reisende:r
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the empyrean
„Du wirst es nicht schaffen“, meine Worte kaum mehr als ein Flüstern, ist bittere Erkenntnis, die mich erfüllt, kann die Wahrheit nicht länger ignorieren. Lira wird sterben und ich kann nichts dagegen tun.
Veena Crane

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Reiterin
21 Jahre alt
"Daddy, schau mal, die Drachen!" - ein einfacher Satz und doch der Anfang vom Ende. Das Ende von allem, was sich ihre Eltern je für sie gewünscht und vorgestellt hatten. Ein ruhiges, bescheidenes Leben voller Zahlen, Faken und Ordnung. Fern jeglicher Gefahren und Versuchungen, die in der Welt auf ein junges, zierliches Ding lauerten. Mit einem netten Ehemann und ein paar hübschen Kindern, ganz in der Sicherheit der Küstenstadt Thaiven, in der sie vor 21 Jahren an einem lauen Sommertag das Licht der Welt erblickte. Doch Kaida wollte mehr. Sehen, was das Schicksal für sie bereithielt. Länder erkunden und ein Leben führen, das nur von ihr selbst bestimmt wurde und nicht den gut gemeinten Ratschlägen ihrer Familie. Sie wollte mehr sein, als das Meer und die Grenzen einer Kleinstadt ihr vorgaben. Die Welt mit all ihren Facetten kennenlernen.
Niemand hatte damit gerechnet, dass aus dem kleinen Mädchen von damals, besessen von Drachen und Märchengeschichten, mit Angst vor dunklen Schatten und Schauergeschichten, tatsächlich eine Drachenreiterin werden würde. Gebunden von nichts geringerem als einem blauen Dolchschwanz - selbstbewusst, furchtlos und mit einer Portion Aggressivität, die nichts Gutes versprach. Aber Kaida schaffte es, setzte sich durch und wuchs über sich hinaus. Tat Dinge, auf die sie nicht stolz war und steht noch immer aufrecht zwischen den anderen Kadettinnen und Kadetten der ersten Staffel, Flammenschwarm des dritten Geschwaders am Basgiath War College. Fest entschlossen, ihren launischen Drachen Zitha nicht noch mehr zu beschämen, als sie es laut der Drachendame bereits tut, sondern auch ihrer Familie zu beweisen, dass sie so viel mehr ist und sein kann, als sie in ihr gesehen, ihr als kleines Kind und erwachsene junge Frau zugetraut haben.
Dennoch hat sie Angst, was die Zukunft für sie bringt. Was werden wird, wenn sie ihre Ausbildung beendet und in die große, grausame Welt hinausgelassen wird, die in zwei Jahren auf sie wartet. Nicht ahnend, dass hinter manchen Schauergeschichten mehr Wahrheit steckt, als sie je für möglich gehalten hätte. Gleichzeitig freut sie sich, denn sie ist noch immer am Leben. In einer Welt, in der es heißt fressen oder gefressen werden. Aber sie will es schaffen, wird es schaffen. Für sich, für Zitha, für ihre Familie und alle, die ihr etwas bedeuten.
Gespielt von Ree
Dabei seit: 06.01.2025, 21:07
Zuletzt gesehen: 21.02.2026, 16:54

Reiterin
49 Jahre alt

I. Besser als alle anderen zu sein, ist der Gedanke, der dich antreibt, dir Kraft verleiht. Bist für etwas Großes bestimmt, das spürst du mit jedem pulsierenden Schlag deines Herzens. Der Name Loa Dale darf niemals in Vergessenheit geraten, willst, dass die Welt ihren Atem anhält, erzittert, Luceras ist zu klein für dich und deine Visionen. Die Berge, die Kälte, die Abgeschiedenheit, die raue Natur und die groben, einfältigen Menschen – all das verabscheust du mit bemerkenswerter Intensität. Gibt keinen Tag, an dem nicht Hochmut in deinem kühlen Blick zu erkennen ist, du immer und immer wieder betonst, wie sehr du diesem einfachen Leben überdrüssig bist. Ein Adelshaus, ohne Einfluss, krampfhaft an dem festhaltend, was geblieben ist. Kannst nicht anders, als die Nase zu rümpfen, weil schäbige Minen euer Leben finanzieren und nicht einmal in einem solchen Ausmaß, das dir erlauben würde, in Luxus aufzuwachsen. Jedes Kleid in deinem Schrank ist hart erkämpft; jedes Schmuckstück ein billiges Duplikat oder längst abgetragen; nichts gehört wirklich dir und in dir, da ist stets dieser Drang, das zu bekommen, was dir zusteht.

Dein eiserner Wille ist es, der deine Mutter verzweifeln und deinem Vater graue Haare wachsen lässt, irgendwann dafür sorgt, dass sie nicht mehr über gute Partien sprechen, von einer gewinnbringenden Heirat fantasieren. Dein Traum ist ein anderer, verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, Stärke und Ruhm, ist das, woran du denkst, wenn du hinauf in den wolkenbehangenen Himmel siehst. Es gibt keine Trainer, die deine Eltern für dich engagieren, nur dich und das Ziel vor deinen Augen, das dich im Training anspornt. Zählst die Tage, bis du weg aus dieser Einöde kannst, bist du jemand wirst, einen Drachen bindest, Macht bekommst. Deine Mutter drückt dich schluchzend an sich, als sie sich am Einberufungstag von dir verabschiedet, aber du, du weinst deiner Heimat, deiner Familie, keine Träne nach. Und in Luceras, da wirst du nie wieder gesehen.


II. Morgoth Soleil ist alles, was du jemals wolltest. Ein breites Kreuz, dichtes Haar, starke Arme und völlig vernarrt in dich. Ist dein strahlendes Lächeln, mit dem du ihn um den Finger wickelst, so unfassbar leicht, wie ein Insekt gefangen in deinem fein gewebten Spinnennetz. Du weißt, was du sagen, was du tun musst, um ihn für dich einzunehmen; deine Siegelkraft offenbart dir seine größten Schwächen und du weißt sie für dich zu nutzen. Ethik und Moral, oh, du kannst die Worte nicht mehr hören; Verantwortung, die eine Macht wie deine mit sich bringt; bist angetrieben von einer nie gestillten Sehnsucht und vergisst all die guten Vorsätze, die man nicht ohne Grund glaubte, dir beibringen zu müssen. Morgoth ist, was du willst und du nimmst ihn dir.

Es ist nicht sein Aussehen, sein Charakter, sein Herz, nachdem du strebst, es ist sein Name. Loa Soleil klingt wie Musik in deinen Ohren und als ihr heiratet, schwört ihr einander, es sei der glücklichste Tag eures Lebens – der Anlass dafür könnte unterschiedlicher kaum sein. Der Name, den du mit so viel Stolz trägst, öffnet dir Türen in eine ganz neue Welt, ermöglicht dir das Leben, von dem du schon immer geträumt hast, was dir zusteht Das Anwesen in Calldyr ist groß, prächtig, warm, er schenkt dir Schmuck und Kleider, wann immer du ihn darum bittest. Die beiden Kinder, die er aus seiner ersten Ehe mit sich bringt und bei denen du dich weigerst, Mutter genannt zu werden, sind ein Übel, das du erträgst. Morgoth regiert mit harter Hand, formt den Jungen und das Mädchen nach seinen eigenen Idealen und du weißt es, siehst es, aber einschreiten, das tust du nicht. Lässt ihn gewähren, weil sie nicht deine Kinder sind, du eine Reiterin bist und der Einsatz, den du für euer Land, eure Sicherheit erbringst, dich glücklicherweise oft genug fort aus Calldyr führt.

Hast alles, was du immer wolltest, als du Morgoth zwei eigene Kinder schenkst. Dein Vermächtnis, dein Erbe, aber ihr verdammtes Geschrei, Götter, nie im Leben hat dich jemals ein solcher Kopfschmerz geplagt. Kindermädchen ziehen sie groß, Morgoth, den du jetzt genau im Blick behältst, den du eindringlich davor warnst, deine Kinder zu züchtigen, kennst seine Schwächen, zu gut, um ihn aus dem Netz deiner Manipulationen entkommen zu lassen. Und doch tust du es, Jahre später, weil das nicht alles sein kann, da noch mehr sein muss und du, tief in deinem Herzen vergraben, spürst, wie die Einsamkeit Besitz von dir ergreift.


III. Kadetten sitzen vor dir, stehen in den oberen Rängen – Rookies, Juniors, Seniors. Der einzige Unterricht, an dem alle Jahrgänge gemeinsam teilnehmen und du stehst vor der großen Karte Navarres, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ein aufgeschlossenes Lächeln ziert deine Lippen, die perfekte Fassade, aber dahinter, oh, du siehst alles. Die Schwächen der neuen Rookies strahlen dich an und wenn du dich auf sie fokussierst, kannst du sie erkennen. Familie; Versagensangst; Emotionalität; das stetige Vergessen, im Faustkampf auch die linke Seite zu decken – so viele verschiedene Schwächen, die das Strahlen auf deinen Lippen nur umso größer werden lassen. Manche der Juniors und Seniors sind schlauer, halten ihr Schutzschild auch während des Unterrichts aufrecht, kannst nicht hindurchsehen, aber das macht nichts. Musst sie nur aus der Reserve locken, sie dazu bringen, ihr Schild fallen zu lassen, damit du zu Gesicht bekommst, was längst zu deiner Obsession geworden ist - Schwächen.

Gefechtskunde ist das naheliegendste Fach, bist eine Strategin, hältst deiner Staffel im Kampf den Rücken frei, an vorderster Linie hast du nichts zu suchen. Und das machst du auch jetzt – Navarre den Rücken freihalten, in dem du die Gezeichneten, die Separatistenkinder, nicht aus den Augen lässt. Ist ein Befehl von ganz oben, der dich mit Stolz erfüllt, dir die Anerkennung deiner Fähigkeiten bringt, nach der du dich sehnst, die du brauchst wie die Luft zum Atmen. Beobachten, das ist deine Aufgabe, aber wenn sie sterben, nun, kein tragischer Verlust, die Liste derjenigen, die Malek übergeben werden, im Quadrant der Reitenden lang. Du bist die Strippenzieherin im Hintergrund, lässt andere die Drecksarbeiten erledigen, denn die Hände schmutzig machst du dir nicht.

Dein Mann ist jetzt ein anderer, dein Name auch. Loa Valewyn klingt melodisch, wie Samt auf der Haut, aber manchmal, da spürst du Reue, fragst dich, ob es die richtige Entscheidung war, den Namen deines ersten Ehemannes abzulegen, nur um seinen tragen zu können. Eine der wenigen Entscheidungen, die du aus dem Bauch herausgetroffen hast; eine Impulsivität, die längst nicht mehr zu dir gehört; ein Akt der Liebe, zu dem du glaubtest, niemals fähig zu sein. Ihr zwei seid wie Feuer und Wasser, heiß und kalt, Tag und Nacht - Liebe und Hass. Du hast ihm dein Herz geschenkt, ihm deine Seele verschrieben, schon vor so vielen Jahren und er, spürst es mit jeder Faser deines Körpers, kannst es sehen, wann immer du ihm in die Augen blickst – du bist seine größte Schwäche.

Gespielt von Kathie
Dabei seit: 03.01.2025, 17:05
Zuletzt gesehen: 28.12.2025, 10:44

Reiterin
35 Jahre alt
i. "Ich bin Tal –" Die Hand bereits ausgestreckt, stockt deine zarte Stimme. Gerade noch rechtzeitig fällt dir ein, dass es vielleicht keine so gute Idee wäre, dich mit deinem richtigen Namen vorzustellen. AlsTalyn oder, mögen die Götter bewahren, gar als Talyn Vaelric, wo doch dieser Name allein schon ausreichen würde, um deine gesamte Identität zu offenbaren. Die Tochter des Herzogs. Ein Mädchen, das sich ganz sicher nicht allein hier herumtreiben sollte. Nicht mit gerade einmal elf Jahren. "-yx." Talyx. Einen Preis für Kreativität wirst du damit wahrscheinlich nicht gewinnen, doch brauchst du den auch nicht. Reicht, wenn der Junge dir gegenüber dir glaubt, dir keine weiteren Fragen stellt. Deine Augen strahlen ihn an, als du seine Hand schüttelst. Hast ihn gerade erst kennengelernt, beobachtet, wie er jemanden auf dem Markt, auf den auch du heute mitgenommen wurdest, bestehlen wollte – und ehe du es dich selbst versehen hast, bist du ihm nachgerannt. Um ihm zu erklären, dass das, was er da getan hat, falsch war. Ihn dazu zu bringen, das Diebesgut zurück zu geben, bevor er wirklich Ärger bekäme. Wolltest ihn dazu bringen, das Richtige zu tun und vergisst es doch, kaum dass er in einer Gasse zum stehen kommt und deine Freude, dein Stolz darüber, mit ihm mitgehalten zu haben, alles andere überwiegt. Was du in diesem Moment noch nicht ahnst: ist der Beginn einer Freundschaft, die ewig halten soll. Eine Freundschaft, die dein Leben verändern, es in andere Bahnen lenken wird. Und der Moment, in dem wegen einer Sekunde des Stockens Iks geboren wird.

ii. Dein Blick wandert aus dem Fenster, beobachtet lieber den Vogel auf der anderen Seite, als den Lehrer, der gerade versucht, seinen Job zu erledigen. Unterricht. Privatunterricht, weil deine Eltern es sich leisten können und für ihren Nachwuchs natürlich nur die bestmögliche Bildung wollen. Während deine Brüder lernen, wie man kämpft, lernst du etwas über heilende Pflanzen, über Kräuter und verschiedenste Tees. Die beste Vorbereitung für deine Zukunft, wie sie dir immer wieder sagen – sie wollen immer nur das Beste für dich, aber fragen niemals, was du eigentlich willst. Sonst wüssten sie, dass es nicht das hier wäre. Dass du nicht hier sitzen und einem alten Mann lauschen willst, während draußen die Sonne scheint und er dort ist. Irgendwo, vielleicht sogar auf dich wartend. Hoffst, dass er's tut, damit du nicht die einzige bist, die innerlich immer wieder eigentlich nur wartet. Mittlerweile weiß er, wer du wirklich bist, aber geändert hat's in den letzten Jahren nichts. Du schleichst dich aus dem Anwesen deiner Familie, das sich so oft wie ein goldener Käfig anfühlt. Triffst dich mit ihm und seiner eurer Gruppe, mit den Straßenkindern aus Calldyr Stadt. Mit deinen Freunden, für die du mehr bist, als die Tochter des Herzogs, irgendein adeliges Prinzesschen – und das, obwohl eure Leben doch unterschiedlicher nicht sein könnten.

iii. Du weißt genau, was du tun musst. Weißt, dass es der Heilerquadrant ist, der heute auf dich wartet. Dass dies ein weiterer Schritt in die Zukunft ist, die andere für dich geplant haben. Vorbereitet haben. Du weißt, dass das alles deine Pflicht ist und doch stehst du nun hier: in einer ganz anderen Schlange, vor einem ganz anderen Quadranten. Umgeben von Gleichaltrigen, denen ganz bestimmt nicht der Sinn danach steht, sich in den nächsten Jahren um die Verletzten des Basgiath War Colleges zu kümmern. Sie sind die, die für Verletzungen sorgen werden. Vielleicht auch die, die sie erleiden werden. Du überquerst den Viadukt vorsichtig, langsam, den Blick immer nach vorn gerichtet, weil auf der anderen Seite dein Ziel ist. Der Reiterquadrant. Ganz viel Abstand zu den Verpflichtungen deiner Familie. Und er, natürlich. War immer schon er, zu dem es dich gezogen hat, das ganze letzte Jahr und auch in denen davor. Du weißt, dass die Ausbildung alles andere als ein Klacks wird, bist vielleicht keine so ausgebildete Kämpferin wie deine Brüder, aber gänzlich unvorbereitet bist du trotzdem nicht – und du scheust auch nicht davor zurück, zusätzliche Trainingseinheiten einzulegen, deine Freizeit deinem Überleben zu widmen. Deiner Zukunft und deiner Sicherheit, der des Landes natürlich auch. Würde man dich heute fragen: das hier ist es, was du willst.

iv. Deine Arme sind ausgestreckt, dein Haar weht im Wind. Du brauchst die Stimme in deinem Kopf nicht, um dich daran zu erinnern, dich gleich wieder festzuhalten, aber du möchtest sie auch nicht mehr missen. Nie mehr. Rhaega und du, ihr seid ein Team, unzertrennlich, seitdem sie dich beim Dreschen an sich gebunden hat. Kannst es manchmal noch gar nicht glauben, wie lang das mittlerweile her ist. Jahre eigentlich, doch gefühlt sind es manchmal trotzdem erst ein paar Tage – oder bereits Jahrzehnte. Auf seinem Rücken fühlst du dich frei, bist eine Reiterin und nicht 'nur' die Schwester des Herzogs von Calldyr. Deine Pflichten und Verantwortungen gehen über jener deiner Familie hinaus, dein Dasein als Reiterin ist auch heute noch nicht das, was sie gern für dich hätten. War schließlich alles bereits geplant, selbst eine Verlobung gab es bereits; die Hochzeit hat jedoch nie stattgefunden, wurde gestrichen, als klar wurde, dass du in so mancher Augen falsch abgebogen bist. Und du müsstest lügen, würdest du behaupten, dass du deswegen traurig gewesen wärst. Das Leben, das andere für dich geplant haben, war nie das, was du für dich wolltest. Das Leben, das du heute lebst, ist vielleicht nicht ganz das, wie du es dir einst selbst vorgestellt hast, doch würdest du es auch nicht mehr eintauschen wollen.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 30.12.2024, 20:24
Zuletzt gesehen: 11.02.2026, 17:12

Reiter
23 Jahre alt
Das Juwel der Gezeiten, die weiße Perle, die Hure von Tyrrendor. Seine Mutter hatte viele Namen und mittlerweile ist es eigentlich nicht mehr erlaubt, über Seraphine Aurellian zu sprechen. In ihrem Sohn lebt die Erinnerung jedoch zwangsläufig weiter. Auch wenn die Stadtvilla in Varoshaven niedergebrannt wurde, hört man in der einen oder anderen Taverne noch die Klänge von den Balladen, die die Schönheit der berühmtesten Kurtisane von Tyrrendor loben. Für ihre Aktivitäten im Rahmen der Tyrrischen Rebellion wurde seine Mutter gemeinsam mit seinem Vater, Andorian Vahaeris, dem Grafen von Vaelor, hingerichtet. Lebe. Das hatte sie ihm in ihren letzten Momenten zugerufen, während er in Reih und Glied mit den anderen Separatistenkindern aufgestellt worden war, um Zeuge der Grausamkeit des Königsreichs Navarre zu werden. Gemeinsam mit dem Rebellionsmal, das sich in jener Sekunde in seine Haut brannte, wurde etwas in Vespasian irreparabel zerstört. Im Anschluss an die Hinrichtung war er von der Familie Soleil, einem regimetreuen Militärclan, aufgenommen worden. Dass er sich dem Reiterquadranten zu verpflichten hatte, war ein offenes Geheimnis. Bei den Soleils konnte er ein Ventil für die aufgestaute Rachsucht und Frustration finden. Er trainierte, weil ihm nichts Anderes übrigblieb. Vespasian kämpfte sich über den Viadukt, meisterte den Gauntlet und überlebte das Dreschen. Die ganze Zeit über hatte er ein klares Ziel vor Augen – leben. Als er begann zu kanalisieren, wurde es einfacher seine Frustration in neue Bahnen zu lenken. Es war, als ob sich das Eis wie ein Schleier über sein Selbst legte. Wo es früher in seinen Venen gebrodelt hatte, war nun nur mehr die Gleichgültigkeit geblieben. In Basgiath hatte er sich mit Selbstdisziplin und harter Arbeit durchgekämpft und wurde schließlich in seinem Seniorjahr zum Führer des dritten Geschwaders ernannt. Je weiter er jedoch im militärischen Rang aufsteigt, desto weiter entfernt er sich von allem, woran seine Mutter jemals geglaubt hat. Zerrissen im andauernden Konflikt zwischen der Möglichkeit ein Soleil zu werden und dem Andenken an seine Mutter, muss er versuchen seinen eigenen Weg zu finden.
Gespielt von birdy
Dabei seit: 22.12.2024, 09:45
Zuletzt gesehen: 01.04.2026, 08:10

Reiterin
41 Jahre alt
Zersha Tharavyn - dieser Name hatte viel zu lange überhaupt keine Bedeutung. Du hast dich aus dem nichts hochgearbeitet und musstest einiges aufgeben, um da anzukommen, wo du heute bist. Wusstest früh, dass das Leben als Hausfrau und Mutter nicht deins ist, sondern es dein Schicksal war, auf dem Rücken eines Drachen dein Leben zu geben. Genau deshalb war es auch das schlimmste was passieren konnte, als du mit 19 Jahren versehentlich schwanger wurdest. So kurz bevor du deine Karriere als Drachenreiterin beginnen konntest. So kurz, bevor dein Traum auch nur eine Chance bekommen konnte, um in Erfüllung zu gehen. Für dich war es keine Frage, dass du deine Tochter abgeben würdest. Anderswo hatte sie es besser, da warst du dir sicher und hast seither nicht mehr zurückgeschaut.
Wie deine liebste Cousine bist auch du charakterstark, allerdings sind eure charakterlichen Gemeinsamkeiten da auch schon vorbei. Im Gegensatz zu ihr bist du impulsiv, man könnte fast sagen explosiv. Du weißt was du willst und nimmst es dir - ohne Rücksicht auf Verluste. Manche nennen es Dickköpfigkeit, andere Zielstrebigkeit. Genau deshalb nervt es dich, dass deine Cousine so perfekt mit ihrer Fähigkeit umgehen kann und du noch heute nicht zu 100% mit der Wahnsinnsinduktion zurechtkommst. Du redest dir ein, es würde dazugehören. Deine Fähigkeit ist wild und manchmal merkst du die Spuren, die sie hinterlässt, wenn du sie einsetzt. Aber das ist nichts, was ein bisschen Alkohol nicht lösen kann.
Die Spontanität in der Familie hast wohl du geerbt. Wofür deine Cousine lange Pläne schmieden muss, agierst du nach dem Motto: Was soll schon schiefgehen? Manche halten dich für zu waghalsig, um als Staffelführerin tätig zu sein. Für dich war allerdings früh klar, dass du keine Befehle befolgen, sondern sie geben willst. Durftest dich kurz nach deinem Abschluss beweisen und früh einen Posten als Staffelführerin übernehmen. Doch dir war klar, dass du nicht ewig auf dieser Position bleiben würdest. Anfangs reichte dir Gedanke, dass du Verantwortung innehattest, um zufrieden mit deiner Stellung zu sein, doch bald schon kam dieses Gefühl zurück, das du mehr als alles andere hasst: Langeweile. Deshalb hast du nicht lange nachgedacht, als dir angeboten wurde, deinen Posten abzugeben und in eine Staffel zu wechseln, die alles andere als langweilig ist. Die 1. Staffel, Schwingenschwarm, Ostgeschwader ähnelt einem Suicide Squad - und genau dafür wurdet ihr auch zusammengesteckt. Ihr bekommt die Jobs, für die andere sich zu fein sind. Die Aufgaben, die euch jederzeit das Leben kosten könnten. Ihr seid brutal, skrupellos und doch stärkt ihr euch gegenseitig den Rücken, seid für einander da. Das müsst ihr, wenn ihr nicht tatsächlich draufgehen wollt. Die Staffelführerin erkannte schnell dein Potenzial und bildete dich zu ihrer rechten Hand aus. Nutzte all das, wofür du im War College in Schwierigkeiten geraten bist und zeigte dir, welche Vorteile es dir bringen konnte. Bewies anderen, was du schon lange wusstest: Dass du zu größerem bestimmt warst. Als die tyrrische Rebellion ihr Leben forderte, nahmst du ihren Platz ein. Versuchst ihr Vermächtnis bestmöglich weiterzuführen. Du bist streng damit, wen du bei euch lässt. Du musst dich mit deinem Leben auf die anderen verlassen können und ist das Vertrauen einmal gebrochen, ist es beinahe unmöglich, es zurückzuerlangen. Viele eurer Einsätze finden direkt an der Front statt. Du weißt von den Gefahren, die da draußen lauern. Hast selbst schon etliche Male gegen sie gekämpft. Doch deine Treue dem Regime gegenüber stand nie außer Frage.Wenn es um Skrupellosigkeit geht, bist du die richtige Adresse. Genau deshalb wirst du einmal im Jahr nach Basgiath gerufen, um die Lehrkräfte beim Überlebenskurs der Juniors zu... sagen wir "unterstützen". Du warst schon immer gut darin, dich zu wandeln und deine Fähigkeit ist auch nicht gerade übel, wenn es darum geht, Informationen aus Kadett:innen herauszubekommen. Es ist vermutlich wirklich gut, dass du nie Mutter geworden bist. Nur die Staffelführerin von ein paar Verrückten, die sehr gut auf sich selbst aufpassen können.
Gespielt von Ely
Dabei seit: 14.12.2024, 19:19
Zuletzt gesehen: 09.10.2025, 11:22

Reiterin
20 Jahre alt
i. Du bist nervös, versuchst es dir jedoch nicht anmerken zu lassen. Bemühst dich, still zu stehen, nicht auf den Füßen zu wippen und auch nicht mit den Fingern zu wackeln. Heute steh er vor dir, lässt seinen wachsamen Blick über deine kleine Gestalt wandern, betrachtet deine Haltung ganz genau und braucht keine zwei Minuten, bis er dir die ersten Anweisungen zur Korrektur gibt. Füße weiter auseinander und niemals die Verteidigung vergessen und du befolgst sie beide augenblicklich. Weißt das eigentlich schon längst, normalerweise denkst du dran und das Zucken seiner Mundwinkel verrät dir, dass er weiß, dass du das weißt. "Vergiss niemals, dass dein Freund morgen schon zu deinem Feind werden könnte, Atlas.", warnt er dich mit ruhiger Stimme und du nickst. Dein Vater weiß schließlich, wovon er spricht, hat selbst Freunde auf der anderen Seite zurückgelassen, wurde für sie zu dem Feind, vor dem er dich nun warnt. Er ist derjenige, der nicht müde wird, dir eines immer wieder einzubläuen: sicher ist sicher Und er ist auch derjenige, auf den es zurückzuführen ist, dass du bereits vor ein paar Jahren deine erste Trainingsstunde hattest. Dass du auch jetzt regelmäßiges Training im Nahkampf erhältst, von deinen Eltern, mit deinem Bruder, von anderen aus eurem Umfeld, denn als Tochter zweier Offiziere soll deine eigene, militärische Laufbahn natürlich abgesichert werden.

ii. Deine Hand umschließt den Stein so fest, wie sie nur kann. Deine Fingernägel graben sich in deine Handinnenflächen, hinterlassen kleine Halbmonde in deiner Haut, doch du spürst den Schmerz kaum. Dein Blick ist starr nach vorn gerichtet, auf ihre Gesichter, damit beschäftigt, sich jedes noch so kleine Detail einzuprägen. Du glaubst nicht, dass du sie jemals vergessen wirst, es überhaupt könntest, doch du weißt: sicher ist sicher. Und das hier ist die letzte Chance, die du bekommst. Der letzte Blick auf die Lachfalten, die seine Augen umspielen, oder auf die Sommersprossen in ihrem Gesicht. Traust dich nicht zu blinzeln, nicht einmal, als das Drachenfeuer schließlich über sie hinwegfegt und die Hitze nicht nur in deinem Gesicht brennt. Du schaffst es nicht – und als du deine Augen wieder öffnest, ist da nur noch Staub. Asche, wo deine Eltern eben noch standen. Und ein Brennen auf deinem linken Arm, dessen Hand noch immer den Stein hält; so fest, als wäre er dein letzter, dein einziger Halt. Dein Blick wandert zu dieser Stelle, du erwartest halb, nun selbst in Flammen zu stehen – doch sind keine Flammen, die du dort siehst, auch kein Rauch. Es sind dunkle Linien, die sich an deinem Arm entlangziehen und, nach den überraschten Geräuschen um dich herum, nicht nur bei dir erschienen sind. Verstehst es nicht sofort, aber das ist okay. Du verstehst an diesem Tag sowieso nicht viel. Verstehst nicht, wie das alles so plötzlich passieren konnte, wie ihr hier landen konntet. Dein Bruder an deiner Seite, deine Eltern – weg. Das einzige, was du wirklich verstehst, ist, dass dieser Tag mehr Veränderungen mit sich bringt, als dir lieb ist. Veränderungen, wobei keine einzige von ihnen wir überhaupt wirklich lieb ist. Oder sein wird.

iii. Nackte Füße schleichen über kalten Boden, halten bei jedem noch so kleinen Geräusch einen Moment lang inne. Du traust dich nicht, deine Schuhe bereits im Haus zu tragen, befürchtest, damit zu laute Schritte zu verursachen und jemanden auf dich aufmerksam zu machen – dabei weißt du nicht einmal, ob das wirklich etwas Schlimmes wäre. Hast es nie probiert, nie provoziert, weil du das Risiko nicht eingehen wolltest. Sicher ist sicher, hallt die Stimme deines Vaters in deinem Kopf wider, gefolgt von einem Kloß, der sich in deinem Hals festsetzt. Wie immer, wenn du an ihn denkst. Oder an deine Mutter, deinen Bruder. Du schließt die Augen, atmest einmal tief durch, bevor du die letzten Meter zurücklegst, hinaus aus dem Haus, in dem du nun dein Dasein fristest und hinein in das schwache Licht der aufgehenden Morgensonne. Es ist eine Art Ritual für dich geworden, noch vor Sonnenaufgang zu trainieren. Laufen zu gehen, gegen Heuballen auf nahegelegenen Feldern (oder in deren Scheunen) zu kämpfen, alles zu geben, um deine Zukunft wenigstens noch ein wenig abzusichern. Bist längst nicht so fit, wie du es wahrscheinlich durch das Training mit deiner Familie geworden bist (oder wärst), aber komplett gehen lassen kannst und willst du dich nicht. Das hätte deine Familie genauso wenig gewollt, wie die Menschen, unter deren Dach du nun lebst, dein Training unterstützen wollen.

iv. Du wippst auf deinen Füßen vor und zurück, spielst an den Fingern deiner Hände und lässt deinen Blick immer wieder unruhig herumwandern. Über all die Köpfe derer, die hinter dir stehen, neben dir, vor dir. Und immer wieder hin zu der schmalen Steinbrücke, dem Viadukt, von dem gerade erst eine junge Frau gestürzt ist. Heute ist der Tag der Tage. Der Tag, auf den dein bisheriges Leben immer wieder ausgerichtet wurde, von dem dir insbesondere in den letzten Wochen immer bewusster wurde, dass er zu einer großen Wahrscheinlichkeit dein letzter werden könnte. Der letzte Tag deines Lebens oder auch der erste Tag vom Ende deines Lebens, mit jeder Minute dem Tod ein wenig näher. Du spürst einen missbilligenden Blick auf dir und für einen Moment fühlt es sich an, als wäre es der Blick deines Vaters, tadelnd dafür, dass du deine Nervosität so nach außen zeigst, doch das Gesicht, aus dem er kommt, ist wesentlich jünger, wesentlich unbekannter. Du fühlst dich schwach zwischen all den anderen Anwärter:innen, wie ein Niemand, sobald du einen Blick auf deinem Handgelenk spürst – und doch willst du gerade nirgendwo anders sein als hier, wo du, wenn du diesen kleinen Spaziergang schaffst, endlich auch deinen Bruder wiedersehen wirst. Dem letzten bisschen Familie, das du noch hast. Der größte Grund, der dich in den letzten Jahren angetrieben hat und neben der ganzen Ungewissheit wegen dem, was dich erwartet oder ob du es überhaupt über den Viadukt schaffst, vielleicht auch ein Grund für die Unruhe, die dich gerade umtreibt.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 17.11.2024, 18:43
Zuletzt gesehen: Gestern, 18:36

Fliegerin
21 Jahre alt
Da ist ein Blitzen in deinen Augen, deine Mundwinkel sind zu einem schiefen Grinsen verzogen. Es ist nicht schwer, bei diesem Blick auf den Gedanken zu kommen, dass du irgendeinen Unfug im Kopf hast, vielleicht sogar schon daran arbeitest, auf dem Weg bist, ein paar Pferde zu stehlen und ans Ende der Welt zu reiten. Nichts, was du schon einmal gemacht hättest. Doch nichts in deinem Gesicht gibt einen Hinweis darauf, wo du herkommst oder was du bereits erlebt hast. Da ist keine Spur mehr von dem siebenjährigen Mädchen, das nach dem Tod ihrer Mutter auch noch ihren Vater verloren hat; das von heute auf morgen komplett auf sich allein gestellt war und jeden Tag aufs Neue sehen musste, wie es überlebt. Wo es was zum Essen herbekommt. Und bald sogar, wo es einen Platz für die nächste Nacht findet, weil das Haus, in dem es aufgewachsen ist, keine Option mehr war. Wenn du je etwas gestohlen hast, dann war es Nahrung, dann war es das Geld aus den Taschen unachtsamer Menschen.

Das Leben war nicht immer nett zu dir – aber auch nicht immer scheiße. Es hat dir Menschen genommen, aber auch Menschen gegebene. Hat dich auf der Straße nicht mehr allein sein lassen, eine neue, zweite Familie finden lassen, dich irgendwie zum ersten Mal richtig ankommen lassen, obwohl das alles vielleicht nicht die Art von Leben war, in dem man wirklich ankommen wollen sollte. War nicht immer alles Sonnenschein, hat oft geregnet, im wahrsten Sinne des Wortes, und nicht immer war das Dach über deinem Kopf dicht. Nicht immer hat es sich dabei wirklich um ein Dach gehandelt. Ihr habt euch gemeinsam durchs Leben gezogen, du hast gelernt, anderen zu vertrauen und dass du dich auch auf sie verlassen kannst und dass das Leben, wie du es mit deinem Vater geführt hast, absolut nicht perfekt war. Und nicht normal, nicht familiär. Im Kreise deiner Freunde, deiner neuen Familie, spielten die anderen Umstände deines Lebens mit der Zeit eine immer kleinere Rolle. War gar nicht mehr so wichtig, ob ihr auf der Straße gelebt habt oder auf einer Farm, zwischen Tieren, Heu und realer Scheiße, um die ihr euch dann auch noch zu kümmern hattet. Wichtiger war, dass ihr einander hattest. Dass du die anderen hattest; Menschen, denen du etwas bedeutest, die dich nicht verlassen würden. Menschen die –

dir schließlich auch genommen wurden. Nur anders, nicht durch Krankheit oder Verbrechen.

Mit ihnen wurde dir eine große Portion deines Vertrauens genommen. Oder: der Mut dafür, dieses Vertrauen wieder in andere Menschen zu stecken, während die Angst gestärkt wurde, wieder verlassen zu werden, wieder allein zurück zu bleiben. In den letzten Jahren hast du vor allem diesem einen Jahr entgegengefiebert. Dem Jahr, in dem du vielleicht etwas aus dir würdest machen können, in dem du aber auch die anderen hoffentlich wiedersehen würdest. Erinnerst dich schließlich noch dran, als wäre es gestern gewesen, dass ihr über die Cliffsbane Akademie gesprochen habt. Davon, die ganze Scheiße hinter euch lassen oder doch wenigstens gegen andere Scheiße eintauschen zu können. Feste Mahlzeiten, ein festes Dach über dem Kopf. Dem Königreich dienen, das dir selbst bisher noch nicht viel Gutes getan hat. Und das alles auf dem Rücken eines Greifen, auf dem du vielleicht auch ans Ende der Welt fliegen könntest. Oder zumindest ins nächste Abenteuer, in ein neues Leben.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 10.11.2024, 15:10
Zuletzt gesehen: 01.12.2025, 20:38

Reiter
20 Jahre alt
Immer wenn das Dienstmädchen dir Geschichten vorgelesen hat, hat dich nur eins interessiert: Wer ist der Held oder die Heldin? Schon früh hast du angefangen davon zu träumen, einmal einer von ihnen zu werden. Dass Lobgesänge über dich geschrieben werden oder vielleicht ein Gedicht. Du bist zwar kein Fan von Gedichten, aber wer kann schon von sich behaupten, dass mal eins über die eigenen Heldentaten geschrieben werden? Und was ist heldenhafter, als auf einem Drachen zu reiten? Für dich war schnell klar, was dein größtes Ziel im Leben war: Ein Drachenreiter zu werden. Dabei ist dir natürlich nicht bewusst, dass du ziemlich behütet aufgewachsen bist. Als Sohn des Herzogs von Deaconshire weißt du nicht, was Hunger ist. Kennst Gewalt nur aus der Ferne und von den Trainingseinheiten, die dein Vater dir organisiert hat und bei denen du öfter als dir bewusst ist gewonnen hast, weil man dein Selbstwertgefühl nicht vermindern wollte. Du hast 6 Geschwister und alleine das sagt schon etwas über den Wohlstand deiner Familie aus. Trotzdem hat dein Vater zugelassen, dass du dieses Jahr, nach deinem 20. Geburtstag, den Weg zum Drachenreiter beschreiten kannst. Jetzt ist nur die Frage, wie schnell du aus deiner heilen Traumwelt aufwachen wirst, in der man dich viel zu lange gelassen hat. Du denkst, du wärst auf das vorbereitet, was auf dich zukommen wird, denn bisher ist dir alles in deinem Leben in den Schoß gefallen. Zuhause musst du nur Lächeln und du bekommst alles was du brauchst. Du bist dir deiner Privilegien nicht bewusst und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis du einmal so richtig auf die Schnauze fliegst. Dabei meinst du es nicht einmal böse, du bist einfach etwas naiv und überschätzt dich selber. Möchtest andere beeindrucken und weißt dabei nicht, dass du dich noch nie wirklich anstrengen musstest, um genau die Reaktionen zu bekommen, die du dir gewünscht hast. Doch das wird jetzt enden, denn du weißt es noch nicht, aber deinen Traum zu erfüllen wird dazu führen, dass du die Realität mit all ihrer Härte kennenlernen wirst.
Gespielt von Ely
Dabei seit: 22.10.2024, 14:19
Zuletzt gesehen: 10.12.2025, 18:44

Alchemist
22 Jahre alt
Du hast das Lächeln deiner Mutter geerbt und dein Lächeln ist es, das du niemals verlieren wirst. Egal wie viel Scheiße dir das Leben vor die Füße wirft, du versuchst es mit Humor zu nehmen. Versucht das Leben als Spiel zu sehen, denn wenn das alles kein Spiel wäre, könnte es passieren, dass dein Lächeln verschwindet und du dich der Realität stellen musst. Und wer will schon in der Realität leben? In der Realität ist alles dunkel und düster und selbst als deine Mutter noch da war, musstet ihr euch durch den Dreck wühlen. Musstet von denen stehlen, die mehr hatten als ihr, denn die Alternative wäre... nicht schön gewesen. Also habt ihr aus all dem Chaos ein Spiel gemacht. Du liebst das Chaos. Wie könntest du auch nicht – Chaos ist alles, was du kennst. Du hattest in deinem Leben die Wahl: unterzugehen oder im Chaos aufzugehen. Du hast dich für ein kleines bisschen von beidem entschieden, je nachdem, wonach dir gerade war. Denn du liebst es zwar, anderer Leute Aufmerksamkeit zu haben und sie zum Lachen (oder zur Weißglut) zu bringen, aber genauso sehr magst du es, in der Masse unterzugehen und Dinge zu machen, die von anderen lieber nicht gesehen werden sollten. Nachdem deine Mutter schließlich in jungen Jahren gestorben ist, hattest du keine andere Wahl, als dich irgendwie alleine durchzuschlagen. Du hast getan, was getan werden musste (wie regelmäßig das ein oder andere Laib Brot vom Bäcker die Straße runter mitgehen zu lassen) und auch, was nicht getan werden musste (wie das mal, als du den linken Schuh des Barbiers geklaut hast, der dir viel zu groß war, einfach nur um sein genervtes Gesicht zu sehen). Dir wird viel zu schnell langweilig, du brauchst immer etwas neues, das diese kleine Flamme in dir entfacht. Und wenn sie wieder weg ist, suchst du weiter. Man ist sich nicht sicher, ob du schon jemals etwas in deinem Leben ernst genommen hast. Aber was bringt es auch, sich unnötig Sorgen zu machen? Bis der Zeitpunkt gekommen ist, an dem dich jemand erwischt, hast du schon so viel Spaß, dass sich der Ärger lohnt.Jahrelang warst du auf dich alleine gestellt, bis du deine zweite Familie gefunden hast. Einer nach dem anderen sind sie in dein Leben gestolpert und sie zum Lachen zu bringen war das, was zu deinem wichtigsten Tagesziel wurde. Gemeinsam habt ihr vieles durchgestanden und alleine wärst du vielleicht niemals auf der Farm gelandet, aber du würdest dich immer wieder für sie entscheiden statt für die Einsamkeit. Alle schrecklichen Erinnerungen blendest du aus, um dich an das Gefühl zu erinnern, das sie in dir geweckt haben. Du dachtest nicht, dass du sie jemals wieder verlieren würdest und eines Tages standst du da und sie waren weg und dein Lächeln hat gebröckelt. Vermutlich war es das, was in deinem Gehirn was kaputt gemacht hat. (Du kennst dich nicht genug damit aus, wie es funktioniert, um das dramatischer zu beschreiben.) Warum sonst hättest du dich für eine der gefährlichsten Laufbahnen entschieden, die dir zur Auswahl stand? Hast nicht mit der Wimper gezuckt, als es hieß: "Na, wer hat Lust mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Luft gesprengt zu werden?". Zugegeben, der Nervenkitzel hat auch die kleine Flamme in dir wieder entfacht. Zumal du es liebst den hochnäsigen Kadet:innen so richtig auf den Sack zu gehen. Du bist weder dumm, noch faul, du gibst nur beides gerne vor, um es zu deinem Vorteil zu nutzen. Du magst es, wenn du unterschätzt wirst. Das macht viel mehr Spaß, als von anderen als Konkurrenz angesehen zu werden. Und Spaß ist doch das, was im Leben am wichtigsten ist. Also lächeln und winken.
Gespielt von Ely
Dabei seit: 18.10.2024, 10:00
Zuletzt gesehen: 09.11.2025, 12:26


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros