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the empyrean
Es braucht nur eine einzige verzweifelte Generation, um die Geschichte zu verändern.
— Rebecca Yarros, Flammengeküsst

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„Du wirst es nicht schaffen“, meine Worte kaum mehr als ein Flüstern, ist bittere Erkenntnis, die mich erfüllt, kann die Wahrheit nicht länger ignorieren. Lira wird sterben und ich kann nichts dagegen tun.
‐ Veena Crane

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vom 06.12.2024
vom 06.12.2024
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vom 24.12.2024
vom 01.01.2025
vom 10.03.2025
vom 01.04.2025

Charaktere von Kathie


Reiterin
34 Jahre alt
Was du hier machst, weißt du selbst nicht so genau. Bist gefangen zwischen schroffen Bergen, steilen Klippen, die Esben Mountains, so vertraut und fremd zugleich, befindest dich auf der falschen Seite - Poromiel, das Land eurer Feinde. Schläfst in ihren Betten, isst an ihrem Tisch, oh Götter, bist ihnen so nah, dass du nur einen Dolch bräuchtest, um ihre Seelen an Malek zu übergeben. Deine Siegelkraft fühlt sich außerhalb des Schutzzaubers anders an, roher, wilder, spürst die Ungezähmtheit deines Drachens, hast das Verlangen, sie alle zu töten, das ist, was man euch beibringt, wofür du lebst, atmest. Greife und Flieger, eure Feinde, jetzt liegt es an dir, ist der Befehl eures ersten Offiziers, sie nicht anzurühren, keine Gewalt, kein Tod. Hast ihn noch nie in Frage gestellt, Befehle hingenommen, wie es von euch verlangt wird, Navarre treu ergeben, aber das hier ist die falsche Seite des Kontinents, das fühlt sich alles nicht richtig an.

Ist die Isolation, in die sie euch stecken, die zuerst ein ungutes Gefühl in dir erwachen lässt. Bist nicht nur getrennt von den Mitgliedern deiner Staffel, nein, auch von Gormáir halten sie dich fern. Hörst in toben, spürst sein Verlangen, ganz Samra niederzubrennen, aber bist du, die ihn beruhigt, zurückhält, mit leiser Stimme zu ihm spricht, es wird eine Erklärung geben. Und es gibt sie, irgendwie, ist nicht das, was du erwartest – Zeit, um Fragen zu stellen, bleibt nicht. Für das, was ihr gesehen habt, könnten sie euch umbringen, betont dein erster Offizier mit fester Stimme, lässt keine Zweifel zu, keinen Widerspruch. Vielleicht wollen sie es vertuschen und wir, wir sind eine Gefahr, wissen zu viel, haben sie gesehen, Veneni und Wyvern. Ist ein kalter Schauer, der dir bei dem Gedanken an die roten Augen über den Rücken jagt, kannst den Anblick nicht vergessen, ganz gleich wie sehr du dich auch bemühst. Hast Befehle nie in Frage gestellt, deinem Land treu gedient, verstehst nicht, warum du eine Gefahr für sie darstellen könntest, aber Gormáir tobt in deinem Inneren, da ist so viel Chaos, so wenig Zeit, kannst nicht denken und begehst einen großen Fehler.

Der Mond steht hoch am Himmel, als ihr flieht. Euer erster Offizier, einige andere Reiter, du. Vielleicht ist es die Angst vor dem Tod, die dich packt; Gormáirs Wut, die dich keinen klaren Gedanken fassen lässt; die Schrecken vergangener, schlafloser Nächte. Du schließt dich ihnen an, den Deserteuren, fliegst mit ihnen über die Gipfel der Esben Mountains, lässt Navarre hinter dir, immer weiter, weiter, weiter. Poromiel, das ist euer Ziel, könnt nicht mehr zurück in eure Heimat, jetzt nicht mehr, denn dort lauert der Tod, unausweichlich, für jeden Reiter, der gegen den Kodex verstößt, der desertiert. Deine Gedanken, wie von Nebel umschlossen, aber es ist nicht richtig. Alles fühlt sich falsch an, außerhalb des Schutzzaubers, als wäre ein Teil deines Inneren verschoben worden. Und jetzt?, willst du fragen und sprichst es doch nicht laut aus, bist schon immer Teil der Maschinerie gewesen, nicht hinterfragen, annehmen. Was jetzt?

Sind Zweifel, die sich in dir ausbreiten, sich festsetzen, dich nicht schlafen lassen und dir den Appetit verderben. Fassungslosigkeit in den Gesichtern aller – kämpft ihr gegen den falschen Feind? Liest die Fragen in ihren Augen, siehst es ihnen an, haben sie euch belogen; wissen sie von den dunklen Geschöpfen; wissen sie nicht von ihnen; wie kann man gegen sie kämpfen; wie töten; verbünden wir uns mit Poromiel; aber sind sie nicht auch der Feind - Was jetzt? Zurück, das ist der Gedanke, an dem du dich festhältst, der dich atmen lässt. Du musst zurück nach Navarre, in deine Heimat, da, wo du hingehörst. Weißt zu wenig, über das, was geschehen ist, über Veneni und Wyvern, hast zum ersten Mal das Bedürfnis, eigene Entscheidungen zu treffen, Befehle zu hinterfragen. Gormáirs Herzschlag pulsiert in deinem Inneren, wild und unbeugsam, teilt deine Unruhe – eure Verbindung, das ist alles, was zählt.

Ist mitten in der Nacht, als du erneut fliehst. Steigst auf dem Rücken deines Drachens hinauf in den Himmel, lässt den Wind am Flugleder, deinen Haaren reißen, ist Freiheit, die euch umgibt. Weißt nicht, wieviel Zeit vergangen ist, seid ihr den Schutzzauber durchbrochen habt, um die Grenze zu Poromiel zu überqueren, zu viele Tage, die Unsicherheit in dir auslösen, deinen Entschluss zum Wanken bringen. Zurück, das ist dein Ziel und dann – so viele Fragen, die du nicht fassen kannst, nur eine, die bleibt - Was jetzt?

Reiter
36 Jahre alt
Gibt Tage, an denen er selbst nicht so genau weiß, wie er hierhergekommen ist. Sitzt im Revolutionsrat in Aretia, die Füße auf dem Tisch übereinandergeschlagen, Augen rollend, wann immer von Ehre und Ungerechtigkeit gesprochen wird. Ist ein Rebell unter den Rebellen, zu laut, zu aufdringlich, beharrt mit einer solchen Intensität auf der eigene Meinung, dass es kaum möglich scheint, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Lark fehlt es an Ehrgeiz, an Geduld, ist kein guter Stratege, wurde weder mit großem Wissen noch der Fähigkeit, über Runen zu gebieten, gesegnet und doch nimmt er geradezu selbstverständlich seinen Platz im Rat ein. Ist nicht bei jeder Sitzung anwesend, verspürt vielleicht nicht die gleiche inbrünstige Hingabe wie alle anderen, und doch, hinter dem schiefen Lächeln und dem Achselzucken, wann immer man ihn nach seinen Gründen fragt, liegt eine Antwort, die niemand zu erwarten scheint.

Es sind die Jahre im Dreck, die ihn am Meisten prägen. Ist erst elf, als seine Mutter nach langer Krankheit stirbt, er sich allein durchschlagen muss und lernt, mit den Schatten zu verschmelzen, sich unauffällig zu verhalten. Er bettelt, stiehlt, schlüpft in fremde Rollen, um zu lügen und zu betrügen. Und er ist gut darin, anderen etwas vorzumachen, sein wahres Ich hinter einer Fassade zu verstecken. Sind nicht die Drachen, die ihn in schließlich in den Reiter-Quadranten locken, nicht die Aussicht darauf, ein Held zu werden, Gutes zu vollbringen, Navarre zu beschützen, nein, ganz pragmatisch ist es die bessere Bezahlung, mehr Freiheit, als man ihm in der Infanterie bieten würde. Die Aufnahmeprüfung besteht er knapp, kann nicht besonders gut lesen, hat Schwierigkeiten mit Mathe, aber dann schafft er es über den Viadukt, überlebt das Dreschen, wird gebunden und schließt das Basgiath War College nach drei Jahren ab. Er lebt und vielleicht hat das nicht einmal er erwartet.

Auf Vrit zu fliegen, das ist die Freiheit, die er sich wünscht. Eckt nach seiner Ausbildung deshalb auch mehr als nur einmal an, nimmt nicht gerne Befehle entgegen und lange an einem Ort hält er es auch nicht aus. Mauern engen ihn ein, strebt nach der weite des Himmels, nach schmalen Gassen, in denen er sich verstecken kann, untergeht, sein eigener Herr ist. Die Vorhut ist es, die sein Herz höherschlagen lässt, wenn er mit Vrit vorausfliegt, sichtet, sich in unbekannte Gefahren stürzt, riskante Flugmanöver absolviert, die Adrenalin in seinem Körper freisetzt. Sein Drache ist es, die ihn wieder zur Vernunft bringt, wenn er sich auf der Suche nach Gefahr verirrt, die ihn zum Nachdenken auffordert, erst denken, dann handeln, denn das, was sie tun, wenn sie ihren Heimaturlaub antreten oder eine Sonderfreistellung beantragen, ist so viel größer als sie selbst.

Und so scheint es wenig verwunderlich, dass auch im Rat, dann, wenn er wieder einmal gegen alle Sitten zu verstoßen scheint, mit der Stirn gerunzelt wird und die Frage im Raum steht, warum bei den Göttern, Lark Fahey einen Platz unter ihnen hat. Seine Fähigkeiten zu improvisieren, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Rolle zu übernehmen, um Informationen zu beschaffen, zu intrigieren, kommt nur bei einem gezielten Blick zum Vorschein, erhält wohl nicht die Wertschätzung, die sie verdienen.

Reiterin
22 Jahre alt
I. In Calldyr steht ein Haus mit sieben Zimmern. Ist groß und prächtig, zieht Blicke auf sich, ist kalt und einsam im Inneren. Manchmal hallt ihr helles Lachen durch die Flure, dann stimmst du ein, ihr rennt und kämpft und du liegst oben, bist älter, stärker, grinst, aber ist nicht schlimm, weil sie Bemerkenswertes vollbringen wird, auch wenn’s ein anderer Weg ist als deiner. Dad verlangt nach Ruhe, tut er immer, ist Leutnant General und das nicht nur in der Luft. Auch euch führt er mit strenger Hand, erwartet Disziplin und Gehorsam, überprüft regelmäßig deinen Trainingsfortschritt, weil du seine Älteste bist, die, die dazu verdammt wurde, die Familienehre aufrechtzuerhalten.

II. Träumst schon immer von einem eigenen Drachen. Davon, dass sich die Wolken teilen, die Menschen ehrfürchtig zu euch hinauf in den Himmel starren. Heute bist du dir gar nicht mehr sicher, ob’s jemals dein eigener Traum war. Trainierst seit du klein bist für diesen einen Tag, dafür, den Viadukt lebend zu überqueren, den Gaulent und die Präsentation zu überstehen, beim Dreschen gebunden zu werden. Jeden einzelnen Tag. Bist schnell und wendig, strahlst Ruhe und Gelassenheit aus, wenn du den Bogen anlegst, die Sehne spannst und schießt. Kannst mit einem Dolch umgehen, nur das Langschwert liegt zu schwer in der Hand, noch ein bisschen mehr, wenn Dad mit ernstem Blick zusieht und du unter den blauen Augen kleiner, immer kleiner, wirst. Weißt, was von dir erwartet wird, seit du das Licht der Welt erblickt hast und auch, dass du ihn nicht enttäuschen wirst.

III. Tyrrendor steht in Flammen. Und weil du glaubst, was man in ganz Navarre berichtet, was Dad in seinen seltenen Briefen schreibt, nie auch nur daran denkst, zu zweifeln, bist du froh, als die Rebellion endlich niedergeschlagen wird. Denkst nur kurz an deine Schwester, zuckst dann aber mit den Schultern, weil sich’s für dich nicht wie eine Strafe anfühlt, Teil des Reiterquadranten zu werden und die Brandmarkung besser als der Tod ist. Aber dann steht er vor eurer Tür, zieht in eins der leeren Zimmer, sieht dabei so verloren und trotzdem voller Tatendrang aus, dass du dich beeilst, den Funken Mitleid zu beherrschen, der in dir aufzusteigen droht. Ihr trainiert nicht zusammen, obwohl’s so naheliegend ist, geht euch aus dem Weg, lebt nebeneinanderher und sitzt euch doch beim Abendessen gegenüber. Ist seine Strafe, nun bei euch zu leben, aber manchmal, da fühlt sich’s so an, als wäre es auch eure. Kannst nicht ahnen, wie sehr dir sein schiefes Lächeln ans Herz wachsen wird, dass du bald dein Leben für seins geben würdest, er dein bester Freund und Bruder wird.

IV. Bist zu laut, zu entschlossen, immer mit dem Kopf durch die Wand, gibst Widerworte, bildest dir zu viel auf deine adelige Herkunft ein, auch wenn’s dabei vielmehr um den eigenen Stolz geht. Eigenschaften, die Dad als schlecht bewertet, als störend in der strengen militärischen Hierarchie. Du schaffst, was du dir vornimmst, überlebst das erste Jahr am Basgiath War College und dann steht sie vor dir und du neigst respektvoll den Kopf, weißt, dass sie deine Angst riechen wird und schluckst sie hinunter. Sie ist wunderschön und ihre Stimme ist nicht deine, fühlt sich aber fast genauso vertraut an. Das erste Mal, als ihr gemeinsam in den Himmel steigt, wirst du nie vergessen. Glücksgefühle, die durch deinen Körper jagen, unbändiger Stolz, Entschlossenheit, Triumph, Mut – fühlst alles auf einmal und irgendwie auch nichts. Nur Bris und du.

V. Punktest nicht mit herausragendem strategischem Denken oder körperlicher Kraft, aber bist gut darin, Menschen einzuschätzen und die Luftmanöver, die Bris und du ausführen, nagen für deinen Ausbildungsstand beinah an Perfektion. Hast noch immer den Bogen, den du in deinem kleinen Rucksack über den Viadukt getragen hast, an deiner Seite, dazu eine hübsche Auswahl an Dolchen, die dir gut in der Hand liegen. Auf der Matte verlierst du nicht mehr oft. Windest dich unter Fausthieben und Tritten hindurch, bist zu schnell für deine Gegner und manchmal zu kopflos für dich selbst. Es ist dein zweites Jahr am College und dir wird die Ehre zu teil, als Staffelführerin der 1. Staffel im Flammenschwarm des 3. Geschwaders ernannt zu werden. Der erste Brief, den du nach Hause schreibst und der sich nicht an deine Schwester richtet. Stellst dir gern Dads stolzes Lächeln vor, Mum, die anerkennend nickt, weil du mit Leistungen trumpfst, die deiner Familie Ehren machen werden. Bis deine Siegelkraft erwacht und du stolperst.

VI. Fliegen, das ist berauschende Freiheit. Wenn du mit Bris durch die Wolken tauchst, ihre Schuppen im Sonnenlicht bernsteinfarben glühen, starke Schwingen, die den Wind teilen, ist nichts anderes von Bedeutung. Fühlst dich ganz leicht und unbeschwert, Teil von etwas Großem. Vergisst alle Angst, jeden Zweifel, die Sorgen, bist frei von der Verantwortung, die auf deinen Schultern lastet – kannst verdammt nochmal atmen. Da gibt’s nur euch, Bris und dich, ihre kühlen Schuppen unter deinen Fingern, keine Erinnerungen, Bilder, Emotionen, die deinen Blick trüben. Berührungen, die du freiwillig gibst, die nichts nehmen, sanft und bedächtig, liebevoll und anerkennend. Hier oben, da bist du nicht allein.

Diplomat
47 Jahre alt

Familie - Eine Einheit, das ist, was deine Eltern predigen, nicht müde werden zu wiederholen - Zusammenhalt, Stärke, Tradition. Werte, die dir förmlich in die Wiege gelegt werden und an denen du dich selbst heute, so viele Jahre später, noch immer orientierst. Zeigst dich mit einem warmen Lächeln, voller Tatendrang, mutig, entschlossen, unerbittlich, hältst die Fassade des Herzogs aufrecht, koste es, was es wolle. Hinter geschlossenen Türen scheinst du dagegen viel zu selten dein eigenes Temperament kontrollieren zu können, wirkst oft fahrig, impulsiv und Widerspruch, den duldest du nicht. Willst die Fäden selbst in der Hand halten, Kontrolle ausüben, kannst anderen keine Entscheidungen überlassen, nicht einmal deiner Familie.

Fühlst dich vielleicht genau deshalb manchmal von ihnen entfremdet, kannst nicht zu deinen Kindern durchdringen, erziehst sie mit Härte, anstatt mit unerschöpflicher Liebe. Deinen Sohn, den Thronerben; deine Tochter, ein Wirbelsturm, die dir genauso viel Kopfzerbrechen bereitet wie deine jüngste Schwester. Ist so viel, dass irgendwann auch auf ihren Schultern lasten wird, die Verantwortung für ein ganzes Volk, für Calldyr, willst sie darauf vorbereiten und schießt damit doch nicht selten über das eigentliche Ziel hinaus. Hast dir immer vorgenommen, es selbst besser zu machen, anders, würdest ganze Städte für sie vernichten, aber bedingungslos, das ist deine Liebe nicht. Ohnehin ist es dieses Gefühl, das in dir nur selten die Oberhand gewinnt, dich manchmal ratlos zurücklässt und dich daran zweifeln lässt, ob du überhaupt dazu fähig bist, Liebe zu empfinden. Für deine Familie, deine Kinder, aber darüber hinaus?

Pflicht - Hast noch nie geliebt, nicht richtig. Deine erste Ehe arrangiert, gleich nach dem Abschluss in Basgiath, so wie es sich für den Thronerben von Calldyr gehört. Hast sie gemocht, die Mutter deiner Kinder, Zuneigung verspürt, aber Liebe, weißt bis heute nicht, ob es das war, was du für sie empfandest, selbst als du dich noch Jahre nach ihrem Tod einer weiteren Ehe verweigertest. Jetzt ist da eine neue Frau an deiner Seite, die Herzogin, wie du sie nennst, mit einem schmalen, leicht spöttischen Lächeln, schimpfst sie Hexe in deinen Gedanken, Asterin Caelithis, an die dein Schwur dich bindet. Verabscheust sie mit einer Intensität, die ihresgleichen sucht und hältst sie doch fest in deinem Arm, wann immer ihr euch gemeinsam der Öffentlichkeit präsentierst. Ist, als hättest du dem Feind Tür und Tor geöffnet, jedes eurer seltenen Gespräche ein stetiger Kampf um die Oberhand.

Der Schwur bindet dich an sie, aber auch die Pflicht. Liegt in deiner Verantwortung, das Richtige zu tun, Verbündete zu gewinnen, Allianzen zu schmieden – selbst wenn dein eigenes Wohl dabei auf der Strecke bleibt. Weißt, was der Titel mit sich bringt, hast dich nie davor gesträubt, nicht einmal in jungen Jahren, als der Rang noch deinem Vater gehörte, hast immer alles getan, um ihn zufriedenzustellen, deine Pflicht zu erfüllen. Die Thronfolge gesichert, eine Frau geheiratet, an der dir nichts liegt, vielleicht ist es also deine ganz eigene Form der Rebellion, das, was du für dich selbst tust, wenn du jeden Abend, in aller Stille, Kräuter zu dir nimmst, die eine Schwangerschaft verhindern. Hältst deinen Sohn für eine gute Wahl, willst ihn als deinen Nachfolger, nicht ein gemeinsames Kind mit deiner Ehefrau. Kannst sie nicht einschätzen, traust ihr nicht über den Weg und vielleicht fragst du dich in manchen stillen Momenten, ob sie nicht längst ihre eigenen Pläne schmiedet, um dich aus dem Weg zu räumen, um nach der Macht zu greifen, ihr Kind auf den Thron von Calldyr zu setzen.

Ehre - Dein eigener Stolz scheint schon immer dein Schwachpunkt zu sein. Reagierst empfindlich auf Kritik, hörst sie dir nur von deinen engsten Berater:innen an und selbst bei ihnen fällt es dir schwer, zu akzeptieren, wenn sie dir vorhalten, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Hast hohe Moralvorstellungen und doch fühlen auch sie sich immer mehr wie eine Bürde an. Krieg, der an den Grenzen Navarres wütet; gefährliche Wahrheiten, die du deinem Volk vorenthältst; eine Bedrohung, vor der du nicht alle schützen können wirst. Jeder Kompromiss, jede politische Entscheidung, nagt an dir, hinterlässt Risse in einer Fassade, die du in allen den Jahren so sorgfältig errichtet hast, lässt Zweifel zu, Unsicherheiten. Darfst nicht straucheln, musst Stärke verkörpern, für euer aller Wohl, hältst dich an ihr fest, an der Moral, weil diesen Vorstellungen fest, weil sie alles sind, was dich noch von denen unterscheidet, die ihre Ehre und ihren Stolz längst für die Macht geopfert haben.


Fliegerin
51 Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(

Reiterin
20 Jahre alt
Bin vier, als ich beschließ‘, Drachenreiterin zu werden. Sag’s mit einer solchen Überzeugung, dass Dad mir mit einem warmen Lächeln über’s Haar streicht. Er sitzt auf meiner Bettkante, erzählt mir meine liebste Geschichte über die Heldentaten einer Drachenreiterin, schon zum achten Mal, weil ich einfach nicht genug davon bekommen kann. Mom ist nicht da, ist sie nie, also ist es Dad, der mir einen Kuss auf die Stirn gibt, mich zudeckt und allein zurücklässt. Ich träum‘ von der Heldin aus meiner Geschichte, wieder und wieder, aber dieses Mal hat sie mein Gesicht, meine Augen, meine Hände, die sich an den Drachenschuppen festkrallen, flieg‘ hoch oben zwischen den Wolken.

Bin sieben, als ich meinen ersten Dolch bekomm‘. Dad ist ein bisschen nervös, mahnt mich zur Vorsicht und kurz hab‘ ich Angst, er könnt‘ mir mein Geschenk wieder wegnehmen, aber das tut er nicht. Blick‘ ehrfürchtig auf den glänzenden Stahl, streich‘ mit meinen Fingern behutsam über den Griff und dann lächle‘ ich so breit wie ich kann. Nachtklinge nenn‘ ich ihn, den Namen hab‘ ich schon mal irgendwo gehört. Weiß, dass man eigentlich nur Schwertern einen richtigen Namen gibt, aber das hier ist ein besonderer Moment, einer von vielen, die ich nie vergessen werde und irgendwie ist der Dolch ja auch sowas wie mein erstes Schwert. Am Abend nimmt Dad mir ihn weg, schüttelt den Kopf über so viel Starrsinn, weil ich protestiere, mich doch auch nachts schützen muss, die Gefahr nicht schläft, aber das versteht er nicht und ich verlier‘.

Bin elf, als ich ihn das erste Mal seh‘. Weiß nicht, ob es wirklich das erste Mal ist, aber jetzt nehme ich ihn war, weil er so dicht hinter Mom steht und sie nicht aus den Augen lässt. Er ist groß, breit gebaut, jagt mir Angst ein, obwohl ich sie nicht haben bräuchte. Er ist mehr, das begreife ich irgendwie, kann’s nur noch nicht richtig fassen, bin zu jung, um es ganz zu verstehen. Ist eine Mischung aus Abneigung und Faszination, die ich spür‘, bin gespannt auf die Geschichten, die er mit Sicherheit zu erzählen hat und doch gefällt mir der Blick nicht, mit dem er Mom ansieht. Sind Jahre, die vergehen, bis ich es begreife und es gleichzeitig nicht will. Gibt viele Arten von Familien, erinnere mich an die Worte meiner Eltern, ihr behutsames Vortasten, Gespräche über Vertrauen und Respekt, Liebe und Wertschätzung, will nicht hören, was sie mir zu sagen haben, weil’s mir verdammt große Angst macht. Und dann frag‘ ich mich, ob er der Grund ist, denn es ist so viel einfacher, ihm die Schuld zu geben, als sie bei ihr zu suchen.

Bin dreizehn, als sie mich das erste Mal mit ihnen trainieren lässt. Hab‘ sie hier schon öfter besucht, aber jetzt, da ist alles anders. Das erste Training läuft miserable, lass‘ mich viel zu leicht ablenken, spür‘ ihre Augen auf mir und das macht mich nervös. Kann kaum zählen, wie oft mir der Dolch, den ich sonst so geschickt in den Händen balanciere, zu Boden fällt, stolper‘ über meine eigenen Füße und treff‘ bei der Frage, wann ich endlich ein echtes Schwert bekomme, nur auf breites Grinsen. Ist das Gefühl zu versagen, das an mir nagt, schwör‘ bei den Göttern, mich beim nächsten Mal besser anzustellen und halte mein Versprechen. Wenn sie nicht da ist, bin ich konzentrierter, mutiger, schnell und wendig, so von Ehrgeiz zerfressen, dass ich beinah darum bettle, richtig gegen mich zu kämpfen, obwohl das natürlich niemand tut. Ich folg‘ den Befehlen, die man mir gibt, ohne sie zu hinterfragen, räum‘ auf, putz‘ Klingen, mach‘ alles, damit ich hierbleiben darf, weil’s für mich kaum eine größere Faszination gibt, als das Leben an diesem Stützpunkt.

Bin fünfzehn, als die tyrrische Rebellion zerschlagen wird. Hab‘ Angst, weil Mom in der Schlacht von Aretia kämpft und vertrau‘ doch auf ihr Können. Ist pures Glück, das mich nach ihrem Sieg durchströmt, platz‘ fast vor Stolz, auf sie, auf unsere Reiter, Navarre, bin froh und erleichtert, die Rebellion ist endlich zerschlagen. Hör‘ die Gerüchte über die Hinrichtung der Anführer, über das geschlossene Friedensabkommen, dass das Leben ihrer Kinder sichert, ihnen das Brandmal beschert und zu Separatisten macht, kann aber nicht begreifen, was das in letzter Konsequenz bedeutet. Dad, Thalia und ich, wir feiern das Ende der Rebellion und als Mom endlich da ist, fall‘ ich ihr um den Hals. Kann an einer Hand abzählen, wie oft ich das schon gemacht hab‘, aber in diesem Moment tu ich’s, fühlt sich erstaunlich richtig an.

Bin zwanzig, als die Mauern von Basgiath vor mir aufragen. Dunkel und unheilverkündend, aber ich bin voller Vorfreude. Das ist es, was ich will, hier gehör‘ ich hin. Dad zieht mich fest in seine Arme und für einen Moment verlier‘ ich mich in der Umarmung, dann schiebe ich ihn lächelnd von mir, darf‘ mich jetzt nicht meinen Gefühlen hingeben. Blick‘ über die anderen Anwärter und ihre Familien, die gekommen sind, um sie zu verabschieden, such‘ in der Menge nach ihr, aber kann sie nicht entdecken. Thalia ist es, die meine Enttäuschung spürt, sie am besten versteht, mir die Möglichkeit gibt, mich nun auch in ihre Umarmung zu flüchten. Die Erkenntnis, dass ihr mein Einberufungstag nicht wichtig genug ist, um hier zu sein, schmeckt bitter in meinem Mund. Schließ‘ meine Hand fest um den Riemens des Rucksacks auf meinen Rücken. Er ist leicht, damit er mich auf dem Viadukt nicht behindert, alles, was von meinem alten Leben übrigbleibt. Reih‘ mich zwischen den anderen Anwärtern ein, ohne noch einmal zu Dad und Thalia zu sehen, aber nach ihr kann ich nicht aufhören zu suchen. Seufz jetzt doch, tief in mich hinein, wünschte, es wäre mir egal und red‘ mir ein, es wäre so. Das hier ist der Beginn meiner eigenen Geschichte.

Reiter
23 Jahre alt
„Ist mir eine Ehre, Navarre zu dienen!“ Die Worte schmecken wie Galle in deinem Mund, sind nichts als Lügen. Wenn man’s genau nimmt, gibt es nichts, was du mehr hasst – Navarre dienen, die Wahrheit verschweigen. Trägst ihr schwarzes Flugleder, hältst dich an ihre Regeln, hörst auf ihre Befehle, bist ein Glied in einer endlosen Hierarchie und doch, alles nur ein makabreres Spiel. Ist eine Fassade, die du dir in all den Jahren nach dem Ende der Rebellion aufgebaut hast, verborgen hinter dicken Mauern, sie alle bekommen nicht dich zu sehen, nicht weiter als eine erschaffene Illusion. Der gehorsame Schwarmführer, der Loyalität im Herzen trägt, Dankbarkeit verspürt, leben zu dürfen, die Verbrechen der eigenen Eltern als schwere Sünde empfindest. Oh, du bist gut geworden in diesem Spiel, versteckst deine wahren Gefühle, Gedanken und Ziele hinter Gleichgültigkeit, hinter Demut, gibst dich ihnen hin als leere, formbare Hülle. Sie sehen das, was sie sehen wollen.

Warst mal jemand mit schiefem Grinsen, bist auf Bäume geklettert, in Seen geschwommen, hast gelacht, so viel gelacht, jetzt kannst du dich kaum mehr an dich selbst erinnern. Bist verloren gegangen in all dem Hass, der unterdrückten Wut, deinem Wunsch nach Rache, der dich zu Höchstleistungen antreibt, dir so viel gibt und noch mehr nimmt. Ist einsam geworden, hinter deiner Mauer, lässt niemanden an dich heran. Bist schon zu oft verletzt worden, mehr erträgst du nicht, kannst nicht noch mehr Last auf deine Schultern laden, noch mehr Schmerz empfinden. Vertrauen lässt sich nur schwer erarbeiten, ist kostbar in einer Welt voller Manipulation und Täuschung, in der du nicht nur dein eigenes Leben aufs Spiel setzt, sondern auch das all derer, die sich der gleichen Mission verschrieben haben. Sie sind es, die dich verstehen, dich besser kennen, nur nie ganz, weil du selbst mit ihnen nicht über das Chaos tief in deinem Inneren sprichst.

Eirwen, sprichst beinah andächtig seinen Namen aus, dieses alte Biest, das es schafft, dir mit seinen trockenen, zischenden Bemerkungen ein Lächeln zu entlocken. Fühlst dich lebendig, wenn die Macht in dir zum Leben erwacht, sich sein Feuer mit deinem vermischt, ihr eine Einheit werdet, wunderschön und tödlich. Bist noch lang nicht am Ziel angekommen, gibt so viel mehr, das du erreichen willst, Wünsche und Träume, die keine bleiben sollen – die Regierung stürzen, die Wahrheit verbreiten, die Veneni vernichten. Scheint unmöglich und doch bist du dazu bereit, das Risiko einzugehen. Arbeitest dich langsam weiter nach oben, Staffelführer, Schwarmführer, nach deinem Abschluss weiter hoch in der Hierarchie. Du scheust dich nicht davor, Gewalt für deine Zwecke einzusetzen, würdest dafür wahrhaftig über Leichen gehen, aber manchmal spricht die Vernunft deines Vaters aus dir. Dann, wenn das Feuer nur leise lodert, nicht mit seiner Hitze deinen Verstand in Brand setzt. Sie von Innen vernichten - das ist es, was du willst und – die Götter stehen uns bei – es gibt kein Hindernis, das du mit deinem Feuer nicht in Asche wandelst.

Reiterin
21 Jahre alt
1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel weisen dich die Abzeichen auf deinem Flugleder aus, trägst sie mit stolzgeschwellter Brust. Deine Uniform ist schwarz, nicht blau, wie die deiner Eltern, deiner Brüder, wie die der Infanterie. Bist nicht die erste Soleil im Quadranten der Reiter, gibt so viele von euch, aber die erste aus deiner Familie. Hast deinen vorbestimmten Weg verlassen, deinen eigenen Kopf durchgesetzt, wie so oft, strebst nach Anerkennung und Respekt und wenn du in der Formation auf dem Flugfeld neben deinem blauen Morgensternschwanz stehst, dann funkeln deine Augen. Niemand außer dir wagt es, Rua direkt anzusehen, sie senken ihre Blicke, wenn sie an euch vorbeigehen und den Respekt, den dein Drache einfordert, gilt auch dir. Auf ihrem imposanten Rücken wirst du nicht übersehen, da zählt nicht, wie klein und zierlich du bist, ihr seid eins, mit gefährlicher Brutalität. Riesige, blaue Schwingen, die den Himmeln verdunkeln; loderndes Feuer; scharfe Zähne; bereit für den Kampf, bereit, um zu töten.

Brauchst deinen Drachen nicht, um dir unter all den Kadetten einen Ruf zu erstreiten. Zu viele von ihnen haben den Fehler gemacht, dich beim Sparring auf der Matte zu unterschätzen und es bitter zu bereuen. Bist schnell und flink, kannst mit Waffen umgehen, willst selbst eine sein; bist bereit, dich nicht allein von Ethik und Moral leiten zu lassen, der Zweck heiligt die Mittel. Emotionen brechen manchmal wie Feuer aus dir heraus, triffst impulsive Entscheidungen, ohne Konsequenzen zu bedenken – Strategie ist wahrlich nicht deine Stärke. Ist trocken und zäh, kannst dich nicht lang genug konzentrieren, um dir all das dafür nötige Wissen anzueignen. In dir, da ist dieser stetige Drang nach Abwechslung, nach neuen Abenteuern; Gefahren, in die du dich kopfüber stürzt; stillsitzen, oh, das fällt dir schwer, bist immer in Bewegung, immer da. Sorgst dafür, dass jeder in Basgiath dein lautes Lachen kennt, drängst dich in den Mittelpunkt und leuchtest hell, kostest das Leben in vollen Zügen, denn Malek ist jederzeit bereit, es dir zu nehmen.

Dein Talent im Umgang mit Waffen hat dir das Abzeichen der 1. Offizierin beschert. Könntest Stolz darauf sein, hast hart dafür gearbeitet, aber da ist auch ein mulmiges Gefühl in dir. Staffelführerin, das war mal dein sehnlichster Wunsch und deine Chancen standen gut, bis die War Games in deinem ersten Jahr alles veränderten. Trägst Schuld schwer auf deinen Schultern, eine unsichtbare Last, von der niemand weiß, die dir niemand nimmt und die nicht allein dir gehört, trotzdem ist sie da. Genau wie der feste Griff um dein Herz, wann immer du an ihre Namen denkst; die, die nicht so viel Glück hatten wie du; die, die jetzt nicht mehr unter euch sind. Hier ist der Tod euer ständiger Begleiter, lauter hinter jeder Ecke, aber deine halbe Staffel zu verlieren, das ist nicht richtig. Hättest ihre Staffelführerin werden sollen – jetzt steht dein Name hinter dem Rang der 1. Offizierin und ihre auf der Gefallenenliste.

Der Verlust hat etwas in dir verändert, macht es schwerer, dich den anderen Kadetten zu öffnen, sie nah an dich heranzulassen, aber deinen Optimismus hast du nicht verloren. Versprühst so viel Hoffnung, dass schwer fällt, dich nicht zu mögen, sich nicht von dir angezogen zu fühlen. Bist eine Waffe, aber auch so viel mehr, bereit, für das Wohl deines Landes geformt zu werden.

Reiterin
49 Jahre alt

I. Besser als alle anderen zu sein, ist der Gedanke, der dich antreibt, dir Kraft verleiht. Bist für etwas Großes bestimmt, das spürst du mit jedem pulsierenden Schlag deines Herzens. Der Name Loa Dale darf niemals in Vergessenheit geraten, willst, dass die Welt ihren Atem anhält, erzittert, Luceras ist zu klein für dich und deine Visionen. Die Berge, die Kälte, die Abgeschiedenheit, die raue Natur und die groben, einfältigen Menschen – all das verabscheust du mit bemerkenswerter Intensität. Gibt keinen Tag, an dem nicht Hochmut in deinem kühlen Blick zu erkennen ist, du immer und immer wieder betonst, wie sehr du diesem einfachen Leben überdrüssig bist. Ein Adelshaus, ohne Einfluss, krampfhaft an dem festhaltend, was geblieben ist. Kannst nicht anders, als die Nase zu rümpfen, weil schäbige Minen euer Leben finanzieren und nicht einmal in einem solchen Ausmaß, das dir erlauben würde, in Luxus aufzuwachsen. Jedes Kleid in deinem Schrank ist hart erkämpft; jedes Schmuckstück ein billiges Duplikat oder längst abgetragen; nichts gehört wirklich dir und in dir, da ist stets dieser Drang, das zu bekommen, was dir zusteht.

Dein eiserner Wille ist es, der deine Mutter verzweifeln und deinem Vater graue Haare wachsen lässt, irgendwann dafür sorgt, dass sie nicht mehr über gute Partien sprechen, von einer gewinnbringenden Heirat fantasieren. Dein Traum ist ein anderer, verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, Stärke und Ruhm, ist das, woran du denkst, wenn du hinauf in den wolkenbehangenen Himmel siehst. Es gibt keine Trainer, die deine Eltern für dich engagieren, nur dich und das Ziel vor deinen Augen, das dich im Training anspornt. Zählst die Tage, bis du weg aus dieser Einöde kannst, bist du jemand wirst, einen Drachen bindest, Macht bekommst. Deine Mutter drückt dich schluchzend an sich, als sie sich am Einberufungstag von dir verabschiedet, aber du, du weinst deiner Heimat, deiner Familie, keine Träne nach. Und in Luceras, da wirst du nie wieder gesehen.


II. Morgoth Soleil ist alles, was du jemals wolltest. Ein breites Kreuz, dichtes Haar, starke Arme und völlig vernarrt in dich. Ist dein strahlendes Lächeln, mit dem du ihn um den Finger wickelst, so unfassbar leicht, wie ein Insekt gefangen in deinem fein gewebten Spinnennetz. Du weißt, was du sagen, was du tun musst, um ihn für dich einzunehmen; deine Siegelkraft offenbart dir seine größten Schwächen und du weißt sie für dich zu nutzen. Ethik und Moral, oh, du kannst die Worte nicht mehr hören; Verantwortung, die eine Macht wie deine mit sich bringt; bist angetrieben von einer nie gestillten Sehnsucht und vergisst all die guten Vorsätze, die man nicht ohne Grund glaubte, dir beibringen zu müssen. Morgoth ist, was du willst und du nimmst ihn dir.

Es ist nicht sein Aussehen, sein Charakter, sein Herz, nachdem du strebst, es ist sein Name. Loa Soleil klingt wie Musik in deinen Ohren und als ihr heiratet, schwört ihr einander, es sei der glücklichste Tag eures Lebens – der Anlass dafür könnte unterschiedlicher kaum sein. Der Name, den du mit so viel Stolz trägst, öffnet dir Türen in eine ganz neue Welt, ermöglicht dir das Leben, von dem du schon immer geträumt hast, was dir zusteht Das Anwesen in Calldyr ist groß, prächtig, warm, er schenkt dir Schmuck und Kleider, wann immer du ihn darum bittest. Die beiden Kinder, die er aus seiner ersten Ehe mit sich bringt und bei denen du dich weigerst, Mutter genannt zu werden, sind ein Übel, das du erträgst. Morgoth regiert mit harter Hand, formt den Jungen und das Mädchen nach seinen eigenen Idealen und du weißt es, siehst es, aber einschreiten, das tust du nicht. Lässt ihn gewähren, weil sie nicht deine Kinder sind, du eine Reiterin bist und der Einsatz, den du für euer Land, eure Sicherheit erbringst, dich glücklicherweise oft genug fort aus Calldyr führt.

Hast alles, was du immer wolltest, als du Morgoth zwei eigene Kinder schenkst. Dein Vermächtnis, dein Erbe, aber ihr verdammtes Geschrei, Götter, nie im Leben hat dich jemals ein solcher Kopfschmerz geplagt. Kindermädchen ziehen sie groß, Morgoth, den du jetzt genau im Blick behältst, den du eindringlich davor warnst, deine Kinder zu züchtigen, kennst seine Schwächen, zu gut, um ihn aus dem Netz deiner Manipulationen entkommen zu lassen. Und doch tust du es, Jahre später, weil das nicht alles sein kann, da noch mehr sein muss und du, tief in deinem Herzen vergraben, spürst, wie die Einsamkeit Besitz von dir ergreift.


III. Kadetten sitzen vor dir, stehen in den oberen Rängen – Rookies, Juniors, Seniors. Der einzige Unterricht, an dem alle Jahrgänge gemeinsam teilnehmen und du stehst vor der großen Karte Navarres, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ein aufgeschlossenes Lächeln ziert deine Lippen, die perfekte Fassade, aber dahinter, oh, du siehst alles. Die Schwächen der neuen Rookies strahlen dich an und wenn du dich auf sie fokussierst, kannst du sie erkennen. Familie; Versagensangst; Emotionalität; das stetige Vergessen, im Faustkampf auch die linke Seite zu decken – so viele verschiedene Schwächen, die das Strahlen auf deinen Lippen nur umso größer werden lassen. Manche der Juniors und Seniors sind schlauer, halten ihr Schutzschild auch während des Unterrichts aufrecht, kannst nicht hindurchsehen, aber das macht nichts. Musst sie nur aus der Reserve locken, sie dazu bringen, ihr Schild fallen zu lassen, damit du zu Gesicht bekommst, was längst zu deiner Obsession geworden ist - Schwächen.

Gefechtskunde ist das naheliegendste Fach, bist eine Strategin, hältst deiner Staffel im Kampf den Rücken frei, an vorderster Linie hast du nichts zu suchen. Und das machst du auch jetzt – Navarre den Rücken freihalten, in dem du die Gezeichneten, die Separatistenkinder, nicht aus den Augen lässt. Ist ein Befehl von ganz oben, der dich mit Stolz erfüllt, dir die Anerkennung deiner Fähigkeiten bringt, nach der du dich sehnst, die du brauchst wie die Luft zum Atmen. Beobachten, das ist deine Aufgabe, aber wenn sie sterben, nun, kein tragischer Verlust, die Liste derjenigen, die Malek übergeben werden, im Quadrant der Reitenden lang. Du bist die Strippenzieherin im Hintergrund, lässt andere die Drecksarbeiten erledigen, denn die Hände schmutzig machst du dir nicht.

Dein Mann ist jetzt ein anderer, dein Name auch. Loa Valewyn klingt melodisch, wie Samt auf der Haut, aber manchmal, da spürst du Reue, fragst dich, ob es die richtige Entscheidung war, den Namen deines ersten Ehemannes abzulegen, nur um seinen tragen zu können. Eine der wenigen Entscheidungen, die du aus dem Bauch herausgetroffen hast; eine Impulsivität, die längst nicht mehr zu dir gehört; ein Akt der Liebe, zu dem du glaubtest, niemals fähig zu sein. Ihr zwei seid wie Feuer und Wasser, heiß und kalt, Tag und Nacht - Liebe und Hass. Du hast ihm dein Herz geschenkt, ihm deine Seele verschrieben, schon vor so vielen Jahren und er, spürst es mit jeder Faser deines Körpers, kannst es sehen, wann immer du ihm in die Augen blickst – du bist seine größte Schwäche.


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros