Statistiken13.10.2024 Registriert am 04.04.2025 Zuletzt online 01.04.2025 Letzter Beitrag 3 Inplayzitate 26 Inplay-Posts 12 Szenen insgesamt 91154 Geschriebene Zeichen 3506 Zeichendurchschnitt Auszeichnungen (5)Charaktere von Beere![]() Reiterin
20 Jahre alt
Geboren wurde Jynefar Valacan in ein sorgenfreies Leben. In weiter Verwandtschaft zum Herzog von Tyrrendor waren sie und ihre Familie in einer Position, die Wohlstand und geschenktes Ansehen mitbrachte, ohne dafür gleichzeitig besonders viele Pflichten und Aufmerksamkeit zu fordern. Schon ihre Mutter war bei ihren Großeltern so aufgewachsen. Jynn lernte Anstand und dass selbst der Himmel erreichbar ist - ganz egal, ob nun auf dem Rücken eines Drachen oder nur metaphorisch indem sie alles erreichen könnte, was sie nur wollte. Sie war ein neugieriges Kind und hochintelligent, ständig auf der Suche danach, ihren Geist auszulasten. In ihrem Heranwachsen stellte sich das schnell als die größte Herausforderung für die Eltern dar. Statt im Garten im Dreck zu spielen, wie es später ihr Geschwister tun würde, verfolgte Jynn wechselnd ihre Eltern und die Dienstboten und saugte Wissen auf wie ein Schwamm. Es war ein Leben voller Träume und ungetrübter Tage, aber auch ein sehr behütetes Leben mit reichlich idealistischen Vorstellungen. Zu denen gehörte auch ihr Traum, sowohl selbst erfolgreich zu sein und eine Karriere mit den Zahlen zu machen, die zu ihr sprachen und die sie so einfach zu arrangieren und optimieren fand, als auch eine gute Partie zu heiraten und am Ende mit beiden Möglichkeiten die Welt zu verbessern.
So ging es, bis sie ein Teenager wurde. Und während diese Lebensphase ihre ganz eigenen Probleme mit sich brachte, die Jynn sehr verunsicherten und mit denen sie nicht besonders gut zurecht kam, begann in dieser Zeit außerdem, der Idealismus ihrer Welt zusammenzubrechen. Jynefar wusste von Anfang an, was in Tyrrendor vor sich ging, erfuhr von den Veneni und dem Engagement ihrer Eltern. Denen war es wichtig, ihrer Tochter begreiflich zu machen, wofür sie in den Krieg zogen und was für Realitäten man sich stellen musste - selbst, wenn das Mädchen noch jung war und die Wahrheit schwer nahm. Dass die Rebellion so enden würde und Jynefars zweiter Lebensabschnitt ganz anders aussehen würde als der erste, ahnte sie hingegen noch nicht. Das Leben als Gezeichnete ist nun ein völlig anderes. Sie ist zerfressen von Schuldgefühlen, Hilflosigkeit und dem Durst ihres Geistes, der die letzten 5 Jahre einfach ignoriert wurde. Und weder gab es bislang dafür ein Ventil, noch Trost. Das einzige, was also blieb, war Resignation. Mit der Zeit breitete die sich weiter aus, fraß ihr Lächeln, fraß ihre Emotionen, fraß ihre Freude am Leben. Vorbei all die Pläne und niemand mehr da, den sie liebte. Die Eltern tot, viele weitere Verwandte ebenfalls tot, grausam hingerichtet oder im Krieg gestorben. An ihrem Arm dafür dunkle Linien auf weißer Haut, die sie so oft versucht hat wegzuwaschen, ja sogar zu schneiden, und die doch immer blieben oder wiederkamen. Nicht einmal die Brandwunden, die sie am Arm trägt, haben daran etwas geändert. Sind jetzt nur ein zusätzliches Zeichen, eine wahrhaftige Brandmarke dafür, in welcher Familie sie leben musste, welche Konflikte es dort gab und was passieren konnte, wenn diese eskalierten. Also war sie meistens mucksmäuschenstill und angepasst. Wie ein Schatten. Der nur noch manchmal davor träumte, wie es wäre, wieder Vertrauen in irgendetwas zu haben, an etwas zu glauben. Woran sie jedenfalls nicht glaubt, und womit der dritte Abschnitt ihres Lebens nun begonnen hat, ist den Quadrant der Reitenden zu überleben. Damit wäre das auch der kürzeste Abschnitt. Hier wollte Jynefar niemals hin. Die letzten Jahre hat sie diese Verpflichtung ganz gut verdrängt, auch, weil nichts in ihrer Realität damit zu tun hatte. Kein Reiter unter ihren Pflegeeltern, kein Training für sie. Als der Pflegebruder dorthin ging, war da eher Erleichterung, weil er weg war. Ihn wiederzusehen ein Problem nach dem Viadukt, was sie nie zu überqueren erwartet hatte. Als sie die ersten Schritte machte, wäre es gar nicht so schlimm gewesen, irgendwann zu fallen. Immerhin ein Abschied aus dem Leben, bei dem sich niemand groß etwas gedacht hätte. So ein Sturz hatte Normalität und wen gab es ohnehin noch, der um sie getrauert hätte? Aber dann war sie auf der anderen Seite, ehe sie es wirklich realisiert hatte. Hat es nicht geschafft, direkt zu springen. Hat es auch danach nicht geschafft, auf der Matte zu sterben. Vielleicht kommt noch der Drache, der es beendet. ![]() Reiter
24 Jahre alt
„Wer war das?!“ Amras natürlich. Niemand wundert sich. Amras ist immer eine gute Vermutung für einen Schuldigen. Aber weil er es nie bösartig meint und mit diesem charmanten Lächeln weg lächelt, kommt er immer irgendwie davon. Auch das amüsiert. Und manchmal ist es eben auch keine Schuld, sondern ein bisschen Ruhm. Für ihn selbst ist die Einordnung nicht so wichtig; wichtig ist, dass es Spaß gemacht hat, dass es eine gute Geschichte und Erinnerung wurde. Der junge Reiter geht das Leben und seine Ausbildung beherzt an und nicht immer ganz ernst. Genau deshalb hat er auch in seinem ersten Jahr keinen Drachen gebunden. Er hat irgendwie gedacht, Drachen sind wie Pferde und das war keine gute Idee - da kann er von Glück reden, dass er nicht abgefackelt wurde. Kein Wunder, dass er häufig unterschätzt wird, doch uneitel, wie er ist, sieht er darüber großzügig hinweg. In seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein weiß er, dass die Einsicht der anderen noch kommen wird.
Geboren und aufgewachsen als Sohn eines Stallmeisters, war es früher überhaupt kein Gedanke, jemals Drachenreiter zu werden. Sein Weg in diesen Fußstapfen war vorgezeichnet. Trotz der üblichen Jugendträume hat er nie wirklich gelernt, eigene Visionen und den Ehrgeiz dafür zu entwickeln. Dafür war in seiner Welt kein Platz und er hat sich arrangiert, war nicht unzufrieden. Dann stellte sich heraus, dass der Vater gar nicht der Vater war, die Zerstörung in Tyrrendor brachte seiner Familie finanzielle Probleme und da es ohnehin nicht mehr allzu lange bis zur Wehrpflicht dauern würde, beschloss Amras auf sein Glück zu vertrauen und das bekannte Heim zu verlassen. Bis selbst dann… Infanterie und am Ende doch wieder Pferde. Dass er bei den Drachen gelandet ist, war eine spontane Schnapsidee, die sich, wie viele andere vorher, mal wieder als gut herausgestellt hat. Wie es jedoch nach dem College weitergehen soll: Da hat er keine Ahnung. Egal. Das nächste unbekümmerte Grinsen. Das macht nichts. Das Leben wird sich finden und er hat noch ein Jahr Zeit. Wenn er nichts macht, wird das Militär ihn schon irgendwo stationieren. Gibt’s überhaupt eine Alternative dazu? Da hat er sich noch nicht drüber informiert. Im Hier und Jetzt zu leben und sich wenig um die Vergangenheit und Zukunft zu scheren, hat eindeutig seine Vorteile. Es ist viel einfacher, alles zu genießen. Sei es ein Faustkampf, sei es eine Nacht mit einer schönen Frau (so schön braucht sie gar nicht sein) oder ein Bier mit seinen Kumpels. Amras’ Netzwerk ist beeindruckend. Er ist jemand, der absolut überall jemanden kennt und auch überall schnell ins Gespräch kommt. Brauchst du etwas, suchst du etwas, fehlt es an der richtigen Adresse oder Verbindung? Dann ist er dein Mann und will auch nichts dafür haben. Doch es wäre falsch, den jungen Reiter nun auf oberflächliche Eigenschaften des Genusses und Leichtsinns zu reduzieren, denn in ihm schlummert ein Herz aus Gold. Er ist sehr feinfühlig gegenüber seinen Mitmenschen und bekommt eine ganze Menge Zwischentöne mit. Dabei hat er eindeutig einen erhellenden, pflegenden und stabilisierenden Einfluss auf seine Staffel. Amras macht sich Gedanken um andere, kümmert sich und kann zwar nachvollziehen, dass etwas Ansporn in einer Militärakademie sinnvoll ist, tut sich aber schwer mit all dem Hass, der Konkurrenz und den ständigen Todesfällen; insbesondere natürlich, wenn er die Gefallenen kannte und mochte. Trotz all dieser Offenherzigkeit und Offensive macht er seine eigenen Gefühle häufig allein mit sich aus, wenns denn doch recht persönliche sind. Hinter dem unwiderstehlichen zur-Hölle-damit-Lächeln verbirgt sich, wie ernst und schwer er manches doch nimmt. Wenn er großspurig verkündet, das Leben zu nehmen, wie es kommt, versteckt er damit, wie planlos und verloren er eigentlich ist. Stallknecht kann er jetzt nicht mehr werden; stattdessen Drachenreiter. Fertig. Aber was das bedeutet und was man da tun kann… Wie ein solches Leben über den reinen Dienst hinaus aussehen kann, kann er sich noch nicht vorstellen. Sicher wird Amras auch ein guter Soldat, der nicht alles hinterfragt und lange mit wenig zufrieden ist. Doch wenn einem plötzlich der Himmel gehört, öffnet sich der Horizont und es könnte mehr geben. Bislang ist es nur noch etwas neues und trügerisches, sich größere Wünsche zu erlauben. ![]() Reiter
34 Jahre alt
Solstice Soleil markiert in seiner Familie die Wende, ab der die Tage dunkler werden. Und genauso wie bei seiner gesamten Familie, ist das auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Im Gegenteil, man begegnet einem charmanten, gewitzten jungen Mann, der sehr gut darin ist, auf sein Gegenüber einzugehen und es dabei nach Strich und Faden einzuwickeln. Es fällt ihm leicht, mit Leuten umzugehen und ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Selbst dann, wenn er dabei die düstersten Pläne und die schlechteste Meinung für diese Person hegt. Menschen lesen und manipulieren konnte er immer schon gut und hat große Freude daran. Die Siege des Geistes sind seine liebsten und auch die stummen, unbemerkten, füttern sein Ego.
Es stammt aus einer Zeit, als er mehr Mittel kaum hatte. Solstice ist in einem brutalen Elternhaus aufgewachsen, was sichtbar alles dem Erfolg und der militärischen Leistung unterordnete und unsichtbar darüber hinaus mit harter Hand und psychischer Gewalt die Kinder nach den eigenen Ideen formte, ohne Rücksicht auf eigene Naturen und Wünsche. Wie es seine Haarfarbe versprach, hatte er ein goldener, strahlender Mann zu werden ohne Platz für Sentimentalitäten, denen er eigentlich viel hätte abgewinnen können. Sein Vater kennt nichts außer die gerade, loyale Linie und prügelte den Sohn als Wahrsager schon früh vermeintlich dahin, nichts als die Wahrheit und und Ideologie des Staates zu verehren, während seine Mutter mit eisigem Lächeln und winzigen, kaum merklichen Spitzen ihrer Wahnsinnsinduktion etwas subtiler dafür sorgte, dass der Sprössling sich perfekte Manieren zu eigen machte. All das selbstverständlich nur zum besten ihrer Kinder und zur Stärkung der Familie und des Reiches. Aus Angst vor den Eltern wurde Hass. Aus einem Hang zur Lüge wurde die Fähigkeit, die Wahrheit in der Wahrheit umzudrehen. Heute setzt Solstice sich selbst und seinen Schutz an erste Stelle, genießt seinen Ehrgeiz und seine Kompromisslosigkeit, hat verlernt, sich selbst zu hinterfragen und badet in seiner sadistischen Seite, die ihm Sicherheit, Macht und Vergnügen bringt. Eigenbestimmung, Selbstentfaltung, Kreativität waren lange Fremdworte für ihn. Dabei strebt er danach und empfindet Freude daran. Er erschafft viel lieber Dinge, als blind zu dienen. Die Tagträume seiner Jugend haben überlebt, aber sie sind giftig geworden. Und das Maß an Kontrolle, welches er anstrebt, ist minimal ungesund. Derer solange beraubt, will er jetzt davon so viel wie möglich. Limit ist nichts, was es in seinem Wortschatz gibt, genauso wenig wie Grenzen durch Moral oder Anstand. Er will nichts weniger als die gesamte Welt gestalten und beherrschen. Damit würden sich dann auch endlich sämtliche Probleme und Ängste lösen. Es ist einfacher für ihn, dabei pauschal von den Problemen und Ängsten der Welt zu sprechen, anstatt konkret von seinen eigenen. Überdies gibt er sich damit einen Anstrich von Mitgefühl und Güte, in dem er sich sehr gefällt. Als Narzisst möchte Solstice nämlich sehr wohl die einzig wahre Sonne sein. In Navarre spricht man seit gut vier Jahren allerdings nicht mehr gefällig über ihn, denn seitdem ist Solstice offiziell nach Poromiel desertiert und hat alles verraten, was er zuvor scheinbar noch unterstützte. Nur wenig wissen, dass die offizielle Jagd die höchstgeheime Spionagetätigkeit schützt, die ihn gezielt über die Grenze schickte. Sein Auftrag ist es, alles an Informationen über den Feind zu sammeln und zu kommunizieren. Was Solstice auch tut, wo es aber nicht endet. Denn ja, er ist ein Verräter und schickt genauso jede Information über Navarre an Poromiel. Zumindest alles, was beidseitig durch seinen sehr persönlichen Filter fließt und seiner Rolle und seinen Zielen dient. Fehlt nur noch, dass er auch beide Länder an die Veneni verkaufen kann und anders herum… Es ist seine persönliche Rache ebenso wie seine persönliche Agenda und größte Freude. Auf den Veneni liegt sein ganz persönliches Augenmerk. Nicht nur, weil die jede seiner Ambitionen stören könnten, sondern weil er in ihnen auch den Schlüssel zum Erfolg sieht. Macht über die Veneni wäre Macht über den Kontinent. Ein Ende des Kriegs, ein perfekter Friede unter seiner Gnade. Gut also, dass er an der poromischen Front steht und Kontakt zu diesen Wesen hat. Schlecht, dass seine Forschungen bislang wenig Erfolge und Fortschritte eingebracht haben. Immerhin beginnt die harte Arbeit der letzten Jahre nun endlich Früchte zu tragen, denn mittlerweile hat Solstice sich in der Ferne einen Ruf und so etwas wie Vertrauen erarbeitet - was nicht so einfach ist, wenn man offensichtlich bereit ist, sein Vaterland zu verraten. Man beginnt im Konflikt mit Navarre seinen politischen und militärischen Rat zu suchen. Es hilft, mit den Menschen vor Ort zu bluten und zu lachen. Es macht sogar Spaß. Er liebt es herauszukehren, wie gefährlich die Front ist und wozu man ihn da nötigt und sich gleichzeitig darin zu suhlen, dort die Gewalt aus seinem Inneren nach außen kehren zu können. Und man muss anerkennen, dass er sich um Poromiel verdient gemacht, tagtäglich sein Leben riskiert, Wyvern und Veneni getötet hat. Seit zwei Jahren außerdem weitere Geheimnisse und Einblicke preisgibt, indem er an der Cliffsbane den Nachwuchs darin unterrichtet, wie man gegen Drachen besteht und damit seine früheren Brüder und Schwestern umbringt. All das ist für Solstice sehr viel einfacher, weil er sich einen Dreck um den Preis schert. Und den (un)regelmäßigen Überprüfungen und Anfeindungen gegen ihn mit einem Lächeln und einer magischen Illusion in den Köpfen begegnet, die gekonnt verschleiert, was er nicht zeigen möchte. Er hat ein perfektes zweites Bild von sich erschaffen, was so gut ist, dass er es selbst in mancher Hinsicht zu glauben beginnt. |