhält, mit leiser Stimme zu ihm spricht, es wird eine Erklärung geben. Und es gibt sie, irgendwie, ist nicht das, was du erwartest – Zeit, um Fragen zu stellen, bleibt nicht. Für das, was ihr gesehen habt, könnten sie euch umbringen, betont dein erster Offizier mit fester Stimme, lässt keine Zweifel zu, keinen Widerspruch. Vielleicht wollen sie es vertuschen und wir, wir sind eine Gefahr, wissen zu viel, haben sie gesehen, Veneni und Wyvern. Ist ein kalter Schauer, der dir bei dem Gedanken an die roten Augen über den Rücken jagt, kannst den Anblick nicht vergessen, ganz gleich wie sehr du dich auch bemühst. Hast Befehle nie in Frage gestellt, deinem Land treu gedient, verstehst nicht, warum du eine Gefahr für sie darstellen könntest, aber Gormáir tobt in deinem Inneren, da ist so viel Chaos, so wenig Zeit, kannst nicht denken und begehst einen großen Fehler.

Der Mond steht hoch am Himmel, als ihr flieht. Euer erster Offizier, einige andere Reiter, du. Vielleicht ist es die Angst vor dem Tod, die dich packt; Gormáirs Wut, die dich keinen klaren Gedanken fassen lässt; die Schrecken vergangener, schlafloser Nächte. Du schließt dich ihnen an, den Deserteuren, fliegst mit ihnen über die Gipfel der Esben Mountains, lässt Navarre hinter dir, immer weiter, weiter, weiter. Poromiel, das ist euer Ziel, könnt nicht mehr zurück in eure Heimat, jetzt nicht mehr, denn dort lauert der Tod, unausweichlich, für jeden Reiter, der gegen den Kodex verstößt, der desertiert. Deine Gedanken, wie von Nebel umschlossen, aber es ist nicht richtig. Alles fühlt sich falsch an, außerhalb des Schutzzaubers, als wäre ein Teil deines Inneren verschoben worden. Und jetzt?, willst du fragen und sprichst es doch nicht laut aus, bist schon immer Teil der Maschinerie gewesen, nicht hinterfragen, annehmen. Was jetzt?

Sind Zweifel, die sich in dir ausbreiten, sich festsetzen, dich nicht schlafen lassen und dir den Appetit verderben. Fassungslosigkeit in den Gesichtern aller – kämpft ihr gegen den falschen Feind? Liest die Fragen in ihren Augen, siehst es ihnen an, haben sie euch belogen; wissen sie von den dunklen Geschöpfen; wissen sie nicht von ihnen; wie kann man gegen sie kämpfen; wie töten; verbünden wir uns mit Poromiel; aber sind sie nicht auch der Feind - Was jetzt? Zurück, das ist der Gedanke, an dem du dich festhältst, der dich atmen lässt. Du musst zurück nach Navarre, in deine Heimat, da, wo du hingehörst. Weißt zu wenig, über das, was geschehen ist, über Veneni und Wyvern, hast zum ersten Mal das Bedürfnis, eigene Entscheidungen zu treffen, Befehle zu hinterfragen. Gormáirs Herzschlag pulsiert in deinem Inneren, wild und unbeugsam, teilt deine Unruhe – eure Verbindung, das ist alles, was zählt.

Ist mitten in der Nacht, als du erneut fliehst. Steigst auf dem Rücken deines Drachens hinauf in den Himmel, lässt den Wind am Flugleder, deinen Haaren reißen, ist Freiheit, die euch umgibt. Weißt nicht, wieviel Zeit vergangen ist, seid ihr den Schutzzauber durchbrochen habt, um die Grenze zu Poromiel zu überqueren, zu viele Tage, die Unsicherheit in dir auslösen, deinen Entschluss zum Wanken bringen. Zurück, das ist dein Ziel und dann – so viele Fragen, die du nicht fassen kannst, nur eine, die bleibt - Was jetzt?
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 17.03.2025, 11:07
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:38

Fliegerin
24 Jahre alt
Lehnst dich zurück, beobachtest schweigend das Treiben um dich herum. So viele Menschen. Gehetzte Schritte auf Steinboden, Stimmengewirr, Gerüche und Eindrücke. Gedanken. Für die Großstadt bist du nicht gemacht, vermisst an der Cliffsbane Akademie, an der du direkt nach deinem Abschluss stationiert worden bist, abgesehen von deiner Familie und deinem verloren gegangen, inneren Frieden hauptsächlich eines: die Stille. Vermisst es, die Füße hochzulegen, bei einem heißen Minztee ein gutes Buch genießen zu können, ohne dauerhaft mit einem Auge woanders zu sein.

Dein Leben war ruhig. Verlief in geregelten Bahnen. Würdest deinen Wehrdienst einmal in Form einer Ausbildung zur Historikerin ablegen, Schriften studieren, nicht lang fort sein von dem Frieden, den nur deine Heimat dir bieten kann. Dein Plan war simpel: nach Haugstead zurückkehren, irgendwann einmal die Farm deiner Eltern übernehmen und mit ebenso viel Aufopferung leiten, wie sie es vor dir taten. Würdest da sein, wenn die Krone dich braucht, doch niemals mehr als das.
Bis es anders kam. Natürlich. Heute hast du dich daran gewöhnt, dass das Leben nicht kalkulierbar ist. Dass geregelte Bahnen nicht mehr sind als eine Abfolge glücklicher Zufälle, so, wie sich das Gegenteil schier wahllos eintritt. Das Schwert in Zihnals Händen ist zweischneidig, die Anwesenheit von Glück eine Nebenwirkung der Existenz des Pechs, ohne Licht keine Schatten, ohne Schatten kein Licht. Hast deine Lektion auf die harte Art gelernt, durch eine Aneinanderreihung von Missständen, die dich in den letzten Jahren heimsuchten, von Schmerz und Wut und -

Lass dich nicht runterziehen. Nicht von dem, was dir widerfahren ist, noch von dem Ausblick auf das Ungewisse. Hast bewiesen, dass du es bezwingen kannst, dort im Flieger:innenquintanten, der dich nicht hat kommen sehen (und du ihn auch nicht). Wurdest ausgebildet für einen Krieg, den du eigentlich nicht führen willst - zu keiner Grenze hin - und bist dennoch verpflichtet fürs Leben. Bereuen tust du nichts, und das, obwohl du in pedantischer Regelmäßigkeit den Blick auf die Vergangenheit richtest. Machst ne Kerbe in den Bettpfosten für jeden Menschen, den du nicht aufhören kannst zu vermissen, und zählst sie wie Schäfchen, wenn du nachts nicht schlafen kannst. Du hast gelernt, was in dir vorgeht zu bewältigen. Lernst es eigentlich noch immer, wirst besser darin, bist fast gut. Der Sturm überkommt dich nur noch selten - und wenn, dann hast du ein Paar Flügel unter dir, das dich schier mühelos hindurch trägt.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 16.03.2025, 20:16
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:21

Reiter
21 Jahre alt
Mylo Halcyon Iver Vahaeris wurde an einem 10. November in Varoshaven, Tyrrendor geboren. Er ist der uneheliche Sohn einer Gräfin und eines Prinzen. Da seine Mutter Teil der Rebellion in Tyrrendor war, gehört Mylo inzwischen zu den Gezeichneten. Nachdem Mylo mitansehen musste, wie seine Mutter hingerichtet wurde, kam er in eine Pflegefamilie. Sein Vater wollte ihn zu sich holen, doch Mylo lehnte dies ab, da er seinem Vater noch nie sonderlich nahe gestanden hatte und auch nicht vor hatte etwas daran zu ändern. Hätte Mylo die Wahl gehabt, wäre er unter die Schriftgelehrten gegangen, aber aufgrund seine Status als Gezeichneter musste er Teil des Reiter Quadranten werden. In seinem ersten Jahr am College leistete Mylo Archivdienst.
Mylo kommt sich häufig wie Außenseiter vor, weil sein Hirn die Welt anders wahrnimmt, als es bei der breiten Masse der Fall ist. Er nimmt Geräusche viel intensiver wahr und stört sich auch am Gefühl mancher Kleidungsstücke auf der Haut. Es ist Mylo ein Graus Blickkontakt halten zu müssen und er tut sich häufig schwer damit Sarkasmus zu verstehen. Mit Veränderungen tut er sich ebenfalls schwer. Auch wenn sein Leben dadurch nicht immer sonderlich einfach ist, würde Mylo dennoch nie etwas an sich ändern wollen. Er hat das Gefühl, dass seine Eigenheiten ihm die Chance geben sich charakterlich weiterzuentwickeln.
Der junge Vahaeris ist ein ruhiger und bodenständiger Zeitgenosse. Er ist meistens nicht auf irgendwelchen Feiern anzutreffen, sonder lesend in einer ruhigen Ecke. Mylo interessiert sich sehr für Linguistik und Geschichte. Stets etwas Neues zu lernen, ist Mylo wichtig. Ebenfalls legt er wert auf Ehrlichkeit.
Mylos Familie ist ziemlich groß, aber einen Großteil seiner Familie kennt er nicht wirklich, da diese in Poromiel lebt. Seine Familie ist an so vielen verschiedenen Orten verteilt, da sein Vater kein Kind von Traurigkeit ist und sich viel in der Welt herum getrieben hat. Da Mylo von seiner Mutter als auch von seinem Vater enttäuscht ist, ist er sich nicht mal sicher, ob er den Rest seiner Familie überhaupt richtig kennenlernen möchte. Sie zu meiden kommt ihm klüger vor, denn wenn er diese Leute nicht an sich heranlässt, kann er auch nicht wieder verletzt werden.
Gespielt von Jeanette
Dabei seit: 16.03.2025, 15:17
Zuletzt gesehen: 31.03.2025, 11:30

Reiter
23 Jahre alt
Caius Dale ist ein adliger Drachenreiter am Basgiath War College, dessen einziges Ziel es ist, an die Spitze zu gelangen – egal, was es kostet. Er ist intelligent, strategisch und absolut skrupellos, wenn es darum geht, seinen eigenen Vorteil zu sichern. Loyalität bedeutet ihm nichts, und Mitgefühl hält er für eine Schwäche, die sich nur die leisten können, die nicht gewinnen wollen.
Schon bei den ersten Prüfungen hat er bewiesen, dass er bereit ist, andere zu opfern, wenn es seine eigene Position stärkt. Ob am Viadukt oder in tödlichen Duellen – Caius zögert nicht, jemanden fallen zu lassen, wenn es bedeutet, dass er selbst überlebt. Er berechnet jede Entscheidung mit kühler Präzision und denkt stets mehrere Schritte voraus. Wenn sich eine Chance bietet, sein Schicksal zu verbessern, wird er sie ohne zu zögern nutzen, selbst wenn es bedeutet, einen Freund im Stich zu lassen oder einen Rivalen aus dem Weg zu räumen.
Seine Verlobung mit Nehelenia Astorne, der zukünftigen Herzogin der Provinz Elsum und zugleich seiner Stiefschwester, wurde von ihren Familien arrangiert – und beide akzeptieren sie ohne Widerstand. Sie sind Adlige, sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Pflicht ist wichtiger als persönliche Gefühle, und politische Verbindungen werden nicht aus Liebe geschlossen. Für Nehelenia bedeutet es Stabilität, für Caius eine Gelegenheit.
Während Nehelenia nach ihrem Jahr im Exil in Luceras nach Elsum zurückkehrte, den Heilerquadranten im Basgiath War College wählte, um denen zu helfen, die alles verloren haben, sieht Caius in dieser Verbindung etwas völlig anderes: Macht, Einfluss und eine gesicherte Zukunft. Dass sie sich nicht lieben, spielt keine Rolle. Sie sind Verbündete, und das genügt – solange sie bleibt, wo er sie braucht.
Caius ist charismatisch, wenn es nötig ist, kann charmant und überzeugend wirken, doch hinter seiner Fassade ist er eine Person, die zweckmäßig handelt. Vertrauen ist für ihn eine Illusion – er nutzt andere, aber bindet sich nie. Seine Stärken sind sein Verstand, seine Anpassungsfähigkeit und seine gnadenlose Entschlossenheit, doch seine Arroganz und sein mangelndes Vertrauen in andere könnten irgendwann zu seinem größten Fehler werden.
Caius glaubt nicht an Schicksal. Er glaubt daran, dass die Welt denjenigen gehört, die klug genug sind, sie zu nehmen. Und er hat nicht vor, zu verlieren.
Gespielt von Sarah
Dabei seit: 14.03.2025, 20:02
Zuletzt gesehen: Vor 5 Stunden

Reiter
21 Jahre alt
Vertrauen fassen ist schwer, wenn man dir alles genommen hat. Wenn du jeden Tag deines weiteren Lebens die Hasserfüllten Blicke spüren musst. Wenn du das Getuschel hörst. Du versuchst zwar, es zu ignorieren. Aber am liebsten würdest du all dem entfliehen. Würdest das weiterführen, was deine Eltern begonnen haben. Am liebsten würdest du alles, was du halt weißt, hinaus in die Welt schreien. Aber du tust es nicht. Aus Rücksicht auf die anderen, die so sind wie du. Die Gezeichneten. Revolutionskinder. Seperatistenkinder. Sie sind halt anders, mussten den Tod der Eltern miterleben. Wurden gezwungen etwas zu werden, das ersetzbar ist. Kriegsfutter. Vielleicht wärst du Heiler geworden, wenn du die Wahl gehabt hättest. Anderen helfen – das war eigentlich dein Ding. Du willst das immer noch – aber es fällt dir schwer. Du beugst dich der Lüge – nach außen hin und innerlich – da willst du flüchten. Weg von hier. Wo man dich als etwas bösartiges sieht. Als wärst du genau wie deine Eltern ein Verräter. Aber ist es wirklich so schlimm, wenn man die Wahrheit kennt und helfen will? Offensichtlich schon. Denn jetzt sollst du lernen wie man Krieg führt, gegen einen Feind, der gar kein Feind ist. Das ist weder gerecht noch fair. Es geht gegen alles, was du von deinen Eltern gelernt hast. Du fühlst dich auf der falschen Seite gefangen. Aber irgendwann….irgendwann wirst du dieses Unrecht gradebiegen, selbst wenn es nur für dich selbst ist. Und bis dahin, da sorgst du halt hinter den Mauern von Basgiath dafür, dass weder du selbst, noch jemand anderes von den Gezeichneten drauf geht. Das ist dein Ziel für den Moment. Auch wenn es dir schwer fällt zu vertrauen, so gibt es dennoch Menschen am BWC denen du vertrauen kannst. Diese wirst du beschützen. Mit allem was du aufbringen kannst. Was zugegebenermaßen nicht viel ist. Aber es kommt ja auch mehr auf den Willen zur Veränderung an, nicht wahr? Und davon hast du viel. Du glaubst fest daran, irgendwann einen Wandel in der Welt auslösen zu können – selbst wenn es nur ein kleiner wäre. Der Wandel kann nicht wie eine Welle kommen, sondern muss fließen wie ein Fluss, wenn er Erfolg haben soll.
Gespielt von Cay
Dabei seit: 12.03.2025, 21:51
Zuletzt gesehen: Vor 2 Stunden

Reiter
22 Jahre alt
“Rioghan Gairbreth.”
Meine Stimme ist fester als erwartet, als ich dem Reiter vor mir meinen Namen nenne. Und doch hämmert mein Herz gegen meine Rippen, als wäre es anderer Meinung. Der Reiter sieht kurz auf – und sein Blick bleibt an meinem linken Arm hängen. An dem Rebellionsmal, das sich vom Handgelenk bis hoch zu meinem Hals windet. Die Ärmel meines Leinenhemds sind hochgeschoben, entblößen meine Oberarme und obwohl es an diesem Morgen nicht das erste Mal ist, dass diese Markierung Blicke auf sich zieht, presse ich knirschend die Zähne zusammen.
Falls jemand noch einen Grund sucht, mich zu hassen – hier ist er.
Ich halte seinem Blick mit schmalen Augen stand. Warte darauf, dass er sich endlich bewegt, meinen Namen mit einem kratzenden Geräusch auf das Pergament setzt. Auf eine lange Liste voller Namen von Anwärter, von denen viele das Ende dieses Tages nicht erleben werden.
Dann ein kurzes Winken. Und ich wende mich ab, richte meinen Blick auf die Aussparung im Mauerwerk. Auf die Steinüberquerung - den Viadukt. Drei Anwärter balancieren mit ausgestreckten Armen, bewegen sich langsam zur anderen Seite. Einer strauchelt, rudert verzweifelt mit den Armen und verschwindet dann mit einem markerschütternden Schrei aus meinem Sichtfeld.
Ich bin der nächste.
Mein Magen verkrampft sich, aber ich straffe die Schultern und trete an die Öffnung. Meine Finger schließen sich um die Träger meines Rucksacks. Er ist leicht. Alles, was ich besitze – alles, was von meinem Leben geblieben ist – passt in diesen einen verdammten Beutel.
Hinter mir, auf dieser Seite des Viadukts, bleibt nichts mehr.
Kein Abschied. Keine Familie.
Kein Vater, der mir letzte Ratschläge zuflüstert.
Keine Mutter, die mich noch einmal in ihre Arme zieht.
Kein Bruder, der mich scherzhaft daran erinnert, dass ich gefälligst überleben soll.
Ich atme aus, lasse alles hinter mir – und mache den ersten Schritt.
Mein ganzes Leben habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet. Jeder einzelne Muskel meines Körpers ist trainiert für einen Kampf. Geschwindigkeit, Ausdauer, rohe Kraft. Eigenschaften mit denen ich im Infanterie-Quadranten sofort die Eignungsprüfung bestehen würde – aber absolut ungeeignet für einen verdammten Balanceakt in 60 Meter Höhe. Ich breite die Arme aus, halte meinen Schwerpunkt und richte meinen Blick nach vorn - konzentriere mich auf das, was auf der anderen Seite des Viadukts wartet. Nach drei Jahren bei einer Ziehfamilie, der es nicht gleichgültiger sein könnte, ob ich den heutigen Tag überlebe, kann ich es kaum erwarten endlich wieder Leuten aus meiner Heimat gegenüberzustehen. Die wie ich zusehen mussten, wie ihre Eltern für den Kampf um Unabhängigkeit und Gerechtigkeit hingerichtet wurden. Die, genau wie ich, gezeichnet sind – sichtbar und unsichtbar. Und die nun ebenso gezwungen sind, sich dem Königreich zu verpflichten, das unsere Familien auf dem Gewissen hat. Die aber auch an meiner Seite stehen – gemeinsam für das kämpfen werden, wofür unsere Eltern gestorben sind.
Gespielt von Dani
Dabei seit: 11.03.2025, 13:28
Zuletzt gesehen: Vor 2 Stunden


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros