Statistiken30.03.2025 Registriert am 03.04.2025 Zuletzt online 01.04.2025 Letzter Beitrag 0 Inplayzitate 1 Inplay-Posts 1 Szenen insgesamt 1885 Geschriebene Zeichen 1885 Zeichendurchschnitt Auszeichnungen (2)Charaktere von Lil![]() Reiterin
21 Jahre alt
Ich weiß, wie es ist, unterschätzt zu werden. Ich war immer kleiner als meine Spielkameraden. Ich war immer offenherzig. Ich war immer verletzlich. "Aber niemals schwach." Das ist es, was meine Mutter mir sagte, bevor sie starb. Ich kann mir ausmalen, was sie mir damit sagen wollte, aber ich werde es nie mit Sicherheit wissen.
Ich wuchs in dem kleinen Dorf Drayvoss Nahe der Hauptstadt von Tyrrendor auf. Meine Eltern bewirtschafteten einen Hof mit Viehzucht, auf dem ab und an Wanderarbeiter halfen. Der Hof war meine ganze kleine Welt, mein Lebensmittelpunkt. Ich besuchte eine kleine Schule, die nur von einem einzigen Lehrer betrieben wurde. Dort lernte ich die wichtigsten Grundlagen wie Lesen & Schreiben. Aber schnell war mir das nicht mehr genug. Ich verschlang jedes Buch, das mein Vater mir gelegentlich mitbrachte. Er nannte mich einen Schlaufuchs. Als ich klein war, glaubte ich, er wollte mich damit aufziehen. Heute weiß ich es besser. Es war ein Kompliment und vielleicht auch ein Hinweis auf meine größte Stärke, auch wenn meine Mutter dem wahrscheinlich widersprochen hätte. Für sie war es immer meine Warmherzigkeit, meine Fähigkeit, glaubhaft über dumme Witze zu lachen, nur damit mein Gegenüber sich besser fühlte und das Talent, jedem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, egal, wie es der Person ging. Sie nannte mich einen Sonnenschein.
Ich hatte eine handvoll guter Freunde und eine Familie, die ich liebte. Mein Lieblingstier auf dem Hof war eine Zwergziege namens Spark, die mein Vater lediglich behielt, weil er wusste, wie sehr ich an ihr hing. Ich hatte nicht viel, über das ich mich hätte beschweren können, selbst dann nicht, als ich von den Aufständen in Tyrrendor hörte. Wie so viel schlechtes damals, verdrängte ich auch diese Nachrichten. Erst nach Eintreffen einer kleinen Familie, mit deren Tochter ich mir eine Zeit lang mein Zimmer teilte, konnte ich es nicht mehr ignorieren. Mein Vater verschwand immer öfter auf Reisen und ich musste intensivere Arbeit auf dem Hof leisten, was mir allerdings nicht viel ausmachte. Dennoch stellte ich Fragen und bekam keine Antworten.
Erst als es zu spät war, hörte ich, dass die Familie, die bei uns untergekommen war, aus Flüchtigen bestand. Sie waren nicht einmal eine richtige Familie und gehörten einer Rebellion an. Wir versteckten sie. Ich hätte sicherlich Eins und Eins zusammenzählen können und vermutlich habe ich das sogar - aber ich wollte es nicht glauben. Es gab für meine Eltern keinen Grund, sich in die Aufstände einzumischen. Und so sorgte ich mich einfach um meinen Vater.
Zurecht, denn er sollte nicht mehr zurückkehren. Nach der Zerschlagung der Rebellion erfuhr ich von dem Tod meines Vaters. Man holte meine Mutter und mich samt Flüchtiger. Und man tötete sie. Ich blieb zurück. Allein mit meinem Mal, das mich als Kind von Verrätern kennzeichnen sollte, bis man mich in eine andere Familie steckte. Eine Familie, die mich nicht verstand, ganz so als sprächen sie eine mir unbekannte Sprache.
Ich wurde nie richtig mit ihnen warm. Aber das sollte ein Problem weniger Jahre bleiben, denn als Gezeichnete war ich verpflichtet, mich im Alter von 20 Jahren am Basgiath War College zu melden, Teil des Reiter-Quadranten zu werden - sofern ich den Viadukt und das Dreschen überleben würde. Zu meiner eigenen Überraschung tat ich das sogar. Vielmehr noch überlebte ich sogar mein Jahr als Rookie, nachdem ich tatsächlich von einem Drachen erwählt worden war. Ich hatte es selbst kaum glauben können, aber es veränderte mein Leben, machte mich zu einer stärkeren Persönlichkeit und einer standhafteren Kämpferin - zu dem Menschen, der ich nun bin. Ein Mensch, der Hoffnung hat, Antworten auf die Fragen, die er sich seit Jahren stellt, finden zu können.
![]() Fliegerin
23 Jahre alt
Ich wuchs in Krovla, genauer gesagt in der kleinen Küstenstadt Belozersk auf. Dort rechnete man eher mit Piraten als mit Veneni und Wyvern, auch wenn natürlich die Erzählungen verschiedenster Angriffe durch Letztere ihren Weg selbst bis zu uns fanden.
Meine Geschichte beginnt aber zunächst mit etwas Anderem: Man fand mich als Neugeborenes in einer Seitengasse angrenzend zum Marktplatz. Ich habe mir die Seele aus dem Leib geschrien, so heißt es. Vielleicht wirkt meine Stimme deshalb manchmal kühler und kratziger, als ich es will. Man brachte mich zu einer verwitweten Frau, die bekannt dafür war, Waisen aufzunehmen. So teilte ich mir mein Zuhause stets mit mindestens fünf anderen Kindern. Trotz der warmen Provinz war es in unserem Städtchen immer etwas kühler - ob es am Wind lag oder an meinem trostlosen Zuhause kann ich nicht so genau sagen. Vermutlich war es beides. Die Gerüchte, ich sei von Piraten verloren oder sogar absichtlich ausgesetzt worden, trugen ihr Übriges dazu bei.
Schon früh lernte ich dort, mich gegen andere durchzusetzen. Zwischen uns Kindern galt stets das Gesetz des Stärkeren. Emotionale und körperliche Nähe (mal abgesehen von Raufereien)? Fehlanzeige. Dafür stumpfte ich ab.
Aber ich kam auch so ganz gut durch, zumindest dachte ich das damals. Heute weiß ich, dass ich körperlich sowie geistig stark, dafür aber emotional verkorkst bin. Ich lasse nur selten Menschen an mich heran.
Zu diesen Ausnahmen gehören meine besten Freundinnen. Ich lernte sie an meinem ersten Tag auf der Cliffsbane Akademie kennen. Für mich stand damals außer Frage, dass ich zu den Fliegerinnen gehören würde. Irgendwie ängstigte mich der Gedanke, mich mit einem Greifen zu binden, aber andererseits...würde ich nie wieder alleine sein. Es war ein Zwiespalt, der mich immer weiter in sich hineinsog. Und so kam es, wie es kommen sollte: Beulach, den ich stets liebevoll Bee nenne, woraufhin er jedesmal bloß schnaubt, ging eine Verbindung mit mir ein. Es ist das intensivste, das ich jemals erlebt habe. Und zum ersten Mal in meinem Leben, fühle ich mich vollkommen. Wie ein Ganzes. Als hätte mir immer ein Weggefährte gefehlt.
Generell blühte ich an der Akademie auf. Auch wenn ich noch immer Probleme damit habe, anderen Menschen mein Herz zu öffnen, so habe ich gelernt, andere zu unterstützen, ein Team zu bilden und es zu führen. Ich wurde eine starke Kämpferin, die keine Ahnung davon hat, wie ihre Zukunft aussehen wird. Aber das würde ich wohl kaum laut aussprechen.
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