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the empyrean
Sie war die Tochter ihres Vaters – eigentlich sogar beider Väter, wenn er so darüber nachdachte –, ganz klar: Lief vor keinem Kampf davon, und wenn doch, dann und nur mit einem Törtchen in der Hand.
Azulon de Volantis

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Reiter
23 Jahre alt
Er ist ein Reiter durch und durch. So, wie schon seine Eltern vor ihm und seine Großeltern vor ihnen und es bestand nie ein Zweifel daran, dass auch Kain diesen Weg einschlagen würde. Schon als Kind erhielt er eine Ausbildung und das nötige Training, das ihn auf seine Zeit am Basgiath War College vorbereitete - dass er den Einberufungstag schließlich mit Leichtigkeit überstand, überraschte also niemanden. Ebenso überraschte es niemanden, dass er - inzwischen in seinem 3. Jahr - die Aufgabe eines Geschwaderführers übernommen hat. Er gilt als intelligent, risikobereit und kampferprobt. Zwar hat er kein Händchen für Fernkampfwaffen, ist im Nahkampf aber gefährlich und im schlimmsten Fall sogar tödlich. Kain wuchs unter hohen Erwartungen auf: sein Vater legte immer großen Wert auf Leistung und Perfektion und machte keinen Hehl daraus, dass Fehler in seinen Augen unentschuldbar waren. Schwäche wurde nicht toleriert und Gefühle galten als etwas, das ein Reiter zu kontrollieren hatte. Während sein Vater ihn mit strenger Hand auf seine Zukunft vorbereitete, war es meist seine Mutter, die für den Ausgleich sorgte. Zwar war auch sie diszipliniert und leistungsorientiert, aber sie war auch diejenige, die über missglückte Trainingseinheiten lachen konnte, ihm nach einer Niederlage auf die Schulter klopfte und ihm zeigte, dass Zuneigung nicht verdient werden musste. Trotzdem orientierte sich Kain mehr an seinem Vater und hegte immer den Wunsch, ihn stolz zu machen.Dieses kühle, distanzierte Auftreten, das er Zuhause lernte, macht es ihm leicht, Autorität auszustrahlen und vor allem die Rookies daran zu hindern, sich seinen Anweisungen zu widersetzen. Kain erwartet Disziplin, Gehorsam und Einsatzbereitschaft von den Kadetten seines Schwarms und bringt wenig Verständnis für Ausreden oder Unsicherheit auf. Obwohl er die meisten Menschen bewusst auf Abstand hält, ist seine Loyalität gegenüber seinem Schwarm nicht zu übersehen und auch wenn ein Lob bei ihm selten ist, ringt er sich für seine Leute von Zeit zu Zeit ein knappes Lächeln oder ein anerkennendes Nicken ab. Wenn jemand ernsthafte Probleme hat, lässt er sich sogar dazu herab, demjenigen Tipps oder ein gesondertes Training anzubieten. Seine Haltung gegenüber den Gezeichneten fällt allerdings deutlich weniger wohlwollend aus. Kain wurde von seinem Vater mit der Überzeugung erzogen, dass es sich bei ihnen um die Kinder von Verrätern handelt und hat diese Sichtweise nie hinterfragt. Es war seine Mutter, die nach der Rebellion beschloss, ein verwaistes Separatistenkind in der Familie aufzunehmen und Kain damit einen Pflegebruder vor die Nase setzte. Sie glaubte, damit die Einstellung von Mann und Sohn zu ändern, was aber nicht wirklich funktionierte. Stattdessen fühlte Kain sich ersetzt und glaubte, seinen Platz innerhalb der Familie verteidigen zu müssen. Doch vor allem der Tod seiner Mutter während der Verteidigung eines Außenpostens vor vier Jahren bestärkte ihn in diesem Glauben. Denn mit ihrem Tod verschwand nicht nur ein wichtiger Teil seiner Familie, sondern auch die einzige Person, die regelmäßig zwischen Vater und Sohn - und letztendlich auf dem Pflegekind - vermittelt hatte. Anstatt gemeinsam zu trauern, verlor sich jeder in seiner eigenen Art, mit dem Verlust umzugehen. Während sein Vater jede Erwähnung seiner Frau mied und die Schuld für ihren Tod bei den Rebellen suchte, konzentrierte Kain sich mit einer fragwürdigen Besessenheit auf das Training und seinen Eintritt ins Basgiath War College. Der Verlust war hart für ihn, doch er verschloss seine Gefühle sorgfältig vor der Welt und verbot es sich, zu trauern. Nachts aber holt ihn die Vergangenheit auch heute oft ein und er wird von Albträumen geplagt - er dankt den Göttern dabei regelmäßig für sein Einzelzimmer!Dieser Umstand schürt seinen Groll auf die Gezeichneten noch zusätzlich und er begegnet ihnen nicht nur mit Misstrauen, sondern manchmal sogar mit offener Feindseligkeit. Während viele andere Kadetten bemüht sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen, sieht Kain in ihnen einen lebende Erinnerung an jene, die ihr Leben lassen mussten. Obwohl er sonst so kontrolliert ist und sich hervorragend darauf versteht, eine undurchschaubare Maske zu tragen, kann er sich bei den Gezeichneten einen bissigen Kommentar oder spöttischen Sarkasmus oft nicht verkneifen. Sogar einer Anti-Gezeichneten-Bewegung hat er sich im Laufe der Zeit angeschlossen; erinnert seine Mitstreiter aber regelmäßig daran, kein Wort darüber zu verlieren, um seinen Posten als Geschwaderführer nicht zu gefährden.
Gespielt von Talie
Dabei seit: 07.07.2026, 07:28
Zuletzt gesehen: Vor 8 Stunden

Reiterin
21 Jahre alt
"Daddy, schau mal, die Drachen!" - ein einfacher Satz und doch der Anfang vom Ende. Das Ende von allem, was sich ihre Eltern je für sie gewünscht und vorgestellt hatten. Ein ruhiges, bescheidenes Leben voller Zahlen, Faken und Ordnung. Fern jeglicher Gefahren und Versuchungen, die in der Welt auf ein junges, zierliches Ding lauerten. Mit einem netten Ehemann und ein paar hübschen Kindern, ganz in der Sicherheit der Küstenstadt Thaiven, in der sie vor 21 Jahren an einem lauen Sommertag das Licht der Welt erblickte. Doch Kaida wollte mehr. Sehen, was das Schicksal für sie bereithielt. Länder erkunden und ein Leben führen, das nur von ihr selbst bestimmt wurde und nicht den gut gemeinten Ratschlägen ihrer Familie. Sie wollte mehr sein, als das Meer und die Grenzen einer Kleinstadt ihr vorgaben. Die Welt mit all ihren Facetten kennenlernen.
Niemand hatte damit gerechnet, dass aus dem kleinen Mädchen von damals, besessen von Drachen und Märchengeschichten, mit Angst vor dunklen Schatten und Schauergeschichten, tatsächlich eine Drachenreiterin werden würde. Gebunden von nichts geringerem als einem blauen Dolchschwanz - selbstbewusst, furchtlos und mit einer Portion Aggressivität, die nichts Gutes versprach. Aber Kaida schaffte es, setzte sich durch und wuchs über sich hinaus. Tat Dinge, auf die sie nicht stolz war und steht noch immer aufrecht zwischen den anderen Kadettinnen und Kadetten der ersten Staffel, Flammenschwarm des dritten Geschwaders am Basgiath War College. Fest entschlossen, ihren launischen Drachen Zitha nicht noch mehr zu beschämen, als sie es laut der Drachendame bereits tut, sondern auch ihrer Familie zu beweisen, dass sie so viel mehr ist und sein kann, als sie in ihr gesehen, ihr als kleines Kind und erwachsene junge Frau zugetraut haben.
Dennoch hat sie Angst, was die Zukunft für sie bringt. Was werden wird, wenn sie ihre Ausbildung beendet und in die große, grausame Welt hinausgelassen wird, die in zwei Jahren auf sie wartet. Nicht ahnend, dass hinter manchen Schauergeschichten mehr Wahrheit steckt, als sie je für möglich gehalten hätte. Gleichzeitig freut sie sich, denn sie ist noch immer am Leben. In einer Welt, in der es heißt fressen oder gefressen werden. Aber sie will es schaffen, wird es schaffen. Für sich, für Zitha, für ihre Familie und alle, die ihr etwas bedeuten.
Gespielt von Ree
Dabei seit: 06.01.2025, 21:07
Zuletzt gesehen: Vor 7 Stunden

Reiter
31 Jahre alt
i. Du hast schon als Kind von ihnen gehört. Kennst die Sagen und Mythen, von denen vor allem deine Mutter immer wieder erzählt hat; manchmal als wären sie Teil einer Einschlafgeschichte, manchmal aber auch wie eine Art Drohung, wenn du einmal nicht hören wolltest. Es waren Geschichten, die schon sie als Kind gehört hat, dachtest du immer. War ja alles nicht weiter schlimm, weil sie ja nicht echt waren, nicht wahr? Dachtest du zumindest immer, bis jetzt. Dein Bruder sitzt dir gegenüber, er ist schon seit einer Weile mit der Ausbildung zum Drachenreiter fertig, dir steht sie gerade noch bevor. Doch es sind keine besonderen Tipps, die er dir für diese Zeit mit auf den Weg geben will. Sind keine Tricks, mit denen du es einfacher über den Viadukt oder in deiner Staffel schaffen könntest. Sind keine Erfahrungen, die er mit dir teilen will – oder zumindest nicht solche, wie du sie dir erhoffst. Veneni und Wyvern sind echt. Die Worte hängen zwischen euch, ganz frisch ausgesprochen, aber wie es scheint noch nicht wirklich angekommen. Er sieht dich ernst an, du schaust verwirrt, willst ihm eigentlich gar nicht glauben. Doch da ist etwas in seinem Blick. Da klingt etwas in der Stimme deiner Mutter nach, immer wenn sie von diesen Mythen erzählte. Da ist diese kleine Alarmglocke in deinem Kopf, die dich davon abhält, diese Worte einfach als dämlichen Scherz abzutun. Die Worte dringen weiter in deinen Kopf, erreichen die hintersten Zellen deines Hirns und mit dem Verstehen, mit dem Glauben kommt noch eine Erkenntnis: ihr werdet belogen. Deine Familie, alle Familien, das ganze Land. Die Frage ist nur: wieso? Wäre doch sinnvoller, euch alle auf die Wahrheit vorzubereiten. Eigentlich.

ii. Dein Blick ist wachsam, deine Körperhaltung angespannt. Ist nicht das erste Mal, dass du dich in dieser Situation wiederfindest und trotzdem ist es nichts, in das du mit Leichtigkeit gehst. Ohne Vorsicht, ohne zu vergessen, dass ihr vielleicht alle mal im Sand gespielt habt, aber auf verschiedenen Seiten der Grenze. Vor dir stehen zwei poromische Flieger, direkt zwischen ihren Greifen, während neben dir ein weiterer Reiter steht, in euren Rücken eure Drachen, die eure Gegenüber genau im Blick behalten. Ihr wechselt ein paar Worte, du holst dir ein paar Informationen darüber ein, wie es drüben aussieht, obwohl du dich doch gerade selbst dort befindest. Auf der anderen Seite der Grenze. Außerhalb des Schutzschildes. Auf poromischem Boden. Die Waffen, die ihr mitgebracht habt, wechseln ihre Besitzer und es fallen noch ein paar weitere Worte, bevor du dich abwendest, zurück zu Udys gehst. Dein Drache lässt in seiner Aufmerksamkeit nicht nach, wartet ruhig, bis ihr sicher auf euren Drachen sitzt und die Flieger auf ihren Greifen sitzen, bevor er abhebt, dich zurück Richtung Heimat fliegt. Dorthin, wo du eigentlich hingehörst. Dorthin, wo du diese Waffen herbekommst, wo du seit deiner Ausbildung stationiert bist. Aber du weißt: das hier wird nicht das letzte Treffen gewesen sein. Weißt, dass du in ein paar Wochen wieder vor Fliegern stehen wirst. Spätestens.

iii. Du stehst ganz still, zu deinen Füßen hebt sich der Staub der Trümmer, die um dich herum liegen. Kaum zu glauben, dass du einmal in diesem Haus aufgewachsen bist. Dass du hier gelernt hast, wie man läuft und spricht und zum ersten Mal auf so etwas wie einem Drachen gesessen hast – damals jedoch noch aus Holz, viel zu leicht entflammbar für das Wesen, das sich letztendlich wirklich an dich gebunden hat. Oder dich an sich, darüber könnte man sich wahrscheinlich streiten. Aber nicht jetzt, nicht hier, wo du zum ersten Mal vor deinem zerstörten Elternhaus stehst. Ist nicht das einzige, das die Schlacht von Aretia nicht überlebt hat; die Menschen, die darin noch lebten, haben es aber glücklicherweise rausgeschafft. Dein Bruder Thornak sei Dank. Doch nur, weil sie Glück hatten, gilt das nicht für alle Bewohner:innen dieser Stadt – und der Gedanke daran lässt die Wut in dir wachsen. Auf das Königreich, dem du dienst. Auf das Militär, dessen Befehle du in der Regel auszuführen hast. Und auf dich selbst, weil du dich tatsächlich von deiner Heimatstadt ferngehalten hast, als andere Teile Navarres es nicht taten. Es war Glück im Unglück für dich, dass du zu weit entfernt warst, zu spät von diesem Angriff erfahren hast. Glück, weil du damit keine Befehle missachten musstest. Unglück, weil du deine Heimat nicht retten konntest.

iv. Es kommt dir vor, als würde dir der Atem stocken. Als würde dein Herz kurz aussetzen. Du musst ein paar Mal blinzeln, um dich zu vergewissern, dass das kein Traum ist – aber es hilft alles nichts, das hier ist die Realität. Ist sie, die da vor dir steht. Sie, die du das letzte Mal vor fünf Jahren gesehen hast. Sie, mit der du einmal in einer Staffel gewesen bist, mit der du bereits deine Ausbildung bestritten hast. Sie, die dich einfach immer wieder so unendlich genervt hat. Angekotzt hat. Und herausgefordert hat. Ist aber auch vor allem sie, deren Anblick augenblicklich ein paar längst verdrängte Bilder zurück in deinen Kopf jagt. Bilder von Veneni, von Wyvern, von kämpfenden Reitern und Fliegern, Seite an Seite. Und von ihr, wie sie verletzt am Boden lag, obwohl sie nicht einmal annähernd in deiner Nähe sein sollte. Ihr hättet sie dort lassen, sie ihrem Schicksal überlassen sollen (wäre vielleicht wirklich am einfachsten gewesen), aber ihr habt euch um sie gekümmert, sie zurück zu eurem Stützpunkt gebracht. Und während dein Bruder anbot, ihr Gedächtnis zu löschen, warst du es, der sich für eine einfache Lüge entschied. Missglückter Einsatz ihrer Siegelkraft, dabei auf den Kopf gefallen. Alles ziemlich blöd gelaufen. Vor vorher. Mit der Lüge. Und damit, dass sie nun wieder in deiner Staffel gelandet ist.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 12.10.2024, 13:33
Zuletzt gesehen: 08.07.2026, 14:45


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros