reisende:r
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the empyrean
Das hier war eine Farce und wenn sie nicht alsbald zu einem Ende kamen, dann würde Nehelenia vielleicht noch ein Skalpell nach dem Geschwaderführer werfen. Verlockend war der Gedanke auf jeden Fall, auch wenn sie damit natürlich auch ihre eigene Reputation tötete.
Nehelenia Astorne

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Reiterin
20 Jahre alt
Ihr Leben hätte anders sein können. Das ist wohl der überwiegende Gedanke in Liora´s Kopf, als sie durch das große Fenster ihres Zimmers nach draußen blickte. Ihre Zeit war abgelaufen, die Gnadenfrist vorbei. Wie alle anderen würde sie ihre Reise am BWC beginnen. Doch anders wie die meisten, hatte sie keine Wahl mehr in welche Richtung diese Reise gehen würde. Als jüngste Tochter, war Lio stets behütet gewesen. Ihr großer Bruder Josh, hatte sie nie aus den Augen gelassen, war ihr Beschützer, Ihr Fels in der Brandung gewesen. Ihre beiden Eltern liebevoll, hatten ihr beigebracht welche Werte wichtig waren. Loyalität. Ehrlichkeit. Mut. Sie hatte ihr Leben geliebt, bis sich alles geändert hatte. Bis man ihre Eltern des Verrats, der Rebellion belangt hatte und hinrichten ließ. Nie würde sie den Blick ihrer Mutter vergessen, als man sie zwang dabei zuzusehen. Josh hatte ihre Hand so fest gehalten und im Gegensatz zu ihr, keine einzige Träne vergossen. Er war schon immer der starke gewesen. Als er vor einem Jahr an seine Reise begann, dachte Liora alles verloren zu haben. Selbst wenn ihre Stiefeltern, die Menschen die sie aufgenommen hatten liebevolle Menschen waren, die ihr beibrachten sich zu wehren, ihr den Umgang mit dem Bogen und Dolchen beibrachten, waren es nicht ihre Eltern. Waren sie nicht ihre Familie. Doch erst als der Brief vor einigen Wochen kam, wusste sie was es wirklich bedeutete sich alleine zu fühlen. Was es bedeutete alles zu verlieren. Ihr Bruder war gefallen. Josh war tot. Er hatte es nicht in das zweite Jahr geschafft. Sie würde ihn nicht wieder sehen. Würde ihn nie wieder sehen. Lio war sich sicher, dass dieser Schmerz, diese Last auf ihrem Herzen nie wieder verschwinden würde und tief in ihrem inneren hoffte sie, dass auch sie es nicht schaffen würde. Es war ihr Stiefvater, der sie aus diesem Loch geholt hatte. Er hatte sie nie aufgegeben, traute ihr mehr zu, als sie sich selbst. Er ließ nicht zu, dass sie aufgab. Und nun? Nun würde sie ihre eigene Reise beginnen. Würde ihr bestes geben um am Leben zu bleiben, um mächtig zu werden, um die Beschützen zu können die ihr noch geblieben waren. Sie würde nicht zulassen, dass sie auch nur noch eine geliebte Person verlieren würde.
Gespielt von Jessy
Dabei seit: 09.03.2025, 20:47
Zuletzt gesehen: Heute, 00:52

Flieger
26 Jahre alt
Dein blondes Haar liegt nur selten wirklich ordentlich auf deinem Kopf, Es ist zerzaust, wenn du morgens aufstehst und meist nur einmal mit der Hand durchfährst und es ist auch immer noch zerzaust, wenn dein Kopf irgendwann am Abend, oftmals erst in der Nacht, zurück zu deinem Kissen findet. Und es ist in all den Momenten dazwischen zerzaust, war es schon immer und wird es wahrscheinlich auch immer sein – mit dieser einen, kleinen Ausnahme. Man könnte meinen, der Kamm, der sich zwischen deinen Sachen findet, existiere nur für die Besuche, die du bei deinen Eltern machst. Man könnte meinen, einer von ihnen, wahrscheinlich deine Mutter, hätte gar keinen so großen Gefallen an diesem Durcheinander auf deinem Kopf, wie so manch andere vielleicht. Und man könnte damit durchaus richtig liegen. Du hast selbst heute noch ihre Stimme in den Ohren, die Worte, mit denen sie sich darüber beschwert hat, dass dein Haar immer so unordentlich wirke und deine Mundwinkel verziehen bei diesem Gedanken auch heute noch zu diesem Grinsen, das du ihr damals bei diesen Worten immer zugeworfen hast. Weißt genau, dass sie es nie so meinte, nicht wirklich negativ, sondern dass es ihr anders eben nur einmal lieber gewesen wäre. Und ihr beide wisst genau, dass es wirklich nur sie ist, für die du diesen Kamm zückst, kurz bevor du vor der Tür deiner Eltern stehst. Weil das Lächeln auf ihrem Gesicht dir mehr bedeutet als das haarige Chaos.

Du wirkst immer irgendwie wie ein Wildfang, wenn man dich nur ansieht. Mit diesem Zottelhaar und dem schelmischen Grinsen auf deinem Gesicht. Mit dem verräterischen Blitzen in deinen Augen und dieser Ausstrahlung, die andere problemlos annehmen lässt, dass du etwas ausheckst, wenn du einfach nur einen Moment lang ruhig bist, nachdenkst. Du wirkst du – und irgendwie warst du es auch schon immer. Während deiner Kindheit noch viel mehr als heute, da hast du deine Grenzen ausgetestet, hast gewusst, dass es davon unterschiedliche Sorten gab. Die deiner Eltern, die des Königreichs und ganz viele dazwischen. Du hast deine Freunde davon überzeugt, mit dir zu gehen, hast ihnen die Flausen eingepflanzt, die du in deinem Kopf entwickelt hast und doch war das schlimmste, das ihr damals getan habt, ein kleiner Ausritt auf den Kühen der Nachbarn. Ohne zu fragen, ohne eine Erlaubnis, aber auch ohne Verletzungen. Sogar die Tiere kamen danach sicher zurück in ihren Stall. Heute würdest du so etwas nicht mehr tun. Brauchst keine Kuh, wenn du einen Greifen hast, brauchst keinen täglichen Unfug, keine immer größeren Herausforderungen, einfach weil du's könntest. Du wägst Risiken heute besser ab, denkst oft genug daran, dass die Zellen in deinem Kopf nicht nur zum Ausdecken irgendwelchen Unsinns existieren und dass du sie durchaus auch einmal aktivieren solltest, bevor du einem Bauchgefühl nachgibst.

Warst es schon immer, der die anderen zu irgendwelchen Dingen anstiften konnte, doch warst es auch genauso immer wieder du, der am Ende dafür gerade stand. Sogar allein dafür gerade gestanden hätte, wenn der Rest es zugelassen hätte. Es liegt nicht in deiner Natur, andere die Scheiße graben zu lassen, in die du sie geritten hast. Ist etwas, das dir schon deine Eltern vorgelebt haben und etwas, das dir selbst dadurch schon früh beigebracht wurde. Du weißt genau, wann du einen Fehler gemacht hast oder wann du zu weit gegangen bist. Weißt, dass nicht jeder die Dinge immer genauso sieht, wie du es tust und dass etwas, das in deinem Kopf wie eine lustige Idee klang, einem anderen aber genauso gut vor den Kopf stoßen könnte. Denn auch, wenn du oftmals vielleicht wirkst wie jemand, der mit nicht allzu vielen Gedanken über seine Umwelt durch's Leben kommt, so bist du doch genau das. Deine Mitmenschen sind dir wichtig, würdest für die wichtigsten von ihnen durchs Feuer geben oder erneut von Klippen springen – und gleichzeitig auch dein Leben in ihre Hände legen.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 09.03.2025, 14:43
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:02

Heilerin
21 Jahre alt
Stets gab es nur zwei Reaktionen auf den Namen der jungen Kadettin aus dem Heilerquadranten. Je nachdem aus welcher Region Navarres, insbesondere Morraines, man kam und je nachdem wie gut man sich mit der dort ansässigen Herzogsfamilie auskennt: Entweder wusste man sofort, wen man vor sich hatte - oder starrte sie nur ahnungslos an. Als Jüngste von viel zu vielen Kindern ist Lainey Junibelle Harlow - so ihr voller Name, den sie bewusst nur selten zur Vorstellung ihrerseits nutzt und sich lieber schlicht Lainey nennt - irgendwo auf dem aktuell letzten Platz der Thronfolge ihrer Provinz und gibt herzlich wenig auf den Titel, den ihre Familie seit Generationen innehält und eher früher als später an ihre älteste Schwester übergehen wird statt irgendwann in sehr ferner Zukunft (wenn überhaupt jemals) an sie. Sie ist nur ein junges Ding - wissbegierig und neugierig auf die Welt mit wenig Interesse daran, das absolut perfekte Vorzeigekind zu sein und den vorgezeichneten Weg zu gehen, den ihre Eltern ihr auferlegt haben.
Nein, sie verfolgt ihr eigenes Ding, ohne dabei explizit die Regeln zu brechen, sie die zwischen staubige Bücher und langweilige historische Aufzeichnungen geführt hätte. Viel lieber lebt sie im hier und jetzt, kümmert sie sich um alles, was lebendig ist und hat sich, entgegen des ausdrücklichen Wunsches ihrer Familie, für den Weg als Heilerin entschieden. Inzwischen im 2. Jahr in Basgiath kann sie auch endlich zeigen, dass mehr in ihr steckt, als ihr bloßer Name vermuten lässt. Sie setzt sich gern für das Gute ein, hilft jedem, wo sie nur kann und denkt gar nicht daran, dass nach ihrer Ausbildung eine Heirat auf sie warten soll, damit sie die Tradition fortsetzen und irgendeinen Herzogsspross ehelichen kann, um ihm Kinder zu schenken.
Sie glaubt an den freien Willen und die große Liebe, die sie nicht von ihren Eltern arrangiert finden möchte, sondern wahrhaftig erleben, sofern das irgendwann in ihr Leben passt. Aber bis dahin will sie sich voll und ganz auf das konzentrieren, was sie vor sich hat: Viel lernen und den Kadett:innen aus dem Reiterquadranten den Arsch - oder gar das Leben - retten, wenn man sie denn bereits lässt. Dass man sie genauso gut nach der Ausbildung an einen Außenposten versetzen könnte, ignoriert sie dabei ebenfalls gekonnt. Selbst das wäre ihrer Meinung nach noch etwas besser, als sich den Hintern in schönen Kleidern platt zu sitzen und nur als Dekoration zu enden, so, wie ihre Eltern es am liebsten hätte. Hübsch und still, ohne eigene Funktion.
Gespielt von Ree
Dabei seit: 01.03.2025, 22:11
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 17:05

Reiter
21 Jahre alt
i. Mit großen Augen siehst du ihr dabei zu, wie sie auf dem Stamm eines umgefallenen Baums balanciert. Beobachtest, wie sie fast schon drüber hinwegrennt, obwohl du genau weißt, dass es leichter aussieht, als es ist. Zumindest für dich. Letzte Nacht hat es geregnet, das Holz ist nass und rutschig, das weißt du auch, ohne darauf auszurutschen. Weißt genauso gut, dass es dir passieren würde, wie du weißt, dass es ihr nicht passieren wird. Nicht nur, weil sie das schon ein paar Mal gemacht hat, nicht nur, weil sie ganz andere Schuhe trägt als du, sondern weil du absolutes Vertrauen in sie hast. Natürlich, sie ist schließlich deine große Schwester, sie kann alles. Du weißt, dass das natürlich nicht ganz stimmen kann, dass es auch Sachen gibt, die Iris nicht schaffen würde, die auch für euren Bruder eine Nummer zu groß sein werden, aber für dich wirkt es trotzdem manchmal so – weil so viele Dinge für dich selbst schon eine Nummer zu groß wirken. Oder zwei. Es ist eine Ausnahme, dass du heute hier bist, normalerweise bist du um diese Zeit bei deiner Mutter. Hilfst ihr bei der Arbeit, lässt dich nach und nach bereits in die Welt einführen, die sie einst für sich gewählt hatte. Schriftgelehrte, die Welt der Bücher, des Wissens, der Recherche – kannst gar nicht leugnen, dass dich das alles fasziniert, doch kannst in diesem Moment genauso wenig leugnen, dass die Balance deiner Schwester dich ebenfalls fasziniert. Als sie das Ende vom Stamm erreicht, fragt sie, ob du auch mal willst. Hält bei den ersten Schritten sogar noch deine Hand, läuft neben dir her, wirkt nur ein wenig ungeduldig, weil du es nicht in ihrem Tempo schaffst. Nach der Hälfte rutschst du schließlich doch aus, fällst vom Stamm und auf dein Knie. Der Schmerz ist stark genug, um dir Tränen in die Augen zu treiben, doch ist's kein Trost, der von deiner Schwester kommt. Kein Wort zu deinen Schmerzen, dafür die Erklärung, dass es beim nächsten Mal nicht leichter wird, wenn du jetzt weinst – war wohl vor allem die Verwirrung, die deine Tränen in diesem Moment direkt versiegen lassen hat. Deine Mutter hätte anders reagiert, das weißt du. Dein Vater, dein Bruder, so gut wie jeder andere auch, aber du weißt genauso gut: normal ist bei Iris etwas anders. Und die Logik in ihren Worten war unbestreitbar.

ii. Dein Bruder hat eine Freundin, spricht von großer Liebe und Hochzeit, deine Schwester hat einem Jungen die Nase gebrochen – und wenn du das Mädchen neben dir ansiehst, verspürst du weder den Drang zu Gewalt, noch den Wunsch einer gemeinsamen Familie. Adelaide ist bereits seit einigen Jahren deine beste Freundin und seit kurzem sogar ein bisschen mehr. Deine erste feste Freundin, doch das mit euch ist alles irgendwie ganz anders, als die Sache bei deinem Bruder. Während die beiden oft nur durch eine Brechstange voneinander zu trennen zu sein scheinen, müsste man euch beide wohl zusammenbinden, damit auch ein Außenstehender sieht, dass ihr zusammengehört. Du magst sie wirklich gern, aber das hast du ja schon immer. Du hältst gern ihre Hand, eure ersten Küsse waren irgendwie komisch und wenn du deinen Arm um sie legst, dauert es gar nicht lang, bis sie sich daraus löst und einen Schritt zur Seite macht. Es gibt Momente, in denen sich nichts anders anfühlt als in den vergangenen Jahren und dann gibt es diese Momente, in denen du sie dabei beobachtest, wie sie sich auf irgendetwas konzentriert und sie dabei einfach nur wunderschön findest. Sind diese Momente, in denen du dir klar machst, dass nicht jede Beziehung wie die deines Bruders sein kann. Dass Adelaide und du nicht dein Bruder und seine Freundin seid, dass deren normal nicht euer normal sein muss. Und es gibt ein paar dieser Momente, bevor ihr über euch, über eure Beziehung sprecht – und bevor dir nicht nur bewusst wird, dass ihr als beste Freunde einfach besser dran seid, sondern, dass du auch einfach nicht der bist, den sie an ihrer Seite braucht. Nicht der und auch nicht das richtige.

iii. Das Stück Papier in deiner Hand ist knittrig, hast es bereits ein paar Mal in deiner Hand zerknüllt, bevor du es wieder glatt gestrichen hast. Die Worte darauf noch einmal gelesen hast. Und dann noch einmal. Es ist der erste und gleichzeitig auch der letzte Brief, den Iris euch geschickt hat. Das letzte Mal, dass du etwas von deiner Schwester gehört hast. Gelesen. Es ist nun über ein Jahr her, dass du dich von ihr verabschiedet hast und es verging seitdem kaum ein Tag, an dem du nicht erleichtert warst, weil diese Meldung ausblieb. Sie hat sich für den Reiterquadranten entschieden, ist den Weg gegangen, auf dem sie vor Jahren schon auf diesem nassen Baumstamm trainiert hat und hat es wirklich geschafft. Ein Jahr lang. Ein Monat. Und fünfzehn Tage. Der Brief, der vor zwei Tagen bei euch eintraf, gerade einmal eine Woche nach dem Brief in deiner Hand, ist Schuld daran, dass du nun hier stehst. Neben deinen Eltern, auf eine Flamme starrend, die nur einen Sinn hat: die zurückgebliebenen Habseligkeiten deiner Schwester zu verbrennen, ganz so, wie es sich gehört. Deine Eltern haben all ihre Sachen zusammengetragen, keines eurer Gesichter ist trocken, während ihr zuseht, wie die letzten Sachen zu Asche zerfallen, nach und nach vom Wind weggetragen werden. Niemand von euch schenkt dem Blatt in deiner Hand eine besondere Beachtung, niemand denkt daran, dass der ja eigentlich auch von ihr ist, denn: sie hat ihn vielleicht geschrieben, aber nun gehört er dir. Wird das einzige bleiben, was dir, abgesehen von deinen Erinnerungen, von deiner Schwester bleibt. Ein Mahnmal daran, wie schnell alles vorbei sein kann und wie unberechenbar das Leben doch ist. Oder Malek.

iv. Heute bist du genau dort, wo Iris selbst schon war. So weit in etwa, wie sie selbst es geschafft hat. Dein zweites Jahr am Basgiath War College hätte das erste sein sollen, das du ohne deine Schwester verbringst, stattdessen wird es das Jahr, in dem du älter als deine Schwester sein wirst. Du weißt, dass sie ein paar der Erfahrungen, die du im vergangenen Jahr gesammelt hast, selbst gemacht haben wird. Das Training, der Gauntlet, das Dreschen. Weißt, dass sie im gleichen Unterricht gesessen hat, wie du, dass sie vielleicht sogar auf dem gleichen Platz gesessen haben könnte – und dass für sie wahrscheinlich gleichzeitig alles ganz anders war, als für dich. An keinem einzigen Tag in deinem ersten Jahr hast du versucht, in ihre Fußstapfen zu treten, weil du zum einen gar nicht wusstest, wo diese waren, und zum anderen, weil ihr Leben nicht zu deinem werden sollte. Genauso wenig wie ihr Schicksal, sei es nun direkt oder indirekt, durch den eigenen Tod oder den einer Person, die dir wichtig ist. Eine Person, die ihr schon immer ähnlicher war als irgendjemand sonst. Du warst von Anfang an keiner der besonders herausstechenden Kadetten, doch warst du auch nie jemand, der sich von den Topkadett:innen hat abhängen lassen. Immer auf der Überholspur, doch immer ein wenig zu langsam, um wirklich zu überholen. Du hast das Dreschen überlebt, dein erstes Jahr. Du hast dein Herz verschenkt und eine Frau gefunden, mit der du wirklich glücklich bist. Eine Frau, von der dich manchmal selbst nur eine Brechstange lösen könnte, mit der du dir wirklich eine gemeinsame Zukunft vorstellen könntest. Irgendwo im Dienst des Königreichs, in der gleichen Staffel mit ihr und deiner besten Freundin, weil ihre Drachen aneinander gebunden sind. Ihr beide und deine beste Freundin, für die du nicht die richtige Person in einer Beziehung warst, weil sie auf Frauen steht. Nun vermutlich sogar auf deine Freundin steht, wenn du sie richtig liest – und Adelaide zu lesen ist für dich nur selten leicht. Kein Grund zur Sorge, weil du weißt, dass Lethe dich liebt, so wie du sie liebst. Ist vielleicht alles nicht ideal, wird niemals die Art von Familie werden können, wie die, in der du aufgewachsen bist, weil ihr beide, Lethe und du, mit euren Drachen ans Militär gebunden seid, aber: gibt definitiv schlimmeres, das du dir vorstellen könntest. Schlimmeres, das du dir gar nicht erst vorstellen wollen würdest.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 04.02.2025, 22:56
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:01

Reiterin
21 Jahre alt
1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel weisen dich die Abzeichen auf deinem Flugleder aus, trägst sie mit stolzgeschwellter Brust. Deine Uniform ist schwarz, nicht blau, wie die deiner Eltern, deiner Brüder, wie die der Infanterie. Bist nicht die erste Soleil im Quadranten der Reiter, gibt so viele von euch, aber die erste aus deiner Familie. Hast deinen vorbestimmten Weg verlassen, deinen eigenen Kopf durchgesetzt, wie so oft, strebst nach Anerkennung und Respekt und wenn du in der Formation auf dem Flugfeld neben deinem blauen Morgensternschwanz stehst, dann funkeln deine Augen. Niemand außer dir wagt es, Rua direkt anzusehen, sie senken ihre Blicke, wenn sie an euch vorbeigehen und den Respekt, den dein Drache einfordert, gilt auch dir. Auf ihrem imposanten Rücken wirst du nicht übersehen, da zählt nicht, wie klein und zierlich du bist, ihr seid eins, mit gefährlicher Brutalität. Riesige, blaue Schwingen, die den Himmeln verdunkeln; loderndes Feuer; scharfe Zähne; bereit für den Kampf, bereit, um zu töten.

Brauchst deinen Drachen nicht, um dir unter all den Kadetten einen Ruf zu erstreiten. Zu viele von ihnen haben den Fehler gemacht, dich beim Sparring auf der Matte zu unterschätzen und es bitter zu bereuen. Bist schnell und flink, kannst mit Waffen umgehen, willst selbst eine sein; bist bereit, dich nicht allein von Ethik und Moral leiten zu lassen, der Zweck heiligt die Mittel. Emotionen brechen manchmal wie Feuer aus dir heraus, triffst impulsive Entscheidungen, ohne Konsequenzen zu bedenken – Strategie ist wahrlich nicht deine Stärke. Ist trocken und zäh, kannst dich nicht lang genug konzentrieren, um dir all das dafür nötige Wissen anzueignen. In dir, da ist dieser stetige Drang nach Abwechslung, nach neuen Abenteuern; Gefahren, in die du dich kopfüber stürzt; stillsitzen, oh, das fällt dir schwer, bist immer in Bewegung, immer da. Sorgst dafür, dass jeder in Basgiath dein lautes Lachen kennt, drängst dich in den Mittelpunkt und leuchtest hell, kostest das Leben in vollen Zügen, denn Malek ist jederzeit bereit, es dir zu nehmen.

Dein Talent im Umgang mit Waffen hat dir das Abzeichen der 1. Offizierin beschert. Könntest Stolz darauf sein, hast hart dafür gearbeitet, aber da ist auch ein mulmiges Gefühl in dir. Staffelführerin, das war mal dein sehnlichster Wunsch und deine Chancen standen gut, bis die War Games in deinem ersten Jahr alles veränderten. Trägst Schuld schwer auf deinen Schultern, eine unsichtbare Last, von der niemand weiß, die dir niemand nimmt und die nicht allein dir gehört, trotzdem ist sie da. Genau wie der feste Griff um dein Herz, wann immer du an ihre Namen denkst; die, die nicht so viel Glück hatten wie du; die, die jetzt nicht mehr unter euch sind. Hier ist der Tod euer ständiger Begleiter, lauter hinter jeder Ecke, aber deine halbe Staffel zu verlieren, das ist nicht richtig. Hättest ihre Staffelführerin werden sollen – jetzt steht dein Name hinter dem Rang der 1. Offizierin und ihre auf der Gefallenenliste.

Der Verlust hat etwas in dir verändert, macht es schwerer, dich den anderen Kadetten zu öffnen, sie nah an dich heranzulassen, aber deinen Optimismus hast du nicht verloren. Versprühst so viel Hoffnung, dass schwer fällt, dich nicht zu mögen, sich nicht von dir angezogen zu fühlen. Bist eine Waffe, aber auch so viel mehr, bereit, für das Wohl deines Landes geformt zu werden.
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 29.01.2025, 16:31
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:36

Reiterin
49 Jahre alt

I. Besser als alle anderen zu sein, ist der Gedanke, der dich antreibt, dir Kraft verleiht. Bist für etwas Großes bestimmt, das spürst du mit jedem pulsierenden Schlag deines Herzens. Der Name Loa Dale darf niemals in Vergessenheit geraten, willst, dass die Welt ihren Atem anhält, erzittert, Luceras ist zu klein für dich und deine Visionen. Die Berge, die Kälte, die Abgeschiedenheit, die raue Natur und die groben, einfältigen Menschen – all das verabscheust du mit bemerkenswerter Intensität. Gibt keinen Tag, an dem nicht Hochmut in deinem kühlen Blick zu erkennen ist, du immer und immer wieder betonst, wie sehr du diesem einfachen Leben überdrüssig bist. Ein Adelshaus, ohne Einfluss, krampfhaft an dem festhaltend, was geblieben ist. Kannst nicht anders, als die Nase zu rümpfen, weil schäbige Minen euer Leben finanzieren und nicht einmal in einem solchen Ausmaß, das dir erlauben würde, in Luxus aufzuwachsen. Jedes Kleid in deinem Schrank ist hart erkämpft; jedes Schmuckstück ein billiges Duplikat oder längst abgetragen; nichts gehört wirklich dir und in dir, da ist stets dieser Drang, das zu bekommen, was dir zusteht.

Dein eiserner Wille ist es, der deine Mutter verzweifeln und deinem Vater graue Haare wachsen lässt, irgendwann dafür sorgt, dass sie nicht mehr über gute Partien sprechen, von einer gewinnbringenden Heirat fantasieren. Dein Traum ist ein anderer, verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, Stärke und Ruhm, ist das, woran du denkst, wenn du hinauf in den wolkenbehangenen Himmel siehst. Es gibt keine Trainer, die deine Eltern für dich engagieren, nur dich und das Ziel vor deinen Augen, das dich im Training anspornt. Zählst die Tage, bis du weg aus dieser Einöde kannst, bist du jemand wirst, einen Drachen bindest, Macht bekommst. Deine Mutter drückt dich schluchzend an sich, als sie sich am Einberufungstag von dir verabschiedet, aber du, du weinst deiner Heimat, deiner Familie, keine Träne nach. Und in Luceras, da wirst du nie wieder gesehen.


II. Morgoth Soleil ist alles, was du jemals wolltest. Ein breites Kreuz, dichtes Haar, starke Arme und völlig vernarrt in dich. Ist dein strahlendes Lächeln, mit dem du ihn um den Finger wickelst, so unfassbar leicht, wie ein Insekt gefangen in deinem fein gewebten Spinnennetz. Du weißt, was du sagen, was du tun musst, um ihn für dich einzunehmen; deine Siegelkraft offenbart dir seine größten Schwächen und du weißt sie für dich zu nutzen. Ethik und Moral, oh, du kannst die Worte nicht mehr hören; Verantwortung, die eine Macht wie deine mit sich bringt; bist angetrieben von einer nie gestillten Sehnsucht und vergisst all die guten Vorsätze, die man nicht ohne Grund glaubte, dir beibringen zu müssen. Morgoth ist, was du willst und du nimmst ihn dir.

Es ist nicht sein Aussehen, sein Charakter, sein Herz, nachdem du strebst, es ist sein Name. Loa Soleil klingt wie Musik in deinen Ohren und als ihr heiratet, schwört ihr einander, es sei der glücklichste Tag eures Lebens – der Anlass dafür könnte unterschiedlicher kaum sein. Der Name, den du mit so viel Stolz trägst, öffnet dir Türen in eine ganz neue Welt, ermöglicht dir das Leben, von dem du schon immer geträumt hast, was dir zusteht Das Anwesen in Calldyr ist groß, prächtig, warm, er schenkt dir Schmuck und Kleider, wann immer du ihn darum bittest. Die beiden Kinder, die er aus seiner ersten Ehe mit sich bringt und bei denen du dich weigerst, Mutter genannt zu werden, sind ein Übel, das du erträgst. Morgoth regiert mit harter Hand, formt den Jungen und das Mädchen nach seinen eigenen Idealen und du weißt es, siehst es, aber einschreiten, das tust du nicht. Lässt ihn gewähren, weil sie nicht deine Kinder sind, du eine Reiterin bist und der Einsatz, den du für euer Land, eure Sicherheit erbringst, dich glücklicherweise oft genug fort aus Calldyr führt.

Hast alles, was du immer wolltest, als du Morgoth zwei eigene Kinder schenkst. Dein Vermächtnis, dein Erbe, aber ihr verdammtes Geschrei, Götter, nie im Leben hat dich jemals ein solcher Kopfschmerz geplagt. Kindermädchen ziehen sie groß, Morgoth, den du jetzt genau im Blick behältst, den du eindringlich davor warnst, deine Kinder zu züchtigen, kennst seine Schwächen, zu gut, um ihn aus dem Netz deiner Manipulationen entkommen zu lassen. Und doch tust du es, Jahre später, weil das nicht alles sein kann, da noch mehr sein muss und du, tief in deinem Herzen vergraben, spürst, wie die Einsamkeit Besitz von dir ergreift.


III. Kadetten sitzen vor dir, stehen in den oberen Rängen – Rookies, Juniors, Seniors. Der einzige Unterricht, an dem alle Jahrgänge gemeinsam teilnehmen und du stehst vor der großen Karte Navarres, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ein aufgeschlossenes Lächeln ziert deine Lippen, die perfekte Fassade, aber dahinter, oh, du siehst alles. Die Schwächen der neuen Rookies strahlen dich an und wenn du dich auf sie fokussierst, kannst du sie erkennen. Familie; Versagensangst; Emotionalität; das stetige Vergessen, im Faustkampf auch die linke Seite zu decken – so viele verschiedene Schwächen, die das Strahlen auf deinen Lippen nur umso größer werden lassen. Manche der Juniors und Seniors sind schlauer, halten ihr Schutzschild auch während des Unterrichts aufrecht, kannst nicht hindurchsehen, aber das macht nichts. Musst sie nur aus der Reserve locken, sie dazu bringen, ihr Schild fallen zu lassen, damit du zu Gesicht bekommst, was längst zu deiner Obsession geworden ist - Schwächen.

Gefechtskunde ist das naheliegendste Fach, bist eine Strategin, hältst deiner Staffel im Kampf den Rücken frei, an vorderster Linie hast du nichts zu suchen. Und das machst du auch jetzt – Navarre den Rücken freihalten, in dem du die Gezeichneten, die Separatistenkinder, nicht aus den Augen lässt. Ist ein Befehl von ganz oben, der dich mit Stolz erfüllt, dir die Anerkennung deiner Fähigkeiten bringt, nach der du dich sehnst, die du brauchst wie die Luft zum Atmen. Beobachten, das ist deine Aufgabe, aber wenn sie sterben, nun, kein tragischer Verlust, die Liste derjenigen, die Malek übergeben werden, im Quadrant der Reitenden lang. Du bist die Strippenzieherin im Hintergrund, lässt andere die Drecksarbeiten erledigen, denn die Hände schmutzig machst du dir nicht.

Dein Mann ist jetzt ein anderer, dein Name auch. Loa Valewyn klingt melodisch, wie Samt auf der Haut, aber manchmal, da spürst du Reue, fragst dich, ob es die richtige Entscheidung war, den Namen deines ersten Ehemannes abzulegen, nur um seinen tragen zu können. Eine der wenigen Entscheidungen, die du aus dem Bauch herausgetroffen hast; eine Impulsivität, die längst nicht mehr zu dir gehört; ein Akt der Liebe, zu dem du glaubtest, niemals fähig zu sein. Ihr zwei seid wie Feuer und Wasser, heiß und kalt, Tag und Nacht - Liebe und Hass. Du hast ihm dein Herz geschenkt, ihm deine Seele verschrieben, schon vor so vielen Jahren und er, spürst es mit jeder Faser deines Körpers, kannst es sehen, wann immer du ihm in die Augen blickst – du bist seine größte Schwäche.

Gespielt von Kathie
Dabei seit: 03.01.2025, 17:05
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:36

Reiterin
20 Jahre alt
Ein Leben wie im Märchen, so hat Lirael sich ihre Existenz einst vorgestellt. Als Küken der Adelsfamilie Crane war das Mädchen froh, stets im Schatten ihrer älteren Schwester Veena zu verschwinden, hinter deren Persönlichkeit und Ambition nicht viel mehr als eine beiläufige Randnotiz zu verbleiben. »Wo versteckt sich Lirael?« Oh, die ist wieder mit ihrer Nase in irgendeinem Buch versunken, findet man am ehesten, wenn man die ausladenden Ecken der familiären Crane-Bibliothek studiert. Über die Jahre ist die junge Frau eine Meisterin darin geworden, im Anwesen der Familie noch immer Winkel und Ecken zu entdecken, in welchen sie unentdeckt und damit auch ungestört bleiben kann. Ob nun auf der Ablage des verlassenen Fenstersims im vierten Stock, oder aber hinter dem Haus, auf jener großen Schaukel, welche den gut gepflegten Garten hinter einigen Sicht geschützten Hecken ziert - Lirael ist da, wo sie alleine ist. Und das mit großer Freude, denn es sind die Charakter ihrer Bücher, welche ihr die beste Gesellschaft bieten. Dutzende Romane liest die junge Frau im Monat, verschlingt dabei vor allem klassische Liebesgeschichten, die das schicksalshafte Aufeinandertreffen zweier Protagonisten erzählen. Lirael liebt die Liebe, freut sich vor allem, wenn andere diese in absoluter Glückseligkeit für sich entdecken. Dass sie mit ihrem Kopf daher zumeist in den Wolken schwebt, sich etwas realitätsfern der Wirklichkeit präsentiert, war für die Familie niemals ein akutes Problem. Man ist froh, sich mit Lirael nicht großartig beschäftigen zu müssen, sie einfach ihr etwas unorthodoxes Ding machen zu lassen. Und die junge Frau schätzt jede Gelegenheit, mit Hilfe ihrer Bücher einer familiären Wirklichkeit entfliehen zu können, die in großen Teilen jene Liebe misst, welche ihr gut geschriebene Fiktion bietet. Worte auf Papier sind ihre Heimat, ihre Passion, ihr Trost. Und sie inspirieren auf eine Weise, die Lirael sehr selbstverständlich auf die Idee brachte, irgendwann einmal selbst Bücher schreiben zu wollen. Schon immer träumte das Mädchen davon, Autorin zu werden, hortet in ihrem Zimmer selbst geschriebene Manuskripte, die zum Teil bereits Jahre alt sind. Dass ihre Eltern diesen Wunsch eher als Hirngespinst, denn wirkliche Zukunftsmusik behandeln, ist Lira egal. Sie weiß, was sie erreichen will, kündigte schon früh an, irgendwann zum Schreiberquadranten gehen zu wollen, um sich dort trotz militärischer Verantwortung bestmöglich auf ihren eigentlichen Traum vorbereiten zu können. Umso erstaunlicher dann, die unerwartete Wendung der Geschehnisse. Denn als Liraels verpflichtender Wehrdienst schließlich vor der Tür stand, tauchte die junge Crane nicht etwa wie abgesprochen in der Liste möglicher Schriftgelehrten auf. Nein, Lirael sortierte sich zu den Anwärtern angehender Drachenreiter, stieß mit jener unerwarteten Entscheidung nicht nur ihre Schwester vor den Kopf, sondern auch die gesamte Familie Crane in ein unerwartetes Chaos.
Gespielt von Motte
Dabei seit: 01.01.2025, 15:26
Zuletzt gesehen: Vor 6 Stunden

Fliegerin
23 Jahre alt
Es ist beeindruckend, wie fröhlich du noch bist, wenn man bedenkt was du alles durchmachen musstest. Du und deine Schwestern. Wer weiß schon, ob du tatsächlich so ausgelassen bist oder ob du hinter diese Maske eine tiefe Traurigkeit versteckst. Trauer und eine riesige Portion Wut. Denn immerhin musst du regelmäßig mitansehen, wie in den höchsten Tönen von der Person gesprochen wird, die dich am schlimmsten behandelt hat: Deiner Mutter. Hochangesehne Fliegerin, Strategien, Kämpferin - und dein schlimmster Albtraum. Sie hat schon früh angefangen, euch "zu besserem pushen" zu wollen. Der ständige Druck und die ständigen Trainingseinheiten an sich hätten dir schon deine Kindheit geraubt, doch hinzu kam das, was passierte, wenn ihr nicht euer bestes zeigen konntet. Wenn ihr einen Fehler gemacht habt, euch "nicht richtig angestrengt" habt. Die Narben der Greifenklauen auf deinem Körper wirst du für immer behalten. Sie dienen dir als ständige Erinnerung an ein Elternhaus, in das du nie wieder zurückkehren wirst. Die Cliffsbane Akademie war deine Rettung. Du hättest alles getan, um hier bleiben zu können. Hast dich voll rein gehängt und der Stolz in den Augen deiner Mutter, als du zur Schwadronsführerin ernannt wurdest, war wie ein Schlag in die Magengrube. Und ein weiterer Beweis für dich, dass du nie wieder in dein altes Leben zurückkehren möchtest. Und während du früher immer versucht hast, dich klein zu machen und nicht negativ aufzufallen, hast du an der Cliffsbane Akademie deine Stärke zurückgewonnen. Nutzt deine Stimme, um dich für die einzusetzen, die sich nicht für sich selbst einsetzen können. Du trägst nun die Verantwortung für dein Schwadron und du möchtest nie wieder sehen, wie eine Ceres sich mit angsterfüllten Augen in der Ecke versteckt. Willst das für andere sein, was Eliene immer für dich war. Zuflucht, Rettung, ein sicherer Ort. Die Person, zu der du gehst, wenn du nicht mehr weiter weißt. Möchtest niemals wieder erleben, wie andere durch Gewalt zu "ihrem besten" getrieben werden.
Gespielt von Ely
Dabei seit: 12.11.2024, 11:56
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 14:30

Reiter
36 Jahre alt
Gibt Tage, an denen er selbst nicht so genau weiß, wie er hierhergekommen ist. Sitzt im Revolutionsrat in Aretia, die Füße auf dem Tisch übereinandergeschlagen, Augen rollend, wann immer von Ehre und Ungerechtigkeit gesprochen wird. Ist ein Rebell unter den Rebellen, zu laut, zu aufdringlich, beharrt mit einer solchen Intensität auf der eigene Meinung, dass es kaum möglich scheint, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Lark fehlt es an Ehrgeiz, an Geduld, ist kein guter Stratege, wurde weder mit großem Wissen noch der Fähigkeit, über Runen zu gebieten, gesegnet und doch nimmt er geradezu selbstverständlich seinen Platz im Rat ein. Ist nicht bei jeder Sitzung anwesend, verspürt vielleicht nicht die gleiche inbrünstige Hingabe wie alle anderen, und doch, hinter dem schiefen Lächeln und dem Achselzucken, wann immer man ihn nach seinen Gründen fragt, liegt eine Antwort, die niemand zu erwarten scheint.

Es sind die Jahre im Dreck, die ihn am Meisten prägen. Ist erst elf, als seine Mutter nach langer Krankheit stirbt, er sich allein durchschlagen muss und lernt, mit den Schatten zu verschmelzen, sich unauffällig zu verhalten. Er bettelt, stiehlt, schlüpft in fremde Rollen, um zu lügen und zu betrügen. Und er ist gut darin, anderen etwas vorzumachen, sein wahres Ich hinter einer Fassade zu verstecken. Sind nicht die Drachen, die ihn in schließlich in den Reiter-Quadranten locken, nicht die Aussicht darauf, ein Held zu werden, Gutes zu vollbringen, Navarre zu beschützen, nein, ganz pragmatisch ist es die bessere Bezahlung, mehr Freiheit, als man ihm in der Infanterie bieten würde. Die Aufnahmeprüfung besteht er knapp, kann nicht besonders gut lesen, hat Schwierigkeiten mit Mathe, aber dann schafft er es über den Viadukt, überlebt das Dreschen, wird gebunden und schließt das Basgiath War College nach drei Jahren ab. Er lebt und vielleicht hat das nicht einmal er erwartet.

Auf Vrit zu fliegen, das ist die Freiheit, die er sich wünscht. Eckt nach seiner Ausbildung deshalb auch mehr als nur einmal an, nimmt nicht gerne Befehle entgegen und lange an einem Ort hält er es auch nicht aus. Mauern engen ihn ein, strebt nach der weite des Himmels, nach schmalen Gassen, in denen er sich verstecken kann, untergeht, sein eigener Herr ist. Die Vorhut ist es, die sein Herz höherschlagen lässt, wenn er mit Vrit vorausfliegt, sichtet, sich in unbekannte Gefahren stürzt, riskante Flugmanöver absolviert, die Adrenalin in seinem Körper freisetzt. Sein Drache ist es, die ihn wieder zur Vernunft bringt, wenn er sich auf der Suche nach Gefahr verirrt, die ihn zum Nachdenken auffordert, erst denken, dann handeln, denn das, was sie tun, wenn sie ihren Heimaturlaub antreten oder eine Sonderfreistellung beantragen, ist so viel größer als sie selbst.

Und so scheint es wenig verwunderlich, dass auch im Rat, dann, wenn er wieder einmal gegen alle Sitten zu verstoßen scheint, mit der Stirn gerunzelt wird und die Frage im Raum steht, warum bei den Göttern, Lark Fahey einen Platz unter ihnen hat. Seine Fähigkeiten zu improvisieren, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Rolle zu übernehmen, um Informationen zu beschaffen, zu intrigieren, kommt nur bei einem gezielten Blick zum Vorschein, erhält wohl nicht die Wertschätzung, die sie verdienen.
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 11.11.2024, 15:19
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:36


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros