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the empyrean
Aber ich versteh's nicht. Versteh nicht, wie ich so sehr aus seinem Kopf, wahrscheinlich dann auch aus seinem Herzen, verschwinden konnte, dass es die Erwähnung meines Namens braucht, um an mich zu denken, während er mietfrei in meinem Kopf wohnt.
Josephine Mintz

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Von Hingabe jedoch scheinst du nicht sonderlich viel zu verstehen, Geschwaderführer, wenn du meine Betonung schon als solche wertest. Jammerschade, aber ich vergebe dir natürlich deine Unwissenheit.
‐ Nehelenia Astorne

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Auszeichnungen (2)

vom 10.03.2025
vom 01.04.2025

Charaktere von Lotte


Flieger
47 Jahre alt
Ascian Altaire - ein Name ausreichend, um einen ganzen Campus erzittern zu lassen. Eher gefürchtet als geliebt ist der ehemalige Major bei den Kadett:innen der Cliffsbane Akademie, der aufgrund eines Unfalls im Einsatz auf hoher See ein rasches Karriereende fand. Eine bittere Pille, an der Ascian noch heute zu knabbern hat, war er doch einer der vielversprechensten Kandidaten seines Schwadrons und des gesamten poromischen Militärs. Eingbracht hat ihm seine Leidenschaft zwar diverse militärische Auszeichnungen aber auch einen erzwungenen Ruhestand, den er an einen Gehstock gefesselt als Professor für Seeschutz fristet. Seine Lehrmethoden ist bestensfalls unkonventionell und in mancher Hinsicht sogar zweifelhaft, doch es geht ihm auch nicht darum, möglichst viele Kadett:innen durch die Ausbildung zu bringen, sondern sie auf die Realität vorzubereiten. Eine Realität die sich nach Ansicht des Fliegers nur bedingt mit den vorgeschriebenen Inhalten des Lehrplans der Akademie deckt. Wer in seinem Kurs bestehen will, muss sich also zwangsläufig damit arrangieren, nicht nur erniedrigt und in die Schranken gewiesen zu werden, sondern auch 'Mehr' zu leisten und über die eigenen Grenzen hinauszugehen um erfolgreich zu sein. Bei Ascian weiß man stets woran man ist, nicht nur beschreiben seine Kolleg:innen ihn als eher impulsiven Menschen sondern auch als ehrliche Haut. Ungefiltert gibt der Mitvierziger seine Meinung wieder, lässt aber keinerlei Zweifel daran offen, dass er für den Dienst auf See lebt. Mit Salz im Blut wurde er als Sohn eines Seemannes und einer Barfrau geboren, kennt die Gezeiten besser als seine Westentasche und verfügt über ein strategisches Vorstellungsvermögen, dass seinesgleichen sucht. Dieses Potential schöpft der gebürtige Carraner jedoch nie vollumfänglich aus, sah er doch spätestens seit seiner Zwangsversetzung keinen richtigen Sinn mehr darin, aus den Vollen zu schöpfen wenn der Dank dafür ein Dolchstoß in den Rücken ist. Denn genau so fühlt es sich für den ehemaligen Major an, was nicht nur zu einer ordentlichen Portion Wut im Bauch und ein beinahe ausgereiztes Frustlevel führt, sondern auch dazu, dass er deutlich abgestumpfter und härter wurde als noch zu seiner aktiven Militärzeit. Große Empathie kann man von Ascian nicht erwarten, dafür aber jede Menge Hinweise zu Angelegenheiten, die man falsch angeht. Ascian ist sich nicht zu schade dafür, seine Gabe zu Nutzen um seinen Willen durchzusetzen und ist sich in erster Linie selbst verpflichtet. Sich und seiner kleinen Tochter Daisy, die seit kurzem nicht nur das Leben des Professors auf den Kopf stellt und Zweifel hervorruft, wo zuvor Jahrzehnte keine gewesen sind aber zeitgleich auch dafür sorgt, dass Ascian wachsen kann. Denn Vater zu werden, stand nicht (mehr) auf dem Lebensplan des ehemaligen Majors, der zwar eine gewisse Vorliebe für Herausforderungen besitzt aber mit Daisy schon deutlich öfter an seine eigenen Grenzen kommt und dadurch stetig seine Eignung hinterfragt. Ein Gefühl, dass er seit dem Wegfall seiner Karriere nicht mehr verspürte und das gleichermaßen zehrend wie fordernd ist. Dennoch bereut Ascian seine Entscheidung für die Familie nicht und arbeitet unbewusst im Stillen daran, das Beste für sein kleines Mädchen zu erschaffen.

Sonstige
49 Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(

Reiterin
20 Jahre alt
"Amras kleine Schwester? Er hat nie erwähnt, dass er eine hat" Sätze wie diese sind es, die Vetresca seit ihrer Ankunft in Basgiath des Öfteren zu hören bekommt. Sätze die der jungen Kadettin einmal mehr vor Augen führen, wie wichtig es ist, endlich aufzustehen und für sich selbst zu kämpfen. Denn genau das ist es, was Vetresca mit ihrem Gang über das Viadukt bezweckt hat. Geboren in eine Familie, die im Inneren nicht ganz so strahlend ist wie sie es gern gehabt hätte, musste Vetresca schon in jungen Jahren mehr Rückschritte als Fortschritte machen. Zumindest wenn es um ihre eigene Entfaltung ging. Vernunft vor Mut, Rationalität vor Wunschvorstellungen waren an der Tagesordnung. Das Gefühl zu ersticken lastete trotz individueller Förderung ihrer gezeigten Begabungen schwer auf ihr und das Ventil um zumindest kurzweilig wieder zu Atem zu kommen, überließ sie viel zu schnell sich selbst und den gemeinsamen Eltern: Amras. Das ihr älterer Bruder und sie lediglich eine gemeinsame Mutter haben, spielt für Vetresca keinerlei Rolle, ist sie doch überzeugt davon, dass Familie so viel mehr bedeutet als gemeinsames Blut. Die aus dieser Situation resultierende und übermäßige Zuwendung ihrer Eltern sah Vetresca nie als Profit, sondern als eine Gefangenschaft. Auch der Umstand, dass ihre bloße Existenz für den Erhalt der familiären Bande verantwortlich sein soll, belastet die junge Kadettin überdiemaßen und erschwerte ihr im Alltag die Ansicht des Umganges ihrer Eltern miteinander zunehmend. Anders als ihr Vater, seines Zeichen Stallmeister, steht Vetresca voll und ganz hinter Amras, der im häuslichen Umfeld zwar nie mit den gleichen Möglichkeiten gesegnet war aber mit seinem Weggang von zu Hause das erreicht hat, wonach die Kadettin sich insgeheim sehnt: Freiheit. Der Entschluss ihres Vaters darüber, sie zu einer Schriftgelehrten ausbilden zu lassen war es schließlich, der das Fass zum Überlaufen brachte und Vetresca schließlich an den Rand des Viaduktes brachte. Mutig zu sein erfordert eine Stärke, von der Vetresca noch nicht weiß, ob sie sie besitzt. Immerhin kennt die Kadettin lediglich das Gefühl behütet- und auch klein geredet zu werden. Das ihre Entscheidung ihr den Tod bringen könnte, nimmt Vetresca liebend gern in Kauf dafür, dass sie so vielleicht zumindest zeitweilig die süßen Vorzüge ihres eigenen Willens genießen darf.Bis jetzt hat die junge Reiterin aus Aretia auch keinerlei Anlass gefunden, um ihre Entscheidung zu bereuen. Zwar kam sie das eine oder andere Mal bereits an eine körperliche Schmerzgrenze, was der bis dato fehlenden physischen Kraft und ihrem doch recht zierlichen Körper geschuldet ist, verbucht diese Erfahrungen aber dennoch als wertvoll. Was Vetresca an Kraft fehlt, gleicht sie dafür mit ihren enormen geistigen Fähigkeiten aus. Für ihr Alter nämlich scheint die Kadettin überdurchschnittlich intelligent zu sein und verfügt über ein Gedankenkonstrukt aus Rastern, Mustern und strategischer Kriegsführung, die seinesgleichen sucht. Entsprechend viele Entfaltungsmöglichkeiten stehen der Aretianerin in Basgiath zur Verfügung, von denen sie gewillt ist möglichst alle auszuprobieren. In welcher Funktion sie das College nach dem dritten Jahr abschließen möchte, hat Vetresca sich hingegen noch nicht überlegt und lässt viel mehr auf sich zukommen, was das Leben hier für sie bereithält.

Reiter
61 Jahre alt
"Auch die dunkelste Nacht wird vergehn und die Sonne sich erheben" lauteten die ersten Worte, die Ronas zusätzlich zu den obligatorischen Kosenamen für seine Eltern fehlerfrei sprechen- und verinnerlichen konnte. Ein Soleil, geboren um seinem Land zu dienen und seiner Familie weiterhin die Ehre zuteil werden zu lassen, die bereits Generationen vor ihm geerntet haben. Wenn man die Geschichtsbücher wälzt, so lässt sich leicht erkennen, dass bei jeder großen Schlacht und jedem Sieg auch stets eine goldene Sonne mit geschwungenen Strahlen auf weißem Grund zugegen war und den Erfolg maßgeblich sicherte. Das sein Name Gewicht hat und allein die Nennung desselben die Köpfe voller Ehrfurcht herumschnellen lassen, ist Ronas gewöhnt, ebenso wie die Erwartungen die damit einhergehen. Von einem Soleil wird nicht nur die Treue zum Regime und eine militärische Laufbahn erwartet, sondern auch ein gewisses Maß an Kampfgeschick und das Pflegen von Traditionen. All dies sind Dinge die Ronas verköpert, die er vermutlich sogar mit dem Blut durch seine Adern pumpt. Seit über drei Jahrzehnten agiert der Reiter nun in den Reihen des Militärs wo ihn Präzision und Geschick dorthin brachten, wo er heute steht; nämlich an die Spitze des Ostgeschwaders. Ein heikler Fleck auf der Landkarte, der noch regelmäßig und vor allem im Kampf gegen die immer währende Bedrohung für Navarre, für Nervenkitzel bei dem Soleil sorgt. Als Wissender darüber, was wirklich hinter den Grenzen lauert und Einlass in sein Land begehrt, verfügt er über eine gewisse Flexibilität seiner moralischen Grundsätze und hat dabei stetig das höhere Wohl im Sinn. Gleichzeitig versucht Ronas eine nahbare Komponente für die Soldat:innen seines Geschwaders zu bleiben, der etwaige Potentialträger nicht nur fördert, sondern auch fordert. Dabei bedient er sich gern unkonventioneller Methoden und verschließt sich auch nicht vor Neuerungen, sofern sie sich mit den hierachischen Zügen des Militärs vereinbaren lassen. Ronas selbst hat sich neben dem aktiven Einsatz im Kampfgebiet der Runenforschung verschrieben, dessen Ziel es ist Siegelkräfte in gängige Kriegswaffen zur Unterstüzung der Truppen zu verwandeln. Für Fehler gibt es keinen Spielraum im Leben des Soleil. Weder beruflich noch privat, weshalb er nicht nur größte Sorgfalt bei allem was er tut, walten lässt sondern diese Voraussetzung auch auf seine Kinder überträgt. Soleil. Ein Name den zu tragen man sich verdienen muss, der nicht nur Vermächtnis bedeutet, sondern auch mit einer Aufgabe einhergeht, die ein Leitsatz für das gesamte Leben darstellt.

Heilerin
23 Jahre alt
'Forged in the iron fires of Baridmeth' prangt der Leitspruch der Familie Astorne in prächtigen Lettern auf samtgrünen Grund, umgeben von einem flammend roten Ahorn dessen Stiel zu einem Schmiedehammer geformt ist. Es ist ein vertrauter Anblick, der nicht nur Stärke vermittelt, sondern auch Beständigkeit und ein Zugehörigkeitsgefühl unter der Bevölkerung von Elsum hervorruft, dass seinesgleichen sucht. Auch Nehelenia empfindet all dies, wenn sie das Wappen ihrer Familie zu Gesicht bekommt, dass bereits auf der Wolldecke zu finden war, in die man die Herzogintochter als Baby einwickelte um sie warm zu halten. Ein ständiger Begleiter im Leben, der für Nehelenia aber anders als für die einfache Bevölkerung Elsums auch mit einer gewissen Verpflichtung einhergeht. Das Herzogtum unterliegt bereits seit vielen Generationen ihrer Familie, mindestens genau so lange, wie das Haus Astorne loyal zur Krone steht und doch ist es insbesondere Nehelenias Generation, in der diese Verbundenheit nochmal deutlich wird. Mit einer Mutter gesegnet, die als Schwester des amtierenden Königs- und somit als Prinzessin geboren wurde, fließt in den Adern der aktuellen Baronin von Chakir das Blut einer direkten Nebenlinie. Ausschlaggebend war dieses Detail für die Verbindung ihrer Eltern jedoch nicht, erfolgte die Eheschließung doch aus tiefster Zuneigung und Liebe heraus, wenngleich es ein gern genommener Zusatz ist. Als Ergebnis dieser Verbindung entsprangen neben Nehelenia auch noch zwei weitere Geschwister dem Schoß der Herzogin, die eben jene Liebe und Zuneigung auch erfahren durften und anders als in adeligen Haushalten üblich, nicht von Gouvernanten aufgezogen wurden. Die Erinnerung an ihre Kindheit kann Nehelenia nur als glücklich bezeichnen, legten ihre Eltern doch stetig viel Wert darauf, dass eine gewisse Balance zwischen kindlicher Freiheit und der Verpflichtung gegenüber dem Land gefunden wurde. Dennoch erhielt sie ebenso wie ihre Geschwister und etwaige Cousins und Cousinen ihrer Generation eine allumfassende Ausbildung, in der die Bedürfnisse und der Wert der Provinz Elsum zentraler Mittelpunkt waren. Vielversprechend sollte Nehelenia, kurz Neha, sich in den ihr zugewiesenen Aufgaben erweisen und erfreute sich darüber hinaus auch bei der Bevölkerung einer gewissen Beliebtheit, so dass die Wahl bei der Ernennungs- und Feststellungszeremonie auf sie als zukünftige und damit nächste Herzogin von Elsum fiel. Ein Meilenstein der jedoch angesichts anderer tragischer Ereignisse schnell verblasste und auch heute kaum mehr eine Gefühlsregung in der jungen Heilkundigen auslöst. Denn urplötzlich sah sich Nehelenia damit konfrontiert, gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester die Provinz- und damit auch ihre Familie zu verlassen. In Luceras sollte sie die Möglichkeit bekommen, um ihre jüngst verstorbene Mutter zu trauern, die ein Opfer der sich immer weiter ausbreitenden Rebellion geworden war. Die Existenz am Ende der Welt war kalt und kahl und lehrte die angehende Herzogin viel darüber, wofür es sich zu Leben lohnt. So kehrte Nehelenia nach über einem Jahr im Exil nicht nur mit einer Stiefmutter, deren eheliche Verbindung zum eigenen Vater Bestandteil der Vereinbarung für ihren Aufenthalt war, zurück, sondern auch mit dem Wissen welchen Weg der Wehrpflicht sie einschlagen wollte, um jenen etwas zurpckgeben zu können die alles verloren hatten. Auf das Ende ihrer dreijährigen Ausbildung im Heilerquadranten blickt Nehelenia mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen rückt damit nicht nur ihre Initialisierungszeremonie als neue Herzogin der Provinz Elsum immer näher, sondern auch ein etwaiger Ehebund mit einem Adeligen, den Nehelenia zwar gut kennt aber an dessen Seite sie sich kein Leben vorstellen kann. Dennoch trägt sie ihr Schicksal mit Fassung, ist es doch ein vergleichsweise kleines Opfer für das, was die Bevölkerung im Kampf gegen die wahre Bedrohung alltäglich leistet, von der Nehelenia bis dato keine Kenntnis hat und die sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt schlicht hinter den Grenzen Navarres vermutet.

Reiter
38 Jahre alt
Salz und Leder lautet Cadeons Antwort auf die Frage, was ihm unweigerlich von seiner Geburtsstätte in Erinnerung geblieben ist. Einem kleinen Ort an der schönen Küste Morraines, wo er als einziger Sohn das Licht der Welt erblickte. Seine Eltern gehörten der gehobenen Mittelschicht an, verdienten ihren Lebensunterhalt mit der Fertigung von Fluglederuniformen, dessen Materialien sie sich mittels einer eigenen Kürschnerei selbst beschafften. Entsprechend spät hatten sie sich für Nachwuchs entschieden, bestimmte das Geschäft doch den größten Teil ihres Alltags und ihres Lebens und so war Cadeon schon relativ früh auf sich allein gestellt. Nicht das es den Jungen wirklich störte, verfügte er doch schon immer über eine recht blühende Fantasie, die ihn tagsüber wenn seine Eltern arbeiteten, beschäftigt hielt. Einer frühen Begegnung mit einem sehr realen Drachen ist es zu verdanken, dass Cadeon bereits als Kind wusste, welche Richtung er im Leben einschlagen wollte und zeitgleich prägte ihn die Nahtoderfahrung in einer Weise, die ihn die Bedeutung von leben in den folgenden Jahren noch ergründen ließen. Cadeon lebte, schnell und gut - irgendetwas in dieser Form von Genügsamkeit gab ihm die Grundlage dafür, am Einberufungstag nicht nur das Viadukt zu überleben und sogar einen Drachen zu binden - oder gebunden zu werden, immerhin hatte Mac ihn bereits bei der Präsentation erwählt - sondern auch, einen recht passablen Abschluss hinzulegen. frisch ausgelernt wurde er an die Ostfront versetzt, pendelte mit seiner Staffel regelmäßig zwischen den Außenposten entlang der Grenze zu Poromiel und sah sich so auch mit der wahren Bedrohung konfrontiert, die Navarre immer mehr in eine Ecke zu drängen schien. Sich fragend, ob seine verbleibende Zeit auf Amaris schöner Erde wirklich nur aus dem Kampf gegen das Dunkle bestehen soll, ließ Cadeon zu, dass seine ansonsten eher platonisch gepflegten Beziehungen zu etwas ernsthaftes führten und er sich selbst erstmalig mit der Sesshaftigkeit konfrontiert war. Die zarte Liebe die erblüht war, fand jedoch ein ebenso überraschendes Ende als seine Auserwählte einen gewaltsamen Tod finden sollte und Cadeon gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester als sein Mündel zurückließ. Malek verfluchend tat der Reiter alles in seiner Macht stehende, um dem Mädchen eine gute Ausbildung und bestmögliche Zukunft zu ermöglichen, auch wenn ihn die Schulden die er dadurch anhäufte, irgendwann das Genick brechen konnten. Nur mühsam schafft er es, den riesigen Berg abzutragen und sich so wieder der Freiheit anzunähern, die zu spüren er sich auch sehnlichst wünscht, wenn er nicht auf Macs Rücken sitzt und den Kopf in die Wolken strecken kann.

Reiter
79 Jahre alt
Geboren als Sohn eines einfachen Hausmädchens und eines Schusters, liegt die Kindheit Oberyns schon viele Jahrzehnte zurück und ist dennoch positiver Natur. Die Zeiten damals waren anders, einfacher im vielerlei Dingen, denn die Auswahl an Möglichkeiten waren begrenzt. Vor allem für Menschen mit einem Hintergrund, wie der Pensionär ihn hatte und sich eher zum einfachen Volk zählen durfte. Dinge zu erreichen bedeutete für Oberyn gleichzeitig, sie sich zu erarbeiten und oftmals eine eiserne Disziplin an den Tag zu legen, um überhaupt eine Chance auf einen unkonventionellen Lebensweg zu haben. Damals wie heute mussten junge Menschen ihre Wehrpflicht in einem der vier Quadranten ableisten, viele seiner Bekannte und Freunde wählten dabei die Infanterie, gehörten Lesen und Schreiben doch weniger zu der erhaltenen Erziehung und wurden für das befolgen einfacher Befehle nicht benötigt. Oberyn selbst hatte Glück, durch eine enge Freundschaft mit dem Sohn des örtlichen Buchhändlers und dessen Affinität für Wissen und Kultur lernte auch er diese „höheren“ Fähigkeiten und entschied sich an seinem Einberufungstag für den Reiterquadranten. Es fühlte sich richtig an, gut sogar und im Gegensatz zu seinem Kindheitsfreund, der Oberyns Vorliebe für schuppige Ungeheuer durch die Vielzahl an gelesenen Geschichten teilte, schaffte er es sogar über das Viadukt. Den markerschütternden Schrei, dass letzte Lebenszeichen eben jenes Freundes, wird der ehemalige Colonel wohl niemals ganz vergessen. Seine Wehrpflicht absolvierte Oberyn beinahe makellos, trug die üblichen Blessuren wie einen schiefen Nasenrücken durch das unzählige Brechen davon und wurde nach seinem Abschluss postwendend an einen der entlegensten Außenposten versetzt, über den ganz Navarre verfügte: Hallasen. Hier lernte er nicht nur wie wichtig das Prinzip des „Geben und Nehmen“ ist, vor allem dann wenn Konsümgüter entweder stark limitiert oder schlichtweg nicht vorhanden sind, sondern auch seine spätere Ehefrau kennen. Als Mitglied einer kleinen flüchtigen Gruppe aus Poromiel, die ihr Glück in Navarre probieren wollten, ließ er sie bei seiner Patrouille passieren, zeigte mehr Menschlichkeit in seinem kleinen Finger als andere Leutnants in ihren ganzen Leben und wurde von Amari mit einer wirklich langen und zumeist auch glücklichen Verbindung gesegnet. Ethelda war alles für Oberyn, von Freundin über Geliebte aber auch Unterstützung, Heimat und Kritikerin. Ob er es im Militär soweit gebracht hätte, wenn sie nicht an seiner Seite gewesen wäre, wagt der pensionierte Colonel zu bezweifeln und das Wissen darum, dass sie des Öfteren für eben jene Karriere zurückstecken musste, schmerzt den Pensionär heute mehr denn je. Auch trauert er über die verpassten Chancen mit seinem Sohn, den ein früher Tod ereilte und dessen letzte Worte im Streit getätigt wurden. Vielleicht liegt darin auch der unbedingte Wunsch Oberyns begründet, seine Enkeltochter näher kennen zu lernen, zu der er bisweilen lediglich sporadischen Briefkontakt hatte. Die Gründe dafür, seinem alten Leben in Navarre den Rücken zu kehren wogen schwer und so packte Oberyn die Gelegenheit, mit seiner verbleibenden Lebenszeit etwas sinnvolles anzufangen, beim Schopfe und machte sich auf den Weg in die Ödlande, um nicht nur der Heimat all seiner Lieben etwas zurückzugeben, sondern auch eine Chance auf das ihm als Reiter vorbestimmte Ende zu erhalten. Das dieses Unterfangen bereits in den Grenzgebieten hätte scheitern können, war ein kalkuliertes Risiko, dass der Pensionär nur zu gern auf sich nahm. Hätte man ihn frühzeitig gestellt, hätte er schlicht behauptet, dass er die Orietierung verloren- und auf die Instinkte seines Drachen vertraut habe, der die Führung dieses Fluges übernahm. Ob er damit ungeschoren davon gekommen wäre, konnte Oberyn nicht beurteilen, hätte es jedoch auf einen Versuch ankommen lassen. Glücklicherweise musste er sich aber keine Sorgen um die Passierung der Grenze zu Poromiel machen, passte er doch einen Gewitterzug ab, innerhalb dessen Wolken er nicht nur gut getarnt über die Grenze gelangte, sondern es seiner Siegelkraft sei Dank auch in einem annehmbaren Zeitfenster schaffte. Der weitere Weg in die Ödlande wiederum war schwieriger zu bewältigen, musste er sich nicht nur einer Verifizierung seiner Absichten durch das poromische Militär unterziehen, sondern auch seine Enkeltochter als seine Fürsprecherin miteinbeziehen. Als Fliegerin ist das Wort Icarus' durchaus etwas wert und solange sie an seiner Seite bleibt, werden sowohl Oberyn als auch sein Drache zumindest gedulded. Er ist Willens, dass in ihn gesetzte Vertrauen seiner Enkeltochter zurückzuzahlen und auch, ihr möglichst viel von seinem Wissen mit auf den Teil der Reise zu geben, den sie irgendwann zwangsläufig ohne ihn würde bestreiten müssen.

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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros