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the empyrean
Ein Drache ohne seinen Reiter ist tragisch. Ein Reiter ohne seinen Drachen ist tot.
— Rebecca Yarros, Flammengeküsst

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Flieger
53 Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(
Gespielt von Beere
Dabei seit: 28.03.2025, 22:22
Zuletzt gesehen: Gestern, 19:38

Fliegerin
23 Jahre alt
Stolz liegt in deinem Blick, während du die Worte schreibst. Ein Brief an deine Eltern, einer von vielen, die schon waren noch von weiteren, die noch folgen werden. Du hast ihnen niemals versprochen, ihnen jede Woche oder wenigstens einmal im Monat zu schreiben und das hast du auch noch nie in dieser Häufigkeit und Regelmäßigkeit getan, doch ist es dir wichtig, den Kontakt zu ihnen aufrecht zu erhalten. Du möchtest sie über Dinge informieren, die in die in deinem Leben passieren – die großen, wichtigen Ereignisse, nicht dass du etwa in einer bestimmten Unterrichtsstunde geglänzt hättest – und nun gibt es ein solches Ding. Eine Neuigkeit, die es in deinen Augen wert ist, ihnen mitzuteilen, immerhin wurdest du zur Schwingenführerin ernannt. Befördert. Ein großer Schritt für eine Kadettin wie dich, ein kleiner Schritt jedoch nur, wenn man die großartige Karriere betrachtet, die vor dir liegen könnte. Die Karriere, auf die deine Eltern dich schon in deiner Kindheit vorbereitet haben, die sie mit großer Gewissheit für dich, so wie für deine Geschwister, anstrebten, auch wenn sie es in dieser Form nie laut ausgesprochen haben.

Du kannst dich noch genau an deinen ersten Tag an der Cliffsbane Akademie erinnern. Eine junge Rookie, nicht ganz so unerfahren und untrainiert, wie viele andere, doch auch niemand, der die Weisheit mit Löffeln gegessen hätte. Die Wahl deines Quintanten lag ganz bei dir, wurde dir niemals in irgendeiner Form von deinen Eltern eingeredet und du wusstest immer, dass sie nicht weniger stolz auf dich wären, würdest du dich für einen akademischen Quintanten entscheiden. Bei deiner Ankunft war deine Tasche gefüllt mit Gebäck, hauptsächlich Zimtschnecken, die du am Vortag mit einer befreundeten Bäckerin zubereitet hast. Zu viele für dich allein, weil du nicht gut darin warst, abzuschätzen, wie viel du tatsächlich als Reiseproviant brauchen würdest – doch ausreichend, um sie bei deiner Ankunft in deinem neuen Zuhause zu verteilen. An diesem Tag hättest du nicht im Traum daran gedacht, dass die meisten jener, mit denen du deine Leckereien geteilt hast, in den folgenden Wochen schon zu deinen wichtigsten Bezugspersonen werden würden. Zu deinen besten Freundinnen.

Du bist nicht mehr die junge Frau von vor zwei Jahren. Bist nicht mehr die Person, die anderen eine Zimtrolle hinhält und beschließt, dass diese anderen zu ihren Freunden werden könnten (okay, zugegeben: würdest es auch heute noch tun, nur vielleicht etwas weniger unüberlegt). Das Training, das du schon während deiner Kindheit absolviert hast, wurde während deiner Ausbildung intensiviert, ausgeweitet. Aus der Tochter von Militärangehörigen ist selbst ein Mitglied des Militärs geworden – und zwar keines, das in der Hierarchie ganz unten steht. Etwas, das für dich aber auch nichts Schlimmes wäre. Der Ehrgeiz der letzten Jahre hat sich ausgezahlt, dein neuer Rang ist die Belohnung dafür. Nicht die erste und hoffentlich auch nicht die letzte. Aus dem Mädchen, das schon morgens durch die Straßen von Resson gelaufen ist, ist eine Fliegerin geworden. Stolz auf sich selbst und auf ihren Greifen. So stolz, dass sie dieses Gefühl mit den Menschen teilen will, denen sie nicht wenig davon zu verdanken hat: ihre Eltern.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 25.03.2025, 20:10
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:03

Fliegerin
24 Jahre alt
Lehnst dich zurück, beobachtest schweigend das Treiben um dich herum. So viele Menschen. Gehetzte Schritte auf Steinboden, Stimmengewirr, Gerüche und Eindrücke. Gedanken. Für die Großstadt bist du nicht gemacht, vermisst an der Cliffsbane Akademie, an der du direkt nach deinem Abschluss stationiert worden bist, abgesehen von deiner Familie und deinem verloren gegangen, inneren Frieden hauptsächlich eines: die Stille. Vermisst es, die Füße hochzulegen, bei einem heißen Minztee ein gutes Buch genießen zu können, ohne dauerhaft mit einem Auge woanders zu sein.

Dein Leben war ruhig. Verlief in geregelten Bahnen. Würdest deinen Wehrdienst einmal in Form einer Ausbildung zur Historikerin ablegen, Schriften studieren, nicht lang fort sein von dem Frieden, den nur deine Heimat dir bieten kann. Dein Plan war simpel: nach Haugstead zurückkehren, irgendwann einmal die Farm deiner Eltern übernehmen und mit ebenso viel Aufopferung leiten, wie sie es vor dir taten. Würdest da sein, wenn die Krone dich braucht, doch niemals mehr als das.
Bis es anders kam. Natürlich. Heute hast du dich daran gewöhnt, dass das Leben nicht kalkulierbar ist. Dass geregelte Bahnen nicht mehr sind als eine Abfolge glücklicher Zufälle, so, wie sich das Gegenteil schier wahllos eintritt. Das Schwert in Zihnals Händen ist zweischneidig, die Anwesenheit von Glück eine Nebenwirkung der Existenz des Pechs, ohne Licht keine Schatten, ohne Schatten kein Licht. Hast deine Lektion auf die harte Art gelernt, durch eine Aneinanderreihung von Missständen, die dich in den letzten Jahren heimsuchten, von Schmerz und Wut und -

Lass dich nicht runterziehen. Nicht von dem, was dir widerfahren ist, noch von dem Ausblick auf das Ungewisse. Hast bewiesen, dass du es bezwingen kannst, dort im Flieger:innenquintanten, der dich nicht hat kommen sehen (und du ihn auch nicht). Wurdest ausgebildet für einen Krieg, den du eigentlich nicht führen willst - zu keiner Grenze hin - und bist dennoch verpflichtet fürs Leben. Bereuen tust du nichts, und das, obwohl du in pedantischer Regelmäßigkeit den Blick auf die Vergangenheit richtest. Machst ne Kerbe in den Bettpfosten für jeden Menschen, den du nicht aufhören kannst zu vermissen, und zählst sie wie Schäfchen, wenn du nachts nicht schlafen kannst. Du hast gelernt, was in dir vorgeht zu bewältigen. Lernst es eigentlich noch immer, wirst besser darin, bist fast gut. Der Sturm überkommt dich nur noch selten - und wenn, dann hast du ein Paar Flügel unter dir, das dich schier mühelos hindurch trägt.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 16.03.2025, 20:16
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:21

Reiter
22 Jahre alt
“Rioghan Gairbreth.”
Meine Stimme ist fester als erwartet, als ich dem Reiter vor mir meinen Namen nenne. Und doch hämmert mein Herz gegen meine Rippen, als wäre es anderer Meinung. Der Reiter sieht kurz auf – und sein Blick bleibt an meinem linken Arm hängen. An dem Rebellionsmal, das sich vom Handgelenk bis hoch zu meinem Hals windet. Die Ärmel meines Leinenhemds sind hochgeschoben, entblößen meine Oberarme und obwohl es an diesem Morgen nicht das erste Mal ist, dass diese Markierung Blicke auf sich zieht, presse ich knirschend die Zähne zusammen.
Falls jemand noch einen Grund sucht, mich zu hassen – hier ist er.
Ich halte seinem Blick mit schmalen Augen stand. Warte darauf, dass er sich endlich bewegt, meinen Namen mit einem kratzenden Geräusch auf das Pergament setzt. Auf eine lange Liste voller Namen von Anwärter, von denen viele das Ende dieses Tages nicht erleben werden.
Dann ein kurzes Winken. Und ich wende mich ab, richte meinen Blick auf die Aussparung im Mauerwerk. Auf die Steinüberquerung - den Viadukt. Drei Anwärter balancieren mit ausgestreckten Armen, bewegen sich langsam zur anderen Seite. Einer strauchelt, rudert verzweifelt mit den Armen und verschwindet dann mit einem markerschütternden Schrei aus meinem Sichtfeld.
Ich bin der nächste.
Mein Magen verkrampft sich, aber ich straffe die Schultern und trete an die Öffnung. Meine Finger schließen sich um die Träger meines Rucksacks. Er ist leicht. Alles, was ich besitze – alles, was von meinem Leben geblieben ist – passt in diesen einen verdammten Beutel.
Hinter mir, auf dieser Seite des Viadukts, bleibt nichts mehr.
Kein Abschied. Keine Familie.
Kein Vater, der mir letzte Ratschläge zuflüstert.
Keine Mutter, die mich noch einmal in ihre Arme zieht.
Kein Bruder, der mich scherzhaft daran erinnert, dass ich gefälligst überleben soll.
Ich atme aus, lasse alles hinter mir – und mache den ersten Schritt.
Mein ganzes Leben habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet. Jeder einzelne Muskel meines Körpers ist trainiert für einen Kampf. Geschwindigkeit, Ausdauer, rohe Kraft. Eigenschaften mit denen ich im Infanterie-Quadranten sofort die Eignungsprüfung bestehen würde – aber absolut ungeeignet für einen verdammten Balanceakt in 60 Meter Höhe. Ich breite die Arme aus, halte meinen Schwerpunkt und richte meinen Blick nach vorn - konzentriere mich auf das, was auf der anderen Seite des Viadukts wartet. Nach drei Jahren bei einer Ziehfamilie, der es nicht gleichgültiger sein könnte, ob ich den heutigen Tag überlebe, kann ich es kaum erwarten endlich wieder Leuten aus meiner Heimat gegenüberzustehen. Die wie ich zusehen mussten, wie ihre Eltern für den Kampf um Unabhängigkeit und Gerechtigkeit hingerichtet wurden. Die, genau wie ich, gezeichnet sind – sichtbar und unsichtbar. Und die nun ebenso gezwungen sind, sich dem Königreich zu verpflichten, das unsere Familien auf dem Gewissen hat. Die aber auch an meiner Seite stehen – gemeinsam für das kämpfen werden, wofür unsere Eltern gestorben sind.
Gespielt von Dani
Dabei seit: 11.03.2025, 13:28
Zuletzt gesehen: Vor 2 Stunden

Reiter
49 Jahre alt
Das ist der Weg. Und nichts führt daran vorbei.
Dein Schicksal ist besiegelt, noch bevor du überhaupt ein Wort von dir geben kannst, denn das Schwarz der Reiter sollst du auch tragen. Genauso wie deine Brüder und dein Vater. Das ist eine Sache der Ehre, erzählen sie dir. Es ist eine Ehre, das Königreich zu verteidigen und für das Königreich zu kämpfen. Es ist eine Ehre auf dem Rücken eines Drachen zu sitzen. Also hinterfragst du es nicht, warum auch? Das ist dein Weg. Und diesen Weg wirst du gehen. Du bereitest dich vor, trainierst hart mit deinen Brüdern. Hängst wie gebannt an den Lippen deines Vaters, wenn er nach langer Zeit wieder zuhause ist und seine Geschichten erzählt. Und während all dieser Zeit kannst du es kaum abwarten, bis es soweit ist. Kannst es nicht abwarten, über das Viadukt zu laufen, um deinen Weg zu gehen. Einzig und allein das traurige Lächeln deiner Mutter, das du nur in ganz seltenen Augenblicken erhascht, lässt dich für einen kurzen Herzschlag zweifeln. Aber nur ganz kurz, bevor du dich wieder daran erinnerst, welche Ehre dir zugetragen wird.

Und du liebst es. Du liebst deinen Weg. Fühlst dich wohl im Reiterschwarz. Bist sicher auf dem Rücken deines Drachens und überwindest die Hürden, die dir in der Ausbildung in den Weg gestellt werden, um nach drei Jahren voller Euphorie deinen Abschluss zu feiern. Aber anstatt die Woche, die du im Anschluss frei hast, um diese mit deiner Familie zu verbringen, heiratest du völlig überstürzt die junge Arabella. Die Frau, die nicht nur dein Herz für sich gewonnen hat, sondern auch dem Quadrant der Infanterie gehört. Und so verläuft eure Ehe vorerst recht unspektakulär, während ihr beiden euch eurem Dienst widmet. Du in Montserrat und Sie? Ja, daran kannst du dich nicht mehr erinnern. Wie denn auch, wenn du vor Ort plötzlich von deinem Weg abkommst und dich zu einer Affäre hinreißen lässt, die dir später noch ordentlich Kopfschmerzen bereiten wird. Aber die erste Schwärmerei, die erste Liebe – die Gefühle wiegen schwerer als die Vernunft und die Versprechen gleiten ganz leicht über die Lippen. Versprechen, die du gewillt bist einzuhalten. Bereit, deinen Weg neu zu kalibrieren, nur um es am Ende doch anders zu machen. Du kannst dich noch ganz genau an den Tag und dein Vorhaben erinnern, als dir Bella so voller Freude verkündet, ein Kind unter ihrem Herzen zu tragen. Und obwohl du bereits Vater von zwei Kindern bist, ist diese Freude etwas anderes. Etwas, das du nicht erklären kannst, aber es erstickt deinen ursprünglichen Plan noch im gleichen Augenblick im Keime. Lässt es stattdessen zu einem wohl gehüteten Geheimnis werden, das du über viele Jahre hinweg mit dir trägst und dich zu einem Doppelleben zwingt.

Lügen haben jedoch kurze Beine und das merkst du spätestens dann, als Bella dich mit deinem (offensichtlich nicht ganz so gut gehüteten) Geheimnis konfrontiert und dich vor die Wahl stellt. Sie oder die Andere? Als wenn nichts gewesen wäre, kappst du dein zweites Leben. Lässt es hinter dir und blickst nicht mehr zurück. Einzig und allein Bilder suchen dich in ruhigen Momenten heim und hinterlassen ein schlechtes Gewissen, welches du allerdings mit einer Leichtigkeit ignorierst. Stattdessen legst du deinen Fokus auf deine Karriere und deine Familie. Deine richtige Familie. Sorgst dich um deine Ehefrau und deinen Erstgeborenen Sohn. Und wie es auch schon bei dir der Fall war, ist auch Finnians Weg vorgeschrieben – oder zumindest wünschst du es dir. Bereitest ihn vor, genauso wie deine Tochter, die nur wenige Jahre später das Licht der Welt erblickt und euer Familienglück vervollständigt; obwohl die Taten der Vergangenheit - deine Taten - schwer über Arabellas und deinem Kopf lasten. Für deine Familie jedoch gehst du den Weg, der von Beginn an für dich vorbestimmt war.

Gespielt von domi
Dabei seit: 17.01.2025, 11:50
Zuletzt gesehen: 29.03.2025, 00:54

Reiter
35 Jahre alt
Hätte man relevante, militärische Schlüsselfiguren noch vor gut zehn Jahren nach Rune Belamour gefragt, so wären die Reaktionen wohl denkbar positiv ausgefallen. »Der Junge hat Talent, aus dem wird mal was werden«, hätte man sie sagen hören, dabei vor allem Runes fliegerisches Feingefühl und seine beinahe akrobratischen Luftkampfmanöver gelobt. Es war denkbar leicht, den Musterschüler in positivem Kontext darzustellen, ihn gleichermaßen in Fähigkeiten, wie auch Charakter zu loben. Rune, der Charmante. Rune, der Unkomplizierte. Rune, der Ehrgeizige, der ein exzellentes Gefühl für die Befolgung von Befehlen hatte und vielleicht gerade deshalb als extrem vielversprechender Reiter hervorstach. Genau die Ergänzung, die man sich für eine jede Reiterstaffel wünscht, die man als Wunschkadett auf eine heimliche Empfehlungsliste schreiben würde. Bis zu der Schlacht von Aretia. Bis zu Runes Einsatz in einem Krieg, der wenig mit Heldentum und alles mit systematischer Unterdrückung zu tun hatte. Es reichte ein einziger, militärischer Konflikt und die daraus resultierenden Verletzungen, um Rune das Vertrauen in seinen Staat verlieren zu lassen. Und ihn mit einem Trauma zu behaften, welches auch heute noch nachhaltig seinen Alltag bestimmt. Seit seiner Beteiligung in Aretia ist er ungeduldiger, schnippischer, risikobereiter und rebellischer. Nicht auf eine Weise, die einen Ausschluss aus dem aktiven Dienst rechtfertigte, sehr wohl jedoch in einem Grad, welcher final eine Versetzung von der Front bei Samara nach Penrith rechtfertigte. Zur Küste schob man den Reiter ab, in der Hoffnung, dass die Mischung aus Einsamkeit, Meerluft und Kriegsferne ihren Teil dazu beitragen würde, Rune erneut den Kopf auf den Schultern gerade zu rücken. Eine hoffnungslose Eingebung, denn während um Samara weiter der militärische Konflikt tobte, war Rune in Penrith ausreichend Zeit gegeben, seine vorangegangenen Taten tot zu denken. Immer riskantere Manöver, waghalsigere Pläne und absurdere Vorhaben folgten. Als Teil der Vorhut war Rune eine gewisse Vorsicht für den Job eingebläut worden und doch folgten immer mehr persönlich gewählte, selbstverständliche Freiheiten, die genau diese außer Acht ließen. Immer tiefere Konflikte ergaben sich zwischen Staffelführung und Vorhut, allen voran Rune, der zwischen dem Bedürfnis zu Folgen und seinem eigenen Willen gefangen stand. Als dann final jener Fehler passierte, der im Grunde nur eine Frage der Zeit gewesen war, sollte dieser Rune beinahe das Leben kosten. Eine Entscheidung zu gewagt, eine Flugkurve falsch geschätzt und dann das grausamer Resultat: der Abschuss von Runes Drachen und ein anschließender Kampf ums Überleben, der sowohl physisch als auch seelisch alte Wunden in gnadenloser Effektivität wieder aufriss. Heute befinden sich Drache und Reiter bereits seit einem guten Jahr in Rehabilitation, kämpfen noch immer darum, erneut den Weg zurück an die Front zu finden. Ob hinter jenem Wunsch jedoch tatsächliche Überzeugung oder gar der verzweifelter Wunsch nach alter Routine steckt, vermag wohl niemand sicher zu benennen - am wenigsten Rune selbst.
Gespielt von Motte
Dabei seit: 04.01.2025, 21:06
Zuletzt gesehen: Vor 8 Stunden

Flieger
56 Jahre alt
Das leise Knacken des offenen Feuers im Kamin vertrieb die sonstige Stille in der hölzernen Hütte am Stadtrand. Das Brechen der Holzscheite unter der Wucht der Flammen erinnert an andere Dinge. Andere Zeiten. Seine dunkelgrüne Augen verklärten sich, die schwarzen Pupillen geweitet und der Geist nicht mehr im Hier und Jetzt. Früher hatte es Stille nur selten in seinem Leben gegeben und noch viel weniger hatte er sie wertgeschätzt. Auch das war heute anders. Sein Leben damals könnte nicht gegensätzlicher zu seinem Leben heute sein. Und er? War auch er anders? Verändert. Und wenn ja, wie sehr?

Er war ein arroganter Mistkerl gewesen. Irgendwie charmant und gleichauf unausstehlich. Weil er gut gewesen war in dem, was er gemacht hatte und weil er damit nicht hinterm Berg gehalten hatte. Ein Flieger, ein Krieger, ein Befehlshaber und ein vorlauter Bastard.

Die große Hand Rav’s griff nach dem eisernen Schürhaken und das Knistern der Flammen verstärkte sich. Funken stoben auf und Hitze schlug ihm entgegen. Nicht einmal annähernd die Hitze, die Drachenfeuer erreichen konnte und er war befähigt, diesen Vergleich zu ziehen - schließlich hatte diese übernatürliche Macht mehrfach versucht, ihn aus diesem Leben zu reißen. Nur war es ihr nie gelungen. Nein, Kakerlaken überlebten alles. Er überlebte alles. Anderen war dies nicht vergönnt.

Er war Teil des Gipfelflügelschwarms, in diesem anderen Leben. Zunächst nur irgendein Flieger unter Vielen, später ein Schwingenführer der Sonnenschwinge und Schwadronsführer des 1. Schwadron. Hatte viele Operationen an den Grenzen Navarres durchgeführt und später im Rang eines Majors geleitet. War aus allen zurückgekehrt und hatte bei jeder Rückkehr neue Narben mitgebracht. Solche, die man sehen konnte und solche, die im Verborgenen lagen. Er hatte geplündert, gekämpft und getötet. Hatte gefeiert und getrauert. Jede Rückkehr in die Heimat war ein kleiner Sieg, während der Krieg an sich endlos erschien. Damals wie heute.
Nicht alle hatten so viel Glück gehabt, doch er selbst war nicht demütiger geworden. Vielmehr großspuriger, mit jeder neuen Schlacht. Nicht müde, sondern nur noch angestachelt, kampfbereit und so widerwärtig patriotisch. Er war dumm gewesen und arrogant und diese Arroganz hatte ihn vor gut zwei Jahren eingeholt. Die Operation in Navarre ging schief, die kleine Aufklärungs-Truppe seines Schwadrons, mit der er an diesem Tag unterwegs war, wurde von dem der Drachen vollkommen überrannt. Es schafften nicht alle von ihnen übers Gebirge zurück nach Poromiel. Sie verloren drei von ihnen. Auch er wäre beinahe auf navarrischem Boden verendet, begraben unter seinem sterbenden Greifen. Zora.

Seine Hand umschloss das Eisen fester und auch heute, so viele Jahre nach dem Vorfall, klaffte die Wunde in seinem Inneren, würde nie vollends verheilen. Erdrückte ihn an manchen Tagen mehr als an anderen. Ihr Verlust und der Verlust seiner Gabe der Emotionssteigerung. Die Welt ohne beides so viel dumpfer.

Sein Second in Command hatte ihn weggezerrt, mit sich gerissen und zurück nach Hause gebracht. Eines, das es für ihn nicht mehr gab. Ein Teil von ihm war auf navarrischem Boden gestorben, zusammen mit Zora. Seine zertrümmerten Knochen heilten, seine kaputte Seele nicht.
Unfähig, zurück in den Militärdienst zu treten, zog er sich zurück. Suchte die Einsamkeit, nur fähig sich in seinem Leid zu suhlen. Stieß jeden von sich. Wollte weg von dem Namen, den er sich im poromischen Militär gemacht hat. Weg von seinen Titeln, weg von seine Taten. Er kehrte seinem alten Leben vollumfänglich den Rücken. Das ging ungefähr ein paar Monate gut, ehe ihm zum Einen eine Aufgabe fehlte und zum Anderen Poromiels Militär seine Rückkehr verlangte. Doch im Grunde war Ravik nur noch eine Hülle seiner Selbst. Kaum etwas erinnerte zu der Zeit damals noch an den großen Krieger. So wurde aus dem Schwingenführer der Lagerverwalter am Außenposten in Bitan. Er kümmert sich um die Ausrüstung, die er damals genutzt hatte. Eine niedere Tätigkeit für jemanden mit seinem Rang, seinem Namen, seinem Talent. Vielleicht bestrafte er sich auch selbst. Gab und gibt sich noch heute die Schuld für das, was der Truppe seines Schwadrons passiert war. Für die Tode. Sie gingen auf seine Kappe.

Die Flammen verzerrten seine harten Züge. Scharfkantig, gezeichnet von der Zeit, von diesem fremden Leben. Heute war er Jäger - das war es zumindest, was er nach Außen immer erzählte. Schwieg den militärischen Strang aus, wollte sich nicht mit der Tatsache einer zweiten Bindung beschäftigen und dass ihm die Zeit davon lief. Die Leute im Dorf kannten ihn und ließen ihn doch oft in Ruhe. Neben seiner Arbeit am Außenposten half er im Dorf, ab und an. Gegen Bezahlung verschiedenster Art. Verkaufte seine Beute. Fleisch, Felle. Werkzeuge. Und er war freudiger Abnehmer des billigen Biers in der Schenke. Meistens mit grimmiger Miene allein in einer düsteren Ecke sitzend. Er hatte gelernt, die Stille zu akzeptieren, während der Krieg weiter in seinem Herzen tobte.
Gespielt von Hook
Dabei seit: 21.12.2024, 19:01
Zuletzt gesehen: Vor 6 Stunden

Reiter
61 Jahre alt
"Auch die dunkelste Nacht wird vergehn und die Sonne sich erheben" lauteten die ersten Worte, die Ronas zusätzlich zu den obligatorischen Kosenamen für seine Eltern fehlerfrei sprechen- und verinnerlichen konnte. Ein Soleil, geboren um seinem Land zu dienen und seiner Familie weiterhin die Ehre zuteil werden zu lassen, die bereits Generationen vor ihm geerntet haben. Wenn man die Geschichtsbücher wälzt, so lässt sich leicht erkennen, dass bei jeder großen Schlacht und jedem Sieg auch stets eine goldene Sonne mit geschwungenen Strahlen auf weißem Grund zugegen war und den Erfolg maßgeblich sicherte. Das sein Name Gewicht hat und allein die Nennung desselben die Köpfe voller Ehrfurcht herumschnellen lassen, ist Ronas gewöhnt, ebenso wie die Erwartungen die damit einhergehen. Von einem Soleil wird nicht nur die Treue zum Regime und eine militärische Laufbahn erwartet, sondern auch ein gewisses Maß an Kampfgeschick und das Pflegen von Traditionen. All dies sind Dinge die Ronas verköpert, die er vermutlich sogar mit dem Blut durch seine Adern pumpt. Seit über drei Jahrzehnten agiert der Reiter nun in den Reihen des Militärs wo ihn Präzision und Geschick dorthin brachten, wo er heute steht; nämlich an die Spitze des Ostgeschwaders. Ein heikler Fleck auf der Landkarte, der noch regelmäßig und vor allem im Kampf gegen die immer währende Bedrohung für Navarre, für Nervenkitzel bei dem Soleil sorgt. Als Wissender darüber, was wirklich hinter den Grenzen lauert und Einlass in sein Land begehrt, verfügt er über eine gewisse Flexibilität seiner moralischen Grundsätze und hat dabei stetig das höhere Wohl im Sinn. Gleichzeitig versucht Ronas eine nahbare Komponente für die Soldat:innen seines Geschwaders zu bleiben, der etwaige Potentialträger nicht nur fördert, sondern auch fordert. Dabei bedient er sich gern unkonventioneller Methoden und verschließt sich auch nicht vor Neuerungen, sofern sie sich mit den hierachischen Zügen des Militärs vereinbaren lassen. Ronas selbst hat sich neben dem aktiven Einsatz im Kampfgebiet der Runenforschung verschrieben, dessen Ziel es ist Siegelkräfte in gängige Kriegswaffen zur Unterstüzung der Truppen zu verwandeln. Für Fehler gibt es keinen Spielraum im Leben des Soleil. Weder beruflich noch privat, weshalb er nicht nur größte Sorgfalt bei allem was er tut, walten lässt sondern diese Voraussetzung auch auf seine Kinder überträgt. Soleil. Ein Name den zu tragen man sich verdienen muss, der nicht nur Vermächtnis bedeutet, sondern auch mit einer Aufgabe einhergeht, die ein Leitsatz für das gesamte Leben darstellt.
Gespielt von Lotte
Dabei seit: 26.11.2024, 10:48
Zuletzt gesehen: Vor 4 Stunden

Reiterin
21 Jahre alt
Gefühle, Empathie, zwischenmenschliche Beziehungen – all das sind Wörter, mit denen du nicht viel anfangen kannst. Vielleicht, weil du in deiner Vergangenheit zu viel erlebt hast, zu viel ertragen musstest. Zu viel, was dich gezwungen hat, deine Emotionen zu unterbinden und alles mit purer Logik zu betrachten. Wenn man dich fragen würde, würdest du das allerdings verneinen. Deine Eltern waren Separatisten und ihnen muss klar gewesen sein, dass ihre Rebellion Konsequenzen haben könnte. Und diese Konsequenzen mussten sie tragen, so wie jeder andere es auch muss. Du könntest dramatisch sein und sagen, dass du dein Herz davon abgeschottet hast, aber Dramatik liegt dir nicht. Man könnte dich kalt und emotionslos nennen und das wäre okay für dich. Solange man dich nicht für dumm hält. Denn das bist du absolut nicht. Sonst wärst du nicht da, wo du jetzt bist. Du hast hart an dir gearbeitet, um hier anzukommen. Endlich zu beweisen, was du drauf hast. Und jetzt hast du es geschafft. Dein Drache hat dich gewählt. Hat deine Stärke erkannt und sich vor allen anderen für dich entschieden. Deine Loyalität liegt da, wo es dir am sinnvollsten erscheint. Dein eigener Nutzen steht über allem anderen und du verstehst nicht, warum andere das nicht so handhaben. Was bringt es dir, dich für andere aufzuopfern? Nur, damit sie sich umdrehen und dir einen Dolch in den Rücken rammen? Natürlich bist du nicht dumm genug, das offen zuzugeben. Du spielst eine Rolle und diese spielst du perfekt. Was du wirklich denkst, weiß niemand. Zumindest war das so, bis du eine zweite Stimme im Kopf hattest. Plötzlich musst du einem anderen Wesen vertrauen. Plötzlich musst du dein wahres Ich teilen. Und nicht nur das: Auf einmal bist du Teil einer Staffel, die du auf gewisse Weise an dich heran lassen musst. Du versuchst weiterhin, deine Distanz zu wahren. Das perfekte Geschwadermitglied zu sein, ohne dich emotional auf all das einzulassen. Denn im Basgiath War College ist die Gefahr, dass dir jemand in den Rücken fällt, größer als jemals zuvor in deinem Leben. Und es gibt niemanden, dem du vertrauen kannst. Oder?
Gespielt von Ely
Dabei seit: 09.10.2024, 18:44
Zuletzt gesehen: 01.04.2025, 15:11


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros