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the empyrean
Ein Drache ohne seinen Reiter ist tragisch. Ein Reiter ohne seinen Drachen ist tot.
— Rebecca Yarros, Flammengeküsst

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Handwerk
29 Jahre alt
Vanya Sylvaris ist eine hoffnungslose Träumerin. Mit ihren sieben Geschwistern – zwei ältere Brüder, drei ältere Schwestern, einem jüngeren Bruder und einer jüngeren Schwester – wuchs sie in einem überfüllten, lauten Haus auf. Man redete wild durcheinander, setzte man nicht die Ellbogen ein, kam man bei der Suppenschüssel als letzte zum Zug. Die Verhältnisse, in denen sie groß geworden ist, waren bescheiden, jedoch nicht von absoluter Armut geprägt. Sie begann frühestmöglich als Aushilfe für Kleinigkeiten zu arbeiten, um etwas Geld für die Familie dazu zu verdienen. Es war üblich und wurde in gewisser Hinsicht auch von jedem der Kinder erwartet. Zwei ihrer Geschwister sind mittlerweile im Krieg gefallen, andere haben sich mit Müh‘ und Not eine Familie aufgebaut. Einen handwerklichen Beruf zu ergreifen oder sich dem Militär zu verpflichten waren die zwei Optionen, die es gegeben hatte. Vanya war während dem Basgiath War College eine Schriftgelehrte und legte dort ihren Pflichtdienst ab. Davor schon hatte sie eine Ausbildung zur Schneiderin in ihrer Heimatstadt gemacht. Zu dieser Position konnte sie zurückkehren und ihr Talent unter Beweis stellen. Ihre Arbeiten waren von ausgezeichneter Qualität. Mit flinken Fingern fertigte sie ausgefallene Stickereien an, nahm perfekt Maß und führte die Anweisungen durch, die man ihr gab. Sie verbrachte lange Tage und Nächte in der Schneiderei und erregte schließlich mit ihren Zeichnungen und eigenen Ideen die Aufmerksamkeit einer Adeligen am Herzogshof von Calldyr. Es war pures Glück – und vermutlich auch für die gesamte Familie mehr als nur überraschend. Vanya fertigte einige Kleider für die Adelige an, war dadurch öfters bei Hofe und fühlte sich zu Beginn in erster Linie deplatziert. Es fehlte ihr an Fertigkeiten im Umgang mit der Hofgesellschaft und teilweise auch an Bildung, jedoch wäre es eine Lüge zu behaupten, sie hätte nicht jede Sekunde davon genossen. Immer noch mit den Kopf in den Wolken hängend und mit unverhohlener Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehend, verliebte sie sich schließlich Hals über Kopf in einen Adeligen aus Luceras – wobei, nicht irgendein Adeliger. Tatsächlich handelte es sich um den Bruder der Herzogin, wenngleich Vanya ehrlich von sich behaupten kann, dass Titel, Rang und Namen für sie keine Rolle spielten. Böse Zungen behaupten, dass sie sich mit der Affäre bei Hofe hochschlafen wollte, aber zutreffender wäre es eigentlich, sie als jung, dumm und naiv zu bezeichnen. Der Drang, an dieser Liebesbeziehung festzuhalten, war sogar so stark, dass sie ihre Zelte in Calldyr abbrach, ihre Erfolgsaussichten und Karrierewünsche begrub und ihm nach Luceras folgte. Dort, wo sie mit gehässigen, abschätzigen Worten empfangen wird. Fast so, als ob das Wort Nebenbuhlerin auf ihre Stirn eingebrannt worden wäre. Ihre Beziehung ist keineswegs öffentlich, aber Gerüchte gibt es immer – egal, wie umsichtig man zu sein versucht.
Gespielt von birdy
Dabei seit: 30.03.2025, 13:18
Zuletzt gesehen: Gestern, 18:51

Reiterin
21 Jahre alt
Schon früh hast du gelernt, was es bedeutet, pflichtbewusst, zielstrebig und vor allem mutig zu sein. Schließlich hattest du mit deinen Eltern die besten Vorbilder dafür, die mit ihrer Beteiligung an der Rebellion nicht nur ein riskantes Spiel spielten, sondern auch viel auf jenes setzten. Am Ende hat es sie alles gekostet und dich somit auch. Zumindest beinahe, immerhin bist du selbst noch am Leben und deine Cousine Hyerin ebenso. Nun trägst du ein Erbe, das du so nie haben wolltest; weder als sichtbares Zeichen an deinem Körper, noch als Pflicht, Navarre auf dem Rücken eines Drachen zu dienen. Doch was blieb dir auch schon anderes übrig, als dem Befehl Folge zu leisten? Schließlich willst - nein, musst - du am Leben bleiben, um Hyerin zu beschützen. Den Tod deiner Eltern hast du nicht verhindern können, doch du hast dir geschworen, alles zu tun, um deine Cousine am Leben zu halten - mit Fäusten, Waffen und deinem Drachen. Bist wild entschlossen, jegliche Bedrohung zu beseitigen, notfalls mit maximalem Risiko. Wirst dich kein zweites Mal so ohnmächtig fühlen, so schrecklich hilflos wie damals, als dein Leben völlig auf den Kopf gestellt wurde. Du hast gelernt, den elenden Schmerz in Kraft zu verwandeln, die dich voran treibt, dich härter und verbissener als andere trainieren, dich kompromissloser und aufmerksamer sein lässt. Bist an manchen Tagen nicht mehr als Hyerins schweigsamer Schatten mit einem Gesichtsausdruck, der allenfalls als stumme Warnung gesehen werden kann: eine falsche Bewegung und du kriegst es mit mir zu tun. Wenn du eines machst, dann keine Gefangenen. Es fällt dir unsagbar schwer, Hyerin ihr eigenes Ding machen zu lassen. Dann bist du gehetzt, nervös und hast eine Zündschnur so kurz wie die eines Drachen. Für alle anderen außer Gezeichnete hast du ohnehin wenig übrig und machst auch keinen Hehl daraus. Immerhin beruht es meistens auf Gegenseitigkeit. Bei dem Hass, den du insgeheim gegen Oberen Navarres hegst, war es kein Wunder, dass du dich von deiner Cousine bereitwillig in den Waffenschmuggel mit den Rebellen reinziehen hast lassen. Es hilft dir, das unfreiwillige Erbe, das dir so rücksichtslos aufgezwungen wurde, zu dem Erbe deiner Eltern zu machen. Das Gefühl zu erwecken, dass sie stolz auf dich sein würden. Auf ihre Tochter, die bereit ist alles zu riskieren - so, wie sie es einst getan haben.
Gespielt von Mara
Dabei seit: 05.02.2025, 14:29
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 18:00

Reiterin
29 Jahre alt
Wie Glut auf nackter Haut brennt sich der Schmerz durch deine Nervenbahnen, flammt wie ein Signalfeuer in deinem Handrücken auf, als du die Spitze des Messers darin versenkst. Deine Finger zittern, in deinen Augen schwimmen Tränen. Du nimmst einen tiefen Atemzug, versuchst gegen die Enge in deiner Brust anzukämpfen, die sich wie eine luftabschnürende Blockade anfühlt, und — wartest. Wartest darauf, dass dein Herz sich beruhigt, dass dein Atem sich entschleunigt, der Puls wieder unter Kontrolle ist. Du wartest darauf, dass die Panik, die deinen Körper ergriffen hat, ihn gelähmt und unbrauchbar hat werden lassen, sich endlich auflöst. Dem Schmerz weicht, mit dem du dich bisher immer wieder aus diesem unbarmherzigen Griff der Angstattacken hast befreien können, wann immer sie deinen Verstand zu blockieren scheinen. Du konzentrierst dich auf das Stechen in deiner Hand, lässt dich davon leiten. Fort von dem Chaos in deinem Kopf, fort von den Stimmen, den Eindrücken, den Erinnerungen, die auf einen Schlag deinen Verstand benebelt haben. Es ist eine Methode, die sich bewährt hat. Verlierst du dich in dir selbst, greifst du zum Messer. Du bist kein Freund von Schmerzen. Du verabscheust sie. Doch in solchen Augenblicken sind sie dein letzter Ausweg aus dem Gefängnis deiner Gedanken. Dein Atem wird ruhiger, dein Kopf ein wenig klarer, als du die scharfe Klinge aus deinem Fleisch heraus ziehst. Blut rinnt dir über die Haut. Der Anblick ist dir nicht fremd und doch haftet ihm immer noch etwas verstörendes an. Dem plötzlichen Anflug von Wut folgend, schmeißt du das Messer neben dir auf den Boden, lehnst dich tiefer auf dem Stuhl zurück und reibst dir mit der unverletzten Hand über die Augen. Keine Tränen, nicht heute. Stattdessen folgst du dem Zorn, der die Angst in deiner Brust verglühen lässt. Es ist dir immer noch das liebste Gefühl, denn es versetzt dich in einen Zustand, der dich über die Opferrolle hinausträgt. Du bist lieber wütend als ängstlich.

Als Erstgeborene schien dein Weg schon immer mit besonderen Hindernissen gepflastert zu sein. Anfangs war es die pure Enttäuschung deiner Mutter, die sich so sehnlichst einen männlichen Nachkommen gewünscht hatte — so sehr, dass sie in Tränen ausbrach, als deine Haare zu wachsen begannen und sie darauf bestand, sie kurz zu halten. Danach waren es die schier grenzenlosen Erwartungen deines Vaters, die dich fortan auf Trab hielten. Als Kind hast du dir stets gewünscht, genug zu sein. Stark genug. Schnell genug. Ausdauernd genug. Gut genug.

Du wurdest früh an das Training herangeführt, das dich auf deine Ausbildung am Basgiath War College vorbereiten sollte. Immerhin hattest du große Fußstapfen zu füllen. Sowohl dein Vater als auch deine Mutter waren angesehene Drachenreiter, hatten sich einen Namen gemacht, der nicht nur mit Ehre, sondern auch mit Blut getränkt war. Ein Vermächtnis, das es fortzuführen galt. Dein Weg war dir von Anfang an vorherbestimmt: Du würdest dem Reiterquadranten beitreten, die anspruchsvolle und nicht selten tödliche Ausbildung absolvieren, nur um dich am Ende als eine von vielen auf dem jahrhundertealten Schlachtfeld eines Krieges wiederzufinden, in dem du früher oder später sterben würdest. Keine vielversprechende Aussicht, doch dein Training hast du stets ernst genommen. Weniger als einhundert Prozent zu geben, war Grund genug für Bestrafungen.

Du bist das Produkt deines Vaters. Sein Stolz auf dich fußt allein auf Errungenschaften, die er sich selbst zuschreibt. Er ist stolz auf das, was er aus dir gemacht hat. Jede Narbe an deinem Körper erinnert an seine harte, disziplinarische Erziehung, die ihresgleichen sucht. Mehr als einmal hat er dir die Knochen gebrochen, dir mittels Gewalt verständlich gemacht, dass es in dieser Welt keinen Platz für Drückeberger gibt. Standfestigkeit, das ist es, was von dir erwartet wird. Und genau das ist es, was du lieferst. Du knickst nicht ein, du gibst nicht nach. Selbst dann nicht, wenn die Schmerzen dich in die Knie zwingen und du nichts sehnlicher tun würdest, als zu schreien. Vermutlich ist es allein deinem Training zu verdanken, dass du Basgiath mehr oder weniger unbeschadet überstanden hast. Doch gegen das, was dich nach deiner Ausbildung erwarten sollte, konnte dich nicht einmal dein Vater wappnen.

Nur ein Jahr, nachdem du deine Ausbildung abgeschlossen hast, wirst du vollkommen grundlos mit der tyrrischen Rebellion in Verbindung gebracht. Man beschuldigt dich, Informationen zu besitzen, Dinge zu wissen, von denen du nicht die geringste Ahnung hast. Du kannst dir selbst nicht erklären, wer solche Fehlinformationen über dich in Umlauf gebracht hat, doch schneller, als du es begreifen kannst, siehst du dich mit den Konsequenzen konfrontiert. Wochenlange Folter soll dich zum Reden zwingen. Siegelkräfte, die Schmerzen und Wahnsinn heraufbeschwören, gehen an dir nicht spurlos vorüber.
Spätestens an diesem Punkt versagt dein jahrelanges Training. Dein Körper hält ein gewisses Maß an Schmerzen aus, doch deine Psyche ist ein wunder Punkt. Schon vor deiner Zeit in Basgiath hast du unter der unbarmherzigen Erziehung deiner Eltern gelitten, bist mit fortschreitendem Alter immer näher an die Grenze eines labilen Zustands balanciert, doch nun stößt man dich mit Gewalt direkt in den Abgrund. Chaos frisst sich durch deinen Geist, verwischt die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Wahnsinn.
Als man endlich einsieht, dass du keine Verbindung zu den Anführern der Rebellion hast, wirst du entlassen. Doch die Frau, die sich nach wie vor artig den Befehlen ihrer Vorgesetzten beugt — immerhin ist es das, wofür du atmest — ist nun eine andere. Die Schmerzen sind das eine. Der Wahnsinn das andere.

Du wirst zur lebendigen Verkörperung von Chaos und innerem Zerfall — eine gequälte Seele, gefangen in einem Körper, der nie zur Ruhe kommt. Du pendelst unentwegt zwischen manischer Euphorie und abgrundtiefer Verzweiflung, mit einem Fuß in der Realität, mit dem anderen im Wahnsinn, der dich besonders in ruhigen Augenblicken verschlingt. Dein Geist ist ein Schlachtfeld, zerrissen zwischen Sehnsucht nach Zugehörigkeit und der unentrinnbaren Gewissheit, dass dir genau das niemals vergönnt sein wird. Denn du bist inzwischen nicht nur eine Gefahr für dich selbst, sondern auch für andere.
Nach außen hin verkörperst du pure Energie, die fast schon mit Hyperaktivität gleichzusetzen ist. Doch es ist keine bloße Lebensfreude, die aus dir spricht. Es ist ein fieberhafter Zwang, dich selbst zu betäuben, den Lärm in deinem Kopf mit noch größerem Lärm zu übertönen. Werden die Gedanken zu laut, dann neigst du dazu, dich zu vergessen. Du lachst, wenn du weinen solltest. Schnappst zu, wenn du umarmen willst. Zerstörst, wenn du helfen möchtest. Deine impulsiven Handlungen sind oft ein verzweifelter Versuch, die Kontrolle zu behalten. Eine Kontrolle, die dir immer wieder entgleitet. Doch ganz egal, wie laut du auch wirst: Die Stimmen in deinem Kopf verstummen nie ganz.

Depressionen sind ein treuer Begleiter geworden, auch wenn du sie hinter exzentrischen Gesten und einem breiten, herausfordernden Grinsen versteckst. In stillen Momenten, die dank der tosenden Gedanken nie wirklich still sind, wächst der Selbsthass, die Verzweiflung — zitternde Finger, ein leerer Blick und ein Herz, das viel zu viel fühlt, ohne ein Ventil zu finden. Mit Gefühlen umzugehen, fiel dir schon immer schwer. Doch heutzutage ist es schwerer denn je. Die undurchdringlich scheinende Mauer aus Hass, Hohn, Spott und Verachtung ist nicht das Produkt bloßer Bosheit. Sie ist das Echo einer tiefsitzenden, niemals verheilenden Wunde. Und im Zentrum dieses inneren Chaos bist du nun zu Hause. Eine Bedrohung für andere und dein eigenes größtes Opfer.

Gespielt von Kira
Dabei seit: 01.02.2025, 22:43
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 12:21

Reiter
23 Jahre alt
Das Juwel der Gezeiten, die weiße Perle, die Hure von Tyrrendor. Seine Mutter hatte viele Namen und mittlerweile ist es eigentlich nicht mehr erlaubt, über Seraphine Aurellian zu sprechen. In ihrem Sohn lebt die Erinnerung jedoch zwangsläufig weiter. Auch wenn die Stadtvilla in Varoshaven niedergebrannt wurde, hört man in der einen oder anderen Taverne noch die Klänge von den Balladen, die die Schönheit der berühmtesten Kurtisane von Tyrrendor loben. Für ihre Aktivitäten im Rahmen der Tyrrischen Rebellion wurde seine Mutter gemeinsam mit seinem Vater, Andorian Vahaeris, dem Grafen von Vaelor, hingerichtet. Lebe. Das hatte sie ihm in ihren letzten Momenten zugerufen, während er in Reih und Glied mit den anderen Separatistenkindern aufgestellt worden war, um Zeuge der Grausamkeit des Königsreichs Navarre zu werden. Gemeinsam mit dem Rebellionsmal, das sich in jener Sekunde in seine Haut brannte, wurde etwas in Vespasian irreparabel zerstört. Im Anschluss an die Hinrichtung war er von der Familie Soleil, einem regimetreuen Militärclan, aufgenommen worden. Dass er sich dem Reiterquadranten zu verpflichten hatte, war ein offenes Geheimnis. Bei den Soleils konnte er ein Ventil für die aufgestaute Rachsucht und Frustration finden. Er trainierte, weil ihm nichts Anderes übrigblieb. Vespasian kämpfte sich über den Viadukt, meisterte den Gauntlet und überlebte das Dreschen. Die ganze Zeit über hatte er ein klares Ziel vor Augen – leben. Als er begann zu kanalisieren, wurde es einfacher seine Frustration in neue Bahnen zu lenken. Es war, als ob sich das Eis wie ein Schleier über sein Selbst legte. Wo es früher in seinen Venen gebrodelt hatte, war nun nur mehr die Gleichgültigkeit geblieben. In Basgiath hatte er sich mit Selbstdisziplin und harter Arbeit durchgekämpft und wurde schließlich in seinem Seniorjahr zum Führer des dritten Geschwaders ernannt. Je weiter er jedoch im militärischen Rang aufsteigt, desto weiter entfernt er sich von allem, woran seine Mutter jemals geglaubt hat. Zerrissen im andauernden Konflikt zwischen der Möglichkeit ein Soleil zu werden und dem Andenken an seine Mutter, muss er versuchen seinen eigenen Weg zu finden.
Gespielt von birdy
Dabei seit: 22.12.2024, 09:45
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:35

Reiterin
20 Jahre alt
"Amras kleine Schwester? Er hat nie erwähnt, dass er eine hat" Sätze wie diese sind es, die Vetresca seit ihrer Ankunft in Basgiath des Öfteren zu hören bekommt. Sätze die der jungen Kadettin einmal mehr vor Augen führen, wie wichtig es ist, endlich aufzustehen und für sich selbst zu kämpfen. Denn genau das ist es, was Vetresca mit ihrem Gang über das Viadukt bezweckt hat. Geboren in eine Familie, die im Inneren nicht ganz so strahlend ist wie sie es gern gehabt hätte, musste Vetresca schon in jungen Jahren mehr Rückschritte als Fortschritte machen. Zumindest wenn es um ihre eigene Entfaltung ging. Vernunft vor Mut, Rationalität vor Wunschvorstellungen waren an der Tagesordnung. Das Gefühl zu ersticken lastete trotz individueller Förderung ihrer gezeigten Begabungen schwer auf ihr und das Ventil um zumindest kurzweilig wieder zu Atem zu kommen, überließ sie viel zu schnell sich selbst und den gemeinsamen Eltern: Amras. Das ihr älterer Bruder und sie lediglich eine gemeinsame Mutter haben, spielt für Vetresca keinerlei Rolle, ist sie doch überzeugt davon, dass Familie so viel mehr bedeutet als gemeinsames Blut. Die aus dieser Situation resultierende und übermäßige Zuwendung ihrer Eltern sah Vetresca nie als Profit, sondern als eine Gefangenschaft. Auch der Umstand, dass ihre bloße Existenz für den Erhalt der familiären Bande verantwortlich sein soll, belastet die junge Kadettin überdiemaßen und erschwerte ihr im Alltag die Ansicht des Umganges ihrer Eltern miteinander zunehmend. Anders als ihr Vater, seines Zeichen Stallmeister, steht Vetresca voll und ganz hinter Amras, der im häuslichen Umfeld zwar nie mit den gleichen Möglichkeiten gesegnet war aber mit seinem Weggang von zu Hause das erreicht hat, wonach die Kadettin sich insgeheim sehnt: Freiheit. Der Entschluss ihres Vaters darüber, sie zu einer Schriftgelehrten ausbilden zu lassen war es schließlich, der das Fass zum Überlaufen brachte und Vetresca schließlich an den Rand des Viaduktes brachte. Mutig zu sein erfordert eine Stärke, von der Vetresca noch nicht weiß, ob sie sie besitzt. Immerhin kennt die Kadettin lediglich das Gefühl behütet- und auch klein geredet zu werden. Das ihre Entscheidung ihr den Tod bringen könnte, nimmt Vetresca liebend gern in Kauf dafür, dass sie so vielleicht zumindest zeitweilig die süßen Vorzüge ihres eigenen Willens genießen darf.Bis jetzt hat die junge Reiterin aus Aretia auch keinerlei Anlass gefunden, um ihre Entscheidung zu bereuen. Zwar kam sie das eine oder andere Mal bereits an eine körperliche Schmerzgrenze, was der bis dato fehlenden physischen Kraft und ihrem doch recht zierlichen Körper geschuldet ist, verbucht diese Erfahrungen aber dennoch als wertvoll. Was Vetresca an Kraft fehlt, gleicht sie dafür mit ihren enormen geistigen Fähigkeiten aus. Für ihr Alter nämlich scheint die Kadettin überdurchschnittlich intelligent zu sein und verfügt über ein Gedankenkonstrukt aus Rastern, Mustern und strategischer Kriegsführung, die seinesgleichen sucht. Entsprechend viele Entfaltungsmöglichkeiten stehen der Aretianerin in Basgiath zur Verfügung, von denen sie gewillt ist möglichst alle auszuprobieren. In welcher Funktion sie das College nach dem dritten Jahr abschließen möchte, hat Vetresca sich hingegen noch nicht überlegt und lässt viel mehr auf sich zukommen, was das Leben hier für sie bereithält.
Gespielt von Lotte
Dabei seit: 16.10.2024, 14:24
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 06:39

Reiterin
22 Jahre alt
I. In Calldyr steht ein Haus mit sieben Zimmern. Ist groß und prächtig, zieht Blicke auf sich, ist kalt und einsam im Inneren. Manchmal hallt ihr helles Lachen durch die Flure, dann stimmst du ein, ihr rennt und kämpft und du liegst oben, bist älter, stärker, grinst, aber ist nicht schlimm, weil sie Bemerkenswertes vollbringen wird, auch wenn’s ein anderer Weg ist als deiner. Dad verlangt nach Ruhe, tut er immer, ist Leutnant General und das nicht nur in der Luft. Auch euch führt er mit strenger Hand, erwartet Disziplin und Gehorsam, überprüft regelmäßig deinen Trainingsfortschritt, weil du seine Älteste bist, die, die dazu verdammt wurde, die Familienehre aufrechtzuerhalten.

II. Träumst schon immer von einem eigenen Drachen. Davon, dass sich die Wolken teilen, die Menschen ehrfürchtig zu euch hinauf in den Himmel starren. Heute bist du dir gar nicht mehr sicher, ob’s jemals dein eigener Traum war. Trainierst seit du klein bist für diesen einen Tag, dafür, den Viadukt lebend zu überqueren, den Gaulent und die Präsentation zu überstehen, beim Dreschen gebunden zu werden. Jeden einzelnen Tag. Bist schnell und wendig, strahlst Ruhe und Gelassenheit aus, wenn du den Bogen anlegst, die Sehne spannst und schießt. Kannst mit einem Dolch umgehen, nur das Langschwert liegt zu schwer in der Hand, noch ein bisschen mehr, wenn Dad mit ernstem Blick zusieht und du unter den blauen Augen kleiner, immer kleiner, wirst. Weißt, was von dir erwartet wird, seit du das Licht der Welt erblickt hast und auch, dass du ihn nicht enttäuschen wirst.

III. Tyrrendor steht in Flammen. Und weil du glaubst, was man in ganz Navarre berichtet, was Dad in seinen seltenen Briefen schreibt, nie auch nur daran denkst, zu zweifeln, bist du froh, als die Rebellion endlich niedergeschlagen wird. Denkst nur kurz an deine Schwester, zuckst dann aber mit den Schultern, weil sich’s für dich nicht wie eine Strafe anfühlt, Teil des Reiterquadranten zu werden und die Brandmarkung besser als der Tod ist. Aber dann steht er vor eurer Tür, zieht in eins der leeren Zimmer, sieht dabei so verloren und trotzdem voller Tatendrang aus, dass du dich beeilst, den Funken Mitleid zu beherrschen, der in dir aufzusteigen droht. Ihr trainiert nicht zusammen, obwohl’s so naheliegend ist, geht euch aus dem Weg, lebt nebeneinanderher und sitzt euch doch beim Abendessen gegenüber. Ist seine Strafe, nun bei euch zu leben, aber manchmal, da fühlt sich’s so an, als wäre es auch eure. Kannst nicht ahnen, wie sehr dir sein schiefes Lächeln ans Herz wachsen wird, dass du bald dein Leben für seins geben würdest, er dein bester Freund und Bruder wird.

IV. Bist zu laut, zu entschlossen, immer mit dem Kopf durch die Wand, gibst Widerworte, bildest dir zu viel auf deine adelige Herkunft ein, auch wenn’s dabei vielmehr um den eigenen Stolz geht. Eigenschaften, die Dad als schlecht bewertet, als störend in der strengen militärischen Hierarchie. Du schaffst, was du dir vornimmst, überlebst das erste Jahr am Basgiath War College und dann steht sie vor dir und du neigst respektvoll den Kopf, weißt, dass sie deine Angst riechen wird und schluckst sie hinunter. Sie ist wunderschön und ihre Stimme ist nicht deine, fühlt sich aber fast genauso vertraut an. Das erste Mal, als ihr gemeinsam in den Himmel steigt, wirst du nie vergessen. Glücksgefühle, die durch deinen Körper jagen, unbändiger Stolz, Entschlossenheit, Triumph, Mut – fühlst alles auf einmal und irgendwie auch nichts. Nur Bris und du.

V. Punktest nicht mit herausragendem strategischem Denken oder körperlicher Kraft, aber bist gut darin, Menschen einzuschätzen und die Luftmanöver, die Bris und du ausführen, nagen für deinen Ausbildungsstand beinah an Perfektion. Hast noch immer den Bogen, den du in deinem kleinen Rucksack über den Viadukt getragen hast, an deiner Seite, dazu eine hübsche Auswahl an Dolchen, die dir gut in der Hand liegen. Auf der Matte verlierst du nicht mehr oft. Windest dich unter Fausthieben und Tritten hindurch, bist zu schnell für deine Gegner und manchmal zu kopflos für dich selbst. Es ist dein zweites Jahr am College und dir wird die Ehre zu teil, als Staffelführerin der 1. Staffel im Flammenschwarm des 3. Geschwaders ernannt zu werden. Der erste Brief, den du nach Hause schreibst und der sich nicht an deine Schwester richtet. Stellst dir gern Dads stolzes Lächeln vor, Mum, die anerkennend nickt, weil du mit Leistungen trumpfst, die deiner Familie Ehren machen werden. Bis deine Siegelkraft erwacht und du stolperst.

VI. Fliegen, das ist berauschende Freiheit. Wenn du mit Bris durch die Wolken tauchst, ihre Schuppen im Sonnenlicht bernsteinfarben glühen, starke Schwingen, die den Wind teilen, ist nichts anderes von Bedeutung. Fühlst dich ganz leicht und unbeschwert, Teil von etwas Großem. Vergisst alle Angst, jeden Zweifel, die Sorgen, bist frei von der Verantwortung, die auf deinen Schultern lastet – kannst verdammt nochmal atmen. Da gibt’s nur euch, Bris und dich, ihre kühlen Schuppen unter deinen Fingern, keine Erinnerungen, Bilder, Emotionen, die deinen Blick trüben. Berührungen, die du freiwillig gibst, die nichts nehmen, sanft und bedächtig, liebevoll und anerkennend. Hier oben, da bist du nicht allein.
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 05.10.2024, 19:23
Zuletzt gesehen: Vor 2 Stunden

Reiter
24 Jahre alt
Als zweiter Sohn einer adligen Familie, hatte ich es nie wirklich schwer im Leben. Ich kann durchaus sagen das ich ein gutes Leben hatte, uns mangelte es an nichts, zumindest nicht das ich mich daran erinnern könnte. Mein Bruder war der Kämpfer, das Talent das besonders gut mit Waffen umgehen konnte und vor allem auch wollte. Wir hätten Gegensätzlicher nicht sein können den ich war eher der Typ Mensch, der mit dem Kopf beschäftigte und sich damit beschäftigte wie andere Menschen tickten und bestimmte Dinge handhabten. Kein Wunder also das wir oft genug aneinander gerieten, nicht nur weil mein Bruder 3 Jahre älter ist als ich. Für meinen Bruder war schnell klar das er Reiter werden wollte. Ich haderte noch mit mir doch zeigte mir mein Vater schnell das es eigentlich der einzig richtige Weg war und ich dort viel erreichen konnte, auf welche Weise auch immer. Also nahm man Bruder mich irgendwann unter seine Fittiche und trainierte mit mir. Mal mehr, mal weniger erfolgreich und so konnte man schnell sehen welcher der begabtere Bruder von uns war den ich war derjenige der ein paar kleinere Narben vom Training davon trug. Ich war froh als mein Vater irgendwann ein einsehen hatte und mich mehr auf der psychischen Ebene forderte, vor allem als mein Bruder dann einberufen wurde. Der Weg war nicht leicht und vor allem war noch ein ganz anderes Problem für mich eingetroffen. Es gab jemanden in meinem Leben der alles ändern sollte. Waren wir doch eigentlich sehr gute Freunde und dann kam alles ins Wanken als ich begann mehr zu empfinden, ein Umstand der nicht gut war. Mein Vater machte mir recht schnell deutlich das du es nicht wissen durftest, auf Grund deines Gesundheitszustandes und es dich nur in Gefahr bringen würde. Vielleicht war ich aus diesem Grund froh als der Zeitpunkt kam das auch ins den Wehrdienst antreten sollte. Es war fast eine Art Flucht vor dem was nicht sein sollte oder nicht durfte. War ich feige? Ja! Kann ich es ändern? Nein! Und doch nagt dieses Gefühl noch heute an mir, dass ich einen Fehler gemacht habe und diesen nicht einfach so beheben kann. Mittlerweile ist meine Ausbildung abgeschlossen und gesehen habe ich dieses Mädchen nicht mehr seitdem, was sich vielleicht bald ändern wird. Doch habe auch ich mir verändert. Die Einsätze haben mich verändert und die Unsicherheit nagt an mir nicht zu wissen ob sie mir verzeihen wird.
Gespielt von Penny
Dabei seit: 16.09.2024, 12:18
Zuletzt gesehen: 05.03.2025, 11:57


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros