reisende:r
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the empyrean
Fünf Minuten an Nettigkeiten, nur für so einen Totalabsturz. Das war mehr als ihr Drache ihr geben wird, bevor sie in den Genuss des Sturzflugs kommt.
Caelum Sertori

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Reiterin
31 Jahre alt
Ungestüm rasen drei Paar Kinderfüße über die Holzdielen des kleinen aber gemütlichen Wohnhauses der Familie Wallace in Samara. Warst die laute, die wilde. Die, die sich nichts sagen ließ. Die, deren Namen im scharfen, strengen Ton über die Lippen ihrer Eltern kam, weil sie's für nötig hielten, deinen Tatendrang zu zügeln. Bist das älteste Geschwisterkind, das Vorbild. Diejenige, an der die anderen sich orientieren werden, ein Leitbild, und solltest mit gutem Beispiel voran gehen. Hast viele Jahre weder verstanden, was das bedeuten sollte, noch irgendetwas von den Pflichten, die deine Eltern dir auferlegten, ernst genommen. Rein zum einen Ohr, raus zum anderen. Hattest deinen eigenen Kopf, eine sehr genaue Vorstellung davon, wie du dir das Leben vorstellst - bist nicht die Erwachsene, nicht die Vernünftige. Hast dir schon damals trotz mehrfacher Warnung die Splitter in die Füße gehauen und die Knie aufgeschlagen, bist das Risiko eingegangen. Hast dich als dumm und unbelehrbar bezeichnen lassen, obwohl's schon immer Mut und Entschlossenheit waren, die in deiner Brust brüllten, stolz wie ein Löwe.

Hast deinen Willen nie brechen lassen von sinnlosen Ansprüchen - deine Eltern haben schnell gelernt, dass das Feuer in deinem Inneren nur schwer zu zähmen ist. Sie haben dich sein lassen, wer du bist. Immerhin in einer Sache wurdet ihr euch früh einig: eine Persönlichkeit wie deine würde in den Reiterquadranten gehören. Dass deine Eltern diese Zukunft auch für deine Geschwister sahen - und es nicht wirklich etwas persönliches, kein individuelles Kompliment an deine Fähigkeiten, war - wusstest du oft genug zu ignorieren. Hast ihre Erwartungen als Stolz gedeutet und alles dafür getan, irgendwann einmal erfolgreich über den Viadukt zu balancieren und drei Jahre harte Ausbildung zu überstehen, um auf dem Rücken eines Drachen die Wolken zu teilen. Hast dich den Wünschen und Erwartungen deiner Eltern bereitwillig gebeugt, weil sie mal nicht dem widersprachen, wer du warst. Hast - gefühlt - zwanzig Jahre deines Lebens mit Warten verbracht, hast die Aussicht auf das Basgiath War College als Motivation gesehen, als Antrieb - hattet nie das Geld, nie die Möglichkeiten für professionelles Training, aber hast alle Möglichkeiten genutzt, bis es endlich soweit war.

Seren Wallace. Eine von vielen Kadett:innen aus gewöhnlichen Kreisen, ohne besondere, militärische Vergangenheit. Reine Weste, kein Name, mit dem man irgendetwas verbindet - war ein guter Start für dich; bist aus den Schatten ins Rampenlicht getreten und hast alle überrascht. Wurdest von einem Niemand zu jemandem. Hast dich endlich gesehen gefühlt in deinem Tatendrang, in dem Sturm, der in dir tobte, in all' der Energie, die jahrelang unverstanden blieb. Basgiath wurde der Anfang von Etwas, das eine strahlende Karriere am Himmel werden könnte - war dir von Anfang an bewusst, doch anstelle von Druck war's eher ein konstantes Gefühl der Aufregung, das dich in deinen drei Jahren Ausbildung begleitete. Damals, als du noch nicht wusstest, dass aus werden könnte einmal hätte sein können werden würde; als du nicht nur Hoffnung hattest, sondern eine klare Aussicht direkt voraus.

Unangenehm pocht es hinter deiner Stirn, wenn du versuchst, nach Fragmenten deines Lebens zu greifen, die längst in der Vergangenheit liegen. Es ist vorbei. Du bist vorbei. Die Version der Seren, die wild und ungezügelt für sich und das einsteht, was sie erreichen möchte, gibt es nicht mehr. Wird heute regelmäßig ausgebremst durch die Grenzen, die das Schicksal ihr gezogen hat. Hast du dich auf dem Rücken deines Drachen einst allmächtig gefühlt, musstest du lernen, dass du es nicht bist. Bist heute doch nicht viel mehr als der Niemand, den du nach jahrelanger Arbeit endlich abgelegt hattest; schlimmer noch, bist nur noch der Schatten des Niemands, der du einmal gewesen bist. Hast die Karriereleiter nicht bezwungen, sondern bist abgerutscht; die Sprossen war'n instabil, bist metertief gefallen, auf dem Boden der Realität aufgeprallt.

Der Anblick im Spiegel ist ungewohnt. Allen, die dich kennen, steht die Verwirrung in den ersten Sekunden deutlich ins Gesicht geschrieben, bevor ein schräges Lächeln das Weg auf und ein "steht dir" den Weg über ihre Lippen findet. Dein Inneres spiegel dein Äußeres wider: radikale Veränderung ist es, was du durchgemacht hast, radikale Veränderung ist, was auch die Anderen sehen sollen. Bist nicht mehr die Seren von Früher. Dein langes, brünettes Haar ist gewichen. War im Weg, trug zu viel der Geschichte mit sich herum, mit der es dir schwer fällt, zu leben. Die Strähnen kitzeln nicht länger deinen Rücken; gehen dir nur noch bis knapp über die Schultern. Dunkles, fades Braun weicht strahlendem Wasserstoffblond. War eine dieser Nacht und Nebel-Aktionen, die niemand hinterfragt. Auch du selbst nicht. Hast dir selbst auch im Nachgang nicht die Gelegenheit gegeben, zu hinterfragen, ob's dir steht. Ist dein neues Ich. Konntest dir in vielerlei Hinsicht nicht aussuchen, wer du bist, kannst nicht zurück. Auch bei dieser, der am bisher wenigsten verhängnisvollen, Entscheidung nicht. Klingt endgültig, doch bist deiner neuen Erscheinung nicht hilflos ausgesetzt - gibt einen großen, bedeutenden Unterschied: hast sie, wenn auch nicht in vollem Bewusstsein, für dich selbst getroffen.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 12.10.2024, 12:44
Zuletzt gesehen: 11.07.2026, 08:34

Infanterie
33 Jahre alt
„Sie wollten mich sprechen, Sir?“ der junge Major betritt das Büro seines Vorgesetzten, der ihn über den Schreibtisch hinweg ansieht und ihm bedeutet sich zu setzen. Serapio, von allen nur Seras genannt, kommt dieser Anordnung nach, bevor er das Papier bemerkt, welches der ältere Soldat zu ihm hinüber schiebt. „Es geht um Ihren Bruder.“

Serapio Arias, den später alle nur noch Seras rufen, wird als das erste Kind eines glücklichen Ehepaares geboren. Nun, zumindest lernt der Junge, das Glück eine relative Sache ist, wenn man es so betrachtet. Sein Vater, ein aufstrebender Infanterist, übernimmt recht schnell die Erziehung seines Erstgeborenen, während die Mutter den Haushalt weiter führt. Gleichberechtigung ist im Hause Arias, trotz der vorherrschenden Meinung, kein Thema. Sie hat sich darum zu kümmern dass das Haus in Ordnung ist und das Essen auf den Tisch steht, wenn ihr Mann nach Hause kommt.
Der kleine Junge bekommt, als er sieben Jahre alt ist, noch einen kleinen Bruder namens Michael. Während dieser von der Mutter versorgt wird, sorgt sein Vater mit strenger Hand dafür, dass sein erstgeborener nicht verweichlicht. Seras besucht wie jedes andere Kind auch die Schule, macht seine Hausaufgaben und fängt an mit Freunden zu spielen, bevor sein Vater nach Hause kommt und sich um die militärische Erziehung des Jungen kümmert. Gerade in den ersten Jahren landet der kleine Junge öfters bei den Heilern, wo jedoch später der Grundstein für die Freundschaft mit seinem besten Freund gelegt wird, als sie beide ein wenig älter sind. Im Laufe der Zeit entwickelt Seras keinen großen Bezug zu anderen, geschweige denn in einer Freundschaft, ist er zu sehr damit beschäftigt sich den Ausbildungswünschen des Vaters zu stellen, während sein Bruder unter der Hand der Mutter aufwächst, nachdem es an den Grenzen immer wieder zu Überfällen durch das Nachbarland kommt und sein Vater abkommandiert wird. Anstatt die freie Luft zu atmen, intensiviert der junge Seras sein Training, bevor er die Schule abschließt und in die Gilde der Diplomaten wandert, ganz wie sein Vater es sich gewünscht hat.
Was er dort soll, erschließt sich ihm jedoch auch im Laufe der nächsten Jahre nicht, selbst wenn er hier lernt etwas ruhiger zuzuhören, fehlt es ihm dennoch an seiner Menschenkenntnis und zu verstehen, dass er nicht immer los stürmen soll. Etwas was sich im Laufe der nächsten Jahre legen wird. Immerhin schafft er es den Kontakt zu seinem besten Freund aufrecht zu erhalten, ehe es aufs College geht. Nachdem sein Vater den Grundstein gelegt hat, ist es für ihn keine Frage, wohin es ihn verschlägt und so schließt er sich der Infanterie an.
Nicht dass er dort alles spannend finden würde und so fragt er sich öfters, was er bei den Göttern hier eigentlich zu suchen hat. Dennoch, er beißt sich durch und bringt es sogar im zweiten Jahr zum Staffelführer und im dritten zum Schwarmführer, nicht dass er sich heute darauf etwas einbilden würde. Den Ehrgeiz jedoch hat sein Vater ihm eingetrichtert und als er das College schließlich abschließt ist er verflucht froh, als es ihn wieder nach Hause treibt. Er nutzt die Zeit um Wex etwas auf dessen Zeit vorzubereiten, auch wenn selbst sich immer weiter von seiner Familie entfremdet und mehr Zeit bei seinem besten Freund zuhause verbringt, als bei seinen eigenen Eltern. Als es für Michael an der Zeit ist aufs College zu gehen weiß Seras sehr wohl, dass sein kleiner Bruder das ganze nicht packen wird, im Gegensatz zu seinem Freund, den er anweist zu schreiben, sobald es ihnen erlaubt ist.
Seras folgt kurz darauf den Ruf seines Vaters zu einem Außeneinsatz, bei dem im Grunde, außer Seras selbst, niemand weiß was genau passiert. Offiziell stirbt sein Vater, als sie in einem kleinen Dorf Plünderer überraschen und auch wenn die Untersuchungen nichts anderes ergeben haben, liegt der Rest noch im dunkeln, genauso die Frage, was sie dort überhaupt zu suchen hatten. Eine Frage, die zumindest der Soldat nicht beantworten kann, ist er doch nur seinem Vater hinterher geritten, der ihm den Weg vorgegeben hat. Zurück zu Hause hält er, zusammen mit seiner Mutter, die seltsam erleichtert wirkt, die Zeit der Trauer ein, bevor er sich wieder auf den Weg macht, das Land zu verteidigen.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, findet sich Seras in seiner Truppe ein, während seine Mutter beschließt ihren jüngsten Sohn am College einen Besuch abzustatten. Das er ihr sagt, dass das nicht gehen wird, scheint sie dabei nicht zu stören und so ist seine Mutter bereits eine Weile unterwegs, als er ins Büro seines Vorgesetzten gerufen wird.

„Michael? Was ist mit ihm?“ Er runzelt die Stirn, sieht auf das Blatt Papier, das einem Fahndungsbild gleicht. Sein Bruder hat das College, entgegen aller Anweisungen verlassen und hat damit Hochverrat begangen. Bei Sichtung sofort zu Exekutieren.

Er holt sich nur kurz die Erlaubnis ein, Michael und seine Mutter zu suchen, bevor er sich seinen besten Freund schnappt. Die Pferde sind schnell gesattelt, bevor sie sich beide auf den Weg machen, auch wenn es einige Wochen dauert, bis sie am Zufluchtsort seines jungen Bruders und seiner Mutter ankommen. Seras hat nicht vor eine einfache Verhaftung durchzuführen, auch als seine Mutter ihn anfleht. Als sie versucht ihren jüngsten Sohn zu retten, ist es Seras, der sich verteidigt und sie dabei schwer verletzt, so dass sie kurz darauf verstirbt, Michaels Tod ist hingegen schmerzlos und schneller, als er die angeordnete Hinrichtung vornimmt und beide Leichen darauf verbrennt.
Beide kehren nach Hause zurück, wo er den Vollzug und Tod der beiden bekannt gibt, ehe in sein Leben Ruhe einkehrt, soweit Ruhe an der Ostgrenze eintreten kann. Er übernimmt das Haus seiner Eltern, sorgt dafür das Wex in sein Team kommt und baut im Laufe der Zeit sein kleine Staffel auf, während das Leben um ihn herum weiter geht. Ob er etwas bereut oder vermisst? Auf diese Frage würde er höchstens Lachen und einen weiteren Krug Bier auf den Tisch stellen, schließlich ist das Leben zu kurz, um sich um die Vergangenheit zu sorgen, geschweige denn Gedanken darüber zu machen, was gewesen wäre, wenn er sich anders verhalten hätte.
Gespielt von Kay
Dabei seit: 07.10.2024, 19:39
Zuletzt gesehen: Vor 4 Stunden

Reiterin
22 Jahre alt
I. In Calldyr steht ein Haus mit sieben Zimmern. Ist groß und prächtig, zieht Blicke auf sich, ist kalt und einsam im Inneren. Manchmal hallt ihr helles Lachen durch die Flure, dann stimmst du ein, ihr rennt und kämpft und du liegst oben, bist älter, stärker, grinst, aber ist nicht schlimm, weil sie Bemerkenswertes vollbringen wird, auch wenn’s ein anderer Weg ist als deiner. Dad verlangt nach Ruhe, tut er immer, ist Leutnant General und das nicht nur in der Luft. Auch euch führt er mit strenger Hand, erwartet Disziplin und Gehorsam, überprüft regelmäßig deinen Trainingsfortschritt, weil du seine Älteste bist, die, die dazu verdammt wurde, die Familienehre aufrechtzuerhalten.

II. Träumst schon immer von einem eigenen Drachen. Davon, dass sich die Wolken teilen, die Menschen ehrfürchtig zu euch hinauf in den Himmel starren. Heute bist du dir gar nicht mehr sicher, ob’s jemals dein eigener Traum war. Trainierst seit du klein bist für diesen einen Tag, dafür, den Viadukt lebend zu überqueren, den Gaulent und die Präsentation zu überstehen, beim Dreschen gebunden zu werden. Jeden einzelnen Tag. Bist schnell und wendig, strahlst Ruhe und Gelassenheit aus, wenn du den Bogen anlegst, die Sehne spannst und schießt. Kannst mit einem Dolch umgehen, nur das Langschwert liegt zu schwer in der Hand, noch ein bisschen mehr, wenn Dad mit ernstem Blick zusieht und du unter den blauen Augen kleiner, immer kleiner, wirst. Weißt, was von dir erwartet wird, seit du das Licht der Welt erblickt hast und auch, dass du ihn nicht enttäuschen wirst.

III. Tyrrendor steht in Flammen. Und weil du glaubst, was man in ganz Navarre berichtet, was Dad in seinen seltenen Briefen schreibt, nie auch nur daran denkst, zu zweifeln, bist du froh, als die Rebellion endlich niedergeschlagen wird. Denkst nur kurz an deine Schwester, zuckst dann aber mit den Schultern, weil sich’s für dich nicht wie eine Strafe anfühlt, Teil des Reiterquadranten zu werden und die Brandmarkung besser als der Tod ist. Aber dann steht er vor eurer Tür, zieht in eins der leeren Zimmer, sieht dabei so verloren und trotzdem voller Tatendrang aus, dass du dich beeilst, den Funken Mitleid zu beherrschen, der in dir aufzusteigen droht. Ihr trainiert nicht zusammen, obwohl’s so naheliegend ist, geht euch aus dem Weg, lebt nebeneinanderher und sitzt euch doch beim Abendessen gegenüber. Ist seine Strafe, nun bei euch zu leben, aber manchmal, da fühlt sich’s so an, als wäre es auch eure. Kannst nicht ahnen, wie sehr dir sein schiefes Lächeln ans Herz wachsen wird, dass du bald dein Leben für seins geben würdest, er dein bester Freund und Bruder wird.

IV. Bist zu laut, zu entschlossen, immer mit dem Kopf durch die Wand, gibst Widerworte, bildest dir zu viel auf deine adelige Herkunft ein, auch wenn’s dabei vielmehr um den eigenen Stolz geht. Eigenschaften, die Dad als schlecht bewertet, als störend in der strengen militärischen Hierarchie. Du schaffst, was du dir vornimmst, überlebst das erste Jahr am Basgiath War College und dann steht sie vor dir und du neigst respektvoll den Kopf, weißt, dass sie deine Angst riechen wird und schluckst sie hinunter. Sie ist wunderschön und ihre Stimme ist nicht deine, fühlt sich aber fast genauso vertraut an. Das erste Mal, als ihr gemeinsam in den Himmel steigt, wirst du nie vergessen. Glücksgefühle, die durch deinen Körper jagen, unbändiger Stolz, Entschlossenheit, Triumph, Mut – fühlst alles auf einmal und irgendwie auch nichts. Nur Bris und du.

V. Punktest nicht mit herausragendem strategischem Denken oder körperlicher Kraft, aber bist gut darin, Menschen einzuschätzen und die Luftmanöver, die Bris und du ausführen, nagen für deinen Ausbildungsstand beinah an Perfektion. Hast noch immer den Bogen, den du in deinem kleinen Rucksack über den Viadukt getragen hast, an deiner Seite, dazu eine hübsche Auswahl an Dolchen, die dir gut in der Hand liegen. Auf der Matte verlierst du nicht mehr oft. Windest dich unter Fausthieben und Tritten hindurch, bist zu schnell für deine Gegner und manchmal zu kopflos für dich selbst. Es ist dein zweites Jahr am College und dir wird die Ehre zu teil, als Staffelführerin der 1. Staffel im Flammenschwarm des 3. Geschwaders ernannt zu werden. Der erste Brief, den du nach Hause schreibst und der sich nicht an deine Schwester richtet. Stellst dir gern Dads stolzes Lächeln vor, Mum, die anerkennend nickt, weil du mit Leistungen trumpfst, die deiner Familie Ehren machen werden. Bis deine Siegelkraft erwacht und du stolperst.

VI. Fliegen, das ist berauschende Freiheit. Wenn du mit Bris durch die Wolken tauchst, ihre Schuppen im Sonnenlicht bernsteinfarben glühen, starke Schwingen, die den Wind teilen, ist nichts anderes von Bedeutung. Fühlst dich ganz leicht und unbeschwert, Teil von etwas Großem. Vergisst alle Angst, jeden Zweifel, die Sorgen, bist frei von der Verantwortung, die auf deinen Schultern lastet – kannst verdammt nochmal atmen. Da gibt’s nur euch, Bris und dich, ihre kühlen Schuppen unter deinen Fingern, keine Erinnerungen, Bilder, Emotionen, die deinen Blick trüben. Berührungen, die du freiwillig gibst, die nichts nehmen, sanft und bedächtig, liebevoll und anerkennend. Hier oben, da bist du nicht allein.
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 05.10.2024, 19:23
Zuletzt gesehen: 12.07.2026, 19:12

Infanterie
28 Jahre alt
Wexen Nicholas Padakin wird von den meisten seiner Mitmenschen Wex gerufen. Seinen zweiten Vornamen kennen nur die wenigsten, denn Wex nutzt diesen für gewöhnlich nicht. Er ist 28 Jahre alt und als Weiberheld bekannt. Er ist der Sohn einer Heilerin und eines Bauern.
Schon in seiner Kindheit geriet Wex häufig mit anderen Kindern aneinander. Egal wie sehr seine Eltern sich darum bemühten ihn das um sich schlagen abzugewöhnen, es gelang ihnen nicht. Sie konnten es schon als Erfolg verbuchen, dass Wex irgendwann damit aufhörte die anderen Kinder zu beißen. Desto älter Wex wurde, desto deutlicher wurde seine gewalttätige Ader. Er geriet immer häufiger in Schlägereien, weswegen es nicht ungewöhnlich war Wexen in seinen Teenagerjahren mit einem blauen Augen oder einer aufgeplatzten Lippe anzutreffen. Was sich ebenfalls schon in seiner Kindheit abzeichnete war, dass Wex sich mit dem Lesen und Schreiben schwer tat. Er leidet an einer nicht diagnostizierten Lese und Rechtschreibschwäche. Für gewöhnlich nehmen seine Mitmenschen einfach an, dass Wex sich mit dem Lesen und Schreiben schwer tut, weil er nicht das hellste Licht im Kronleuchter ist. Wieder andere nehmen an, dass er sich mit diesen Dingen schwer tut, weil er faul ist. Wex hat also immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen, was bei ihm regelmäßig für Frust sorgt und dafür sorgt, dass sein Temperament umso schneller mit ihn durchgeht und er sich dementsprechend schnell wieder in irgendwelchen Faustkämpfen wiederfindet.
Wex ist zudem als Adrenalinjunkie bekannt. Dies zeigte sich schon in seiner Kindheit deutlich, denn damals kletterte er auf den höchsten Bäumen herum. Als Erwachsener ist Wex immer noch für alles zu haben, was nach einer schlechten Idee und potenziell gefährlich klingt. Alles, was seinen Puls beschleunigt, klingt nach einem guten Zeitvertreib für ihn.
Um sich unter der Hand ein wenig Geld dazu zu verdienen, dealt Wex auch mit Tabak und pornografischen Materia (Zeichnungen, Texte bzw. Bücher)l. Seine Ware erwirbt Wex jedoch nicht immer legal. Manchmal lässt er bei Einsätzen etwas mitgehen, wenn es sich ergibt. Regeln und Vorschriften waren für ihn schon immer mehr ein gut gemeinter Ratschlag und keine Verbindlichkeit.
Gespielt von Jeanette
Dabei seit: 30.09.2024, 13:21
Zuletzt gesehen: 08.07.2026, 20:27

Reiterin
20 Jahre alt
Sie schluckte die letzten Tränen herunter, wischte sich über das Gesicht, was nicht nur die Tränen, sondern auch das Blut verwischte, was aus ihrer Nase, der Lippe und der geplatzten Augenbraue tropfte. Das kleine Mädchen unterdrückte ein weiteres Schluchzen, verflucht, das tat weh, während sie sich straffte und gerade aufrichtete. Ihre Schritte, anfangs noch etwas unsicher, wurden selbstsicherer, als sie das Tor zum Innenhof durchschritt, wo einige Soldaten und Reiter inne hielten, den 8jährigen Blondschopf beobachtend, der mit direkten Schritten auf einen der Männer zuging, der nicht ohne Grund als einer der besten galt.
Das Mädchen blieb stehen, sah fast trotzig hoch, als der deutliche ältere Reiter seine Arbeit unterbrach, kaum hatte die Bewegung neben sich bemerkt. Für einen Augenblick war es totenstill auf dem Hof, während er sie musterte und nur andeutungsweise eine Augenbraue hochzog. Sie sah mitgenommen aus. Das Blut im Gesicht, auf ihrer Kleidung, die zerrissene Tunika, die Hose die offensichtlich auf dem Boden gekommen war, als sie sich geprügelt hatte. „Hast du gewonnen?“ Ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Kindes aus. „Hab ihm den Arm gebrochen!“
Die Männer, erst vor wenigen Tagen angekommen, waren immer noch still, sichtlich verwirrt. „Er ist jammernd und weinend zu seiner Mama gerannt!“ Ha, das hatte sie nicht getan. Sie war eine A'zion, sie jammerten nicht, sie weinten nicht und erst recht flehten sie nicht um Hilfe. Sie waren Drachenreiter, sie schlugen zu, immer wieder, solange bis ihr Gegner sich auf dem Boden und im besten Fall im nächsten Grab wieder fand.
Genauso war das kleine Mädchen, das auf den Namen Tristan A'zion hörte, erzogen worden. Eine stolze Reiterin zu werden, sich nichts gefallen zu lassen. Schon früh wird dem kleinen Mädchen klar gemacht, dass sie nicht verhätschelt werden wird, dass sie noch härter kämpfen muss als alle anderen, weil ein Versagen in ihrer Familie nicht geduldet wird. Jeder, der keinen eigenen Drachen besitzt, ist nur das niedere Fußvolk und wird nie den Stellenwert erreichen können, den ihre Familie schon seit Generationen inne hat. Verliert sie, zeigen ihre Eltern ihr, wie sie noch härter und besser zuschlagen kann. Wenn sie irgendwo herunter springen will, fragen ihre Eltern nur, wie tief soll es sein? Von klein auf wird sie heraus gefordert, lernt sich selbst heraus zu fordern. Sie darf die Waffen in die Hand nehmen, einen Drachen streicheln und auch schon mal zwischen seinen Klauen einschlafen, weil sie doch einen Alptraum hatte.
Tristan wächst in den verschiedensten Kasernen auf und besucht durch den Beruf ihrer Eltern auch in den sechs Jahren der Schulbildungen verschiedene Volksschulen in Navarre. Sie lernt den Alltag der Reiter so früh genug kennen um zu wissen, wie hart er ab und an sein kann. Das Mädchen erlebt Tod und Leid, aber auch das Freude und Erfolg nah beieinander liegen können. Wenn sie morgens aus dem Fenster sieht, wie die Drachen starten, so weiß sie, dass das eines Tages ihre Bestimmung ist. Ihre Größe macht sie mit ihrem Können wett, lernt zu balancieren, zu kämpfen, klettern, zu springen. Sie lernt Lücken in der Deckung eines Gegners zu erkennen und jeden zu verachten, der den Gesetzen der Reiter nicht folgt. Tristan weiß, dass die Reiter und die Familie über allem steht und so kommt sie auch nicht umher den Teil ihrer Familie, von dem sie erst spät erfährt, mit Argwohn zu betrachten. Niemand verlässt die Reiter. Niemand verlässt die Familie, etwas was für sie dem Hochverrat gleich kommt. Sie weiß was sie will, ihren eigenen Drachen zum einen und zum anderen jeden ausmerzen, der es wagt sich gegen das Königreich und seine edelsten und größten Beschützer zu stellen: Die Drachen und ihre Reiter.
Nach dem Ende ihrer Schulzeit, als sie gerade 12 Jahre alt geworden ist, schließt sie sich dem Verband der Schmiede und Baumeister an. Sie entwickelt jedoch kein Geschickt für die Schmiede, beweist jedoch ein gutes Auge für die Architektur. Als ihre Eltern die nächsten Jahre am selben Ort stationiert sind, geht das junge Mädchen bei einigen renommierten Architekten ein und aus und lernt Gebäude zu zeichnen und zu planen, ebenso auch strukturelle Schwachpunkte zu erkennen.
Zwar werden ihre Eltern erneut versetzt, sie bleibt jedoch zurück und setzt ihr Training mit einigen Freunden ihrer Eltern fort, wenn sie nicht gerade arbeitet. Das letzte halbe Jahr vor der Einberufung nimmt sie sich jedoch die Zeit noch einmal zu ihnen zurück zu kehren und das vorbereitende Training abzuschließen, bevor ihre Eltern sie persönlich zur Anmeldung begleiten werden.
Gespielt von Kay
Dabei seit: 15.09.2024, 19:59
Zuletzt gesehen: 17.03.2026, 19:51

Reiterin
20 Jahre alt
MacKayla Aurora wird von allen nur Mac gerufen. Sie stammt aus einer Zirkusfamilie und hat daher bisher nie lange an einem Ort gelebt. Mac betrachtet ganz Navarre als ihr Zuhause. Sie ist 20 Jahre alt und beginnt nun die Ausbildung zur Drachenreiterin. Zuvor hat sie im Zirkus ihrer Familie als Seiltänzerin gearbeitet. Da Mac dadurch ein äußerst gutes Gleichgewichtssinn hat, hat sie sich schon bereits im Vorfeld selbst zur Königin des Viadukts ernannt. Für sie steht fest, dass niemand sicherer über den Viadukt balancieren kann als sie.
Aktuell ist Mac Single und vermutlich wird das auch noch eine ganze Weile so bleiben. Mac ist nicht der Typ für feste Beziehungen, da sie sich nur ungern auf nur einen Mann festlegt. Sie ist dafür bekannt munter ihre Männer zu wechseln und sich nicht dafür zu interessieren, was andere Leute darüber denken. Für Mac ist nur wichtig, dass sie ihren Spaß bei all den One Night Stands und Affären hat, die sich bei ihr ergeben.
Mac ist ein Adrenalienjunkie und liebt Partys. Sie hasst Langeweile und versucht ihr Leben immer in vollen Zügen zu genießen. Wenn man etwas erleben will, sollte man sich also an Mac halten. Sie ist zudem eine treue Freundin, die einen nie im Stich lässt. Man muss sich nur damit anfreunden können, dass Mac verdammt oft versucht im Mittelpunkt zu stehen und dass sie durchaus eitel ist. Sie wird also häufiger nachfragen, ob ihre Haare noch sitzen oder ob ihr Make Up noch gut aussieht.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Mac nun einen festen Wohnsitz und muss sich noch daran gewöhnen nicht ständig unterwegs zu sein. Mac finde es aber spannend dadurch die Chance zu haben wirkliche Freunde zu finden. Bisher war sie nur mit Leuten aus dem Zirkus befreundet und hat hier und da lose Bekanntschaften geschlossen. Dennoch hat Mac manchmal ein wenig Angst davor, dass ihr schneller als erwartet die Decke auf den Kopf fallen wird, weil sie nicht mehr wild umher reisen kann. Doch Mac ist sich sicher, dass es die Sache am Ende wert sein wird. Sobald sie eine Drachenreiterin ist, wird sie schließlich wieder mehr umher reisen können und außerdem wird sie dann einen Drachen an ihrer Seite haben. Seit Mac als Kind zum ersten Mal einen Drachen gesehen hat, stand schließlich für sie fest, dass sie Kontakt zu einem derart faszinierenden Wesen haben möchte.
Gespielt von Jeanette
Dabei seit: 14.09.2024, 20:42
Zuletzt gesehen: Vor 4 Stunden

Reiterin
21 Jahre alt
Als zweites Kind und erste Tochter der wohlhabenden und einflussreichen Familie Quirrn standen Yrael - so wie ihrem Bruder - von Geburt an alle Möglichkeiten offen. Doch mit großem Reichtum kommt auch große Ignoranz, zumindest im Fall der Quirrns, weswegen es den Geschwistern zwar auf materieller Ebene an nichts fehlte, dafür umso mehr auf emotionaler. Liebevoll ist definitiv kein Wort, das ihre Eltern gut beschreibt. Zu Yraels Glück war da allerdings ihr ein Jahr älterer Bruder, mit dem sie große Teile ihrer Kindheit verbrachte. Die Zeit und das gemeinsame Aufwachsen knüpften ein festes Band zwischen die beiden, das sie bis heute verbindet.
Bereits als Kleinkind hatte sie einen starken Willen, war früh auf den Beinen und erkundete eigenständig die Welt. Auch heute noch stellt sich die junge Frau unbekannten Situationen mutig entgegen und schreckt vor Herausforderungen nicht zurück. Unerbittlich verfolgt sie ihre Ziele, besonders jenes, das sie vor Augen hat, seit diese das erste Mal einen Drachen erblickt haben: von einem dieser faszinierenden Wesen gebunden werden. Als es schließlich soweit war, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Zwar hatte sie nie Zweifel daran gehabt, ihr Ziel zu erreichen, doch sie war nicht dumm und gab sich daher auch nicht der Illusion hin, nur durch genügend harter Arbeit alles zu bekommen, was sie wollte. Nicht zuletzt lag der wichtigste Teil, das Binden, gar nicht in ihrer Hand. Um ehrlich zu sein, hatte sie sich insgeheim einen etwas imposanteren Drachen gewünscht, als den kleinen grünen Giftzwerg, dennoch schloss sie Ren von der ersten Sekunde an ins Herz.
So umsichtig und geduldig, wie Yrael mit ihrer Drachin umgeht, so völlig anders behandelt sie Menschen. Diese sind vorwiegend bloß Mittel zum Zweck für sie. Wenn die junge Frau etwas möchte, kann sie herzallerliebst, richtig einnehmend sein. Dabei wägt sie genau ab, ob die Person zukünftig noch nützlich sein könnte oder nicht; bei letzterem hat die Reiterin kein Problem damit, die Scharade aufzugeben, sobald sie hat, was sie möchte. Zwar ist sie ausgesprochen loyal, tiefere zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen fällt ihr jedoch schwer. Wenn sie einem Staffelmitglied also bei irgendetwas hilft, dann garantiert nicht aus Nächstenliebe, sondern weil die Loyalität es von ihr verlangt. Auch sonst ist sie wohl keine allzu liebenswürdige Person mit ihrer großen Klappe, dem schrägen Humor, der nagenden Ungeduld und Vergesslichkeit (Höflichkeit, was ist das?) oder der Unfähigkeit klein beizugeben, auch wenn es für ihre Unversehrtheit klüger wäre. Nicht, dass Yrael nicht intelligent wäre, ganz im Gegenteil; sie hat durchaus einiges im Köpfchen. Doch zwischen etwas wissen und danach handeln liegen manchmal Welten, die sich nicht so leicht überwinden lassen. Letztendlich schlägt ihr Herz für das Fliegen mit ihrer Drachin, nicht das anstrengende Geplänkel auf dem Boden, das ihr manchmal den letzten Nerv raubt.
Gespielt von Mara
Dabei seit: 14.09.2024, 18:26
Zuletzt gesehen: 06.07.2026, 09:33

Reiter
21 Jahre alt
Der zweite Sohn, von denen die Eltern auch nicht böse gewesen wären, wenn es eine Tochter geworden wäre. Xerion war ein absolutes Wunschkind, der zehn Jahre ältere Jacos aus dem gröbsten raus und so waren beide Eltern der Meinung, das ein zweites Kind perfekt wäre. So kam der kleine Blondschopf als Sohn einer Heilerin und eines Reiters in der Hauptstadt Tyrrendors auf die Welt, wo die ersten beiden Jahre auch alles in Ordnung war. Während er alle üblichen Schritte in dem Alter durchlief, wurde Jacos ebenfalls etwas wilder. Irgendwann beim Spielen, Klettern und Toben, so genau konnte das keiner mehr sagen, fiel er jedoch ein paar Meter herunter und stieß sich den Kopf an und fiel in einen längeren Schlaf. Die Heiler retteten sein Leben, aber der kleine Junge erholte sich davon nicht mehr und blieb für den Rest seines Lebens auf den geistigen Stand eines Kindes.
Xerions Mutter konnte das nicht überwinden, gab sich die Schuld an allem und beschloss schließlich die Familie zu verlassen. Er selbst hat keine Erinnerungen mehr an sie, oder daran was geschehen ist, er ist sich aber auch sicher, dass er es heute gar nicht mehr wissen möchte. Die Geschichte ist für ihn durch, immerhin hat sie beschlossen die Familie zu verlassen und nicht umgekehrt. Xerion hingegen wuchs in einer glücklichen Umgebung auf. Sein Vater war Soldat, ein Reiter und so war der Drache schon von früh an Teil seines Lebens und er sagte immer, dass er eines Tages selbst einen Drachen haben und fliegen würde, während die Nachbarn auf ihn acht gaben und ihn versorgten, wenn es nötig war. Schon früh lernte Xerion das kämpfen, lernte zu balancieren und trieb damit alle in den Wahnsinn, bevor er Abends am Kaminfeuer den Geschichten seines Vaters lauschte, der ihn von Wyvern und den Veneni erzählte, die an den Grenzen lauerten und darauf warteten nach Navarre einzufallen.
Fünfzehn Jahre lang lebte Xerion das Leben eines normalen Kindes in Navarre, mit seinem großen, kleinen Bruder den er liebte und für den er jeden verprügelte, der es wagte sich über den fünfundzwanzig jährigen lustig machen zu wollen. Dann wurde die Situation an der Grenze schlimmer und die Reiter, die versuchten dem König und seinen Gelehrten klar zu machen, wie ernst die Gefahr dort war, scheiterten. Die Reiter erhoben sich und beschlossen den Menschen Navarres, trotz aller Verbote die Wahrheit zu sagen und wurden niedergestreckt. Ihre Stadt verbrannt, die Familien vertrieben, die Drachen vom Himmel geholt. Bis heute verschließt der junge Mann tief in sich, was damals geschehen war, als er mitansehen musste, wie Soldaten ihre Häuser stürmten, die Rebellion, wie sie es nannten, nieder schlugen und jeden Soldaten hinrichteten, der es gewagt hatte sich diesem Versuch anzuschließen. In diesen Tagen starb auch Jacos, als er versuchte seinen Vater zu beschützen und der fünfzehnjährige Xerion versuchte dazwischen zu gehen, seinen Bruder zu retten und doch mitansehen musste, wie auch er ermordet wurde. Auch wenn er sagt, dass es ihm nicht den Schlaf raubt, in ruhigen Nächten sieht er noch alles vor sich, hört die warnenden Worte seines Vaters, der ihm sagt dass die Wahrheit irgendwann offen zu Tage treten muss.
Er hingegen verbrachte einige Tage in Gefangenschaft, weil er sich nicht beruhigen konnte und doch waren es Xerion und die anderen Kinder, die es wagten der Regierung entgegen zu treten und zu sagen, dass die Bevölkerung Navarres es nicht mit machen würde, wenn unschuldige Kinder hingerichtet werden würden. Das was danach geschah, ist etwas über den er den Mantel des Schweigens ausbreitete, als er die Verantwortung übernahm, als die Überlebenden aushandelten, dass die Kinder jener Rebellen den Reitern beitreten würden und er schließlich beschloss, dafür gerade zu stehen. Sie würden nicht scheitern. Ihre Eltern waren gescheitert, ja, aber das musste nicht für sie gelten.
Xerion verbrachte die nächsten Jahre bei einer Pflegefamilie, einer Gelehrten und eines Reiters, die er, wie er zugibt, öfters in den Wahnsinn getrieben hat. Er sog die Ausbildung und die Erziehung auf, die sie ihm zukommen ließen und als es an der Zeit war, das Viadukt zu überqueren, zögerte er nicht. Vermutlich hofften einige, dass er fallen würde, aber er fiel nicht, er ließ sich nicht umbringen, auch wenn es von einigen versucht wurde. Er baute Kontakte zum Revolutionsrat auf, fing an zu helfen wo er es konnte, Waffen an ihre Feinde zu liefern, die doch ihre Verbündeten sind. Jedes Jahr wirft er einen Blick auf die neuen Karten, auf die Grenzen und hofft, dass er nie das vorfinden wird, wovor sein Vater ihn so eindringlich gewarnt hat und doch weiß er, dieser Tag wird kommen, das wird niemand verhindern können. Nicht die Reiter, nicht die Gelehrten und Heiler und erst recht kein König, der offenbar immer noch die Augen vor der Wahrheit verschließen will.
Gespielt von Kay
Dabei seit: 14.09.2024, 12:21
Zuletzt gesehen: Vor 4 Stunden

Reiterin
22 Jahre alt
Du bist zehn, als du das erste Mal auf dem Dach eures Hauses stehst. Das breite, stolze Grinsen auf deinem Gesicht passt absolut nicht zu den Gesichtern deiner Eltern, die zu dir nach oben schauen. Die Arme hast du ausbereitet, fast so, als wärst du bereit, jeden Moment loszufliegen – und genommen bist du das ja auch. Bist es schon seit einigen Jahren, wenn man dich fragt, und du wirst es mit jedem weiteren Jahr noch ein wenig mehr sein. Eigentlich fehlen dir nur noch die Flügel. Und der dazugehörige Drache. So einer, wie deine Großmutter ihn hat, so einer, wie ihn all die Drachenreiter haben. Aber heute ist dein großer Tag noch nicht gekommen, du musst dich noch ein wenig gedulden und weißt ganz genau, wie du die nächsten Jahre überbrücken wirst. Lernen. Trainieren. Lernen. Und noch mehr trainieren. Das hier, dein Moment auf dem Dach, ist schließlich auch nichts anderes. Und ein Blick nach links zeigt auch genau das: da sind Kisten und Fässer aneinander gestapelt, bilden eine nicht ganz so naturgetreue Nachbildung eines Drachenbeins und sehen so aus, als würden sie jeden Moment in sich zusammenfallen. Aber du hast es nach oben geschafft und du weißt schon jetzt, dass das nicht das letzte Mal sein wird. Den Gesichtern vor dem Haus nach zu urteilen, wissen deine Eltern das auch.Du bist sechzehn, als du zum ersten Mal so wirklich realisierst, dass ein Drachenreiterdasein nicht nur auf der Sonnenseite stattfindet. Du stehst neben deiner Schwester, hast die Hände zu Fäusten geballt und drückst die Fingernägel in deine Handfläche. Du bemühst dich, deinen Blick ausdruckslos zu lassen, die Tränen, die hinter deinen Augen brennen, für dich zu behalten, weil du genau weißt: das gehört sich so. Das muss so. Weinen ist ein Zeichen von Schwäche. Trauer ist ein Zeichen von Schwäche. Und wenn du in ein paar Jahren auf einem Drachen sitzen möchtest, darfst du keinesfalls schwach sein, ganz egal was passiert. Egal, wie sehr deine Welt auf den Kopf gestellt wird – denn an diesem Tag passiert genau das. Es ist die Beerdigung deiner Großmutter. Der letzte Abschied. Und irgendwie, zumindest für dich, auch das Ende einer Ära. Sie war schließlich immer eine Art Vorbild für dich. Hat große Fußabdrücke zurückgelassen, in die du eines Tages auch passen wirst (nicht willst, nicht kannst). Und jetzt ist sie fort, für immer. Und du stehst hier und versuchst stark zu sein, merkst aber, wie schwer es dir fällt. Du kannst deine Gefühle nicht einfach unterdrücken. Kannst sie nicht abschalten, sie nicht einfach in eine Kiste packen und irgendwo in der hintersten Ecke deines Ichs verstecken. Was du kannst, ist, dich auf den Druck in deinen Handflächen zu konzentrieren, anstatt auf den hinter deinen Augen. Du kannst deinen Körper versteifen, um das Beben einer Schultern zu verhindern und du deinen Blick auf einen Punkt vor dir fixieren, um so wenig wie möglich um dich herum mitzubekommen. Und was du noch lernen kannst (und wirst) ist das Aufbauen einer mentalen Mauer, hinter der du all die negativen Gefühle künftig verstecken kannst.Du bist einundzwanzig und genau dort, wo du hingehörst. Am Basgiath War College. Frisch ernannte Staffelführerin. Und auf dem Rücken eines Drachen, Valdrie, die Arme genauso ausbreitend, wie vor elf Jahren auf dem Dach deines Elternhauses. Der Wind weht dir um die Ohren, spielt mit ein paar losen Strähnen deines Haares und bläst die negativen Gedanken aus deinem Kopf. Lässt dich wenigstens für einen Moment deinen Kummer vergessen, deinen Frust, deine Ängste. Lässt dich vergessen, dass du beinahe deine Schwester verloren hättest und dass du ihn verloren hast, obwohl er noch immer da ist. Hier oben, weit über dem Erdboden und mit dem BWC irgendwo hinter dir spielt es keine Rolle, dass du deine Gefühle noch immer nicht einfach abschalten kannst, auch wenn du sie mittlerweile besser zu überspielen weißt. Hier oben merkst du am deutlichsten, dass du nicht mehr das zehnjährige Mädchen auf dem Dach bist. Oder das Mädchen, das sich bei zu großem Kummer kleine Halbmonde in die Handflächen drückt. Hier oben, in diesem Moment, spielt nur die Gegenwart eine Rolle. Und in dieser Gegenwart sind deine Füße schon ein ganzes Stück in die Abdrücke deiner Großmutter hineingewachsen.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 14.09.2024, 10:29
Zuletzt gesehen: Vor 4 Stunden


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros